Danielle Arn-Stieger und Sabine Klar sind Lehrtherapeutinnen der Österreichische Arbeitsgemeinschaft für systemische Therapie und systemische Studien (ÖAS). In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift systeme, die dem 40jährigen Jubiläum der ÖAS gewidmet ist, reflektieren sie die aktuelle Entwicklung der systemischen Ausbildung in Österreich. Anlass ist das neue österreichische Psychotherapiegesetz, das die Ausbildungsstruktur grundlegend neu regelt: Auf ein Masterstudium mit vorrangig akademischem Wissen folgt ein postgradualer Abschnitt an einer Fachgesellschaft, in dem eine bestimmte Methode praktisch eingeübt wird, bevor eine übergreifende Approbationsprüfung absolviert werden muss. Diese Zweistufigkeit bildet den strukturellen Hintergrund, vor dem die Autorinnen für den Erhalt der klassischen systemischen Haltung – Prozessoffenheit, Kontextsensibilität, das bewusste „Noch-nicht-genug-Wissen“ – gegenüber wachsendem Diagnostik- und Standardisierungsdruck plädieren. Ihr Beitrag beleuchtet Spannungen zwischen therapeutischer Haltung und Technik, zwischen Offenheit und Standardisierung, und diskutiert deren Folgen für die systemische Ausbildung in Österreich. Auch wenn die gesetzlichen Regelungen in Deutschland und Österreich unterschiedlich sind, sind die hier angeschnittenen Themen gleichermaßen relevant.
systemagazin veröffentlicht diesen Text mit freundlicher Genehmigung der systeme.
Weiterlesen →








