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Francisco Varela zum 80. Geburtstag (7.9.1946–28.5.2001)

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Foto: Joan Halifax (cc 2.0 Wikicommons)

Heute, am 7. September 2026, wäre Francisco J. Varela 80 Jahre alt geworden. Er starb bereits 2001 im Alter von 54 Jahren in Paris an den Folgen einer Hepatitis-C-Erkrankung – und hinterließ ein Werk, das bis heute eine Vielzahl von Wissenschaftlern inspiriert, die sich mit der Frage beschäftigen, was Leben und ein erkennendes Subjekt ausmacht. Wer sich mit ihm beschäftigt, stößt zunächst unweigerlich auf einen Begriff, den Varela mit geprägt hat: Autopoiesis. Aber auch seine Arbeiten zur Kognition und Neurophänomenologie spielen auch heute noch eine Rolle.

Varela wurde 1946 in Talcahuano in Chile geboren, studierte Biologie an der Universität von Santiago und promovierte 1970 in Harvard mit einer Arbeit über das Facettenauge von Insekten – zeitweise im Labor des späteren Medizin-Nobelpreisträgers Torsten Wiesel (Pörksen/Varela 2002, S. 112). Nach seiner Promotion kehrte er nach Santiago zurück, wo er mit seinem akademischen Lehrer Humberto Maturana ab 1970 die Autopoiesis-Theorie entwickelte. Im Rückblick fasste Varela zusammen, was darunter zu verstehen war: „Was produziert wird, ist das, was produziert. Was spricht, ist das, was das Sprechen aufrechterhält. Es sind Systeme, in denen die Operanden identisch sind mit den Systemoperationen. Das ist die Einsicht, die wir vor 15 Jahren zusammen mit Humberto Maturana gewonnen hatten, als wir von Autopoiese sprachen” (Varela 1988, S. 108). Die Zusammenarbeit der beiden begann während der „sozialistischen Jahre” Chiles unter Allende und wurde 1973 durch den Putsch Pinochets abrupt beendet; Varela floh zunächst nach Costa Rica, dann wechselte er wieder in die USA. Später ging er dann für eine Zeit wieder zurück nach Chile, bevor er schließlich nach Paris übersiedelte.

Wie genau Varela und Maturana über die Grenzen des Begriffs der Autopoiese wachten, den sie gemeinsam geprägt hatten, illustriert eine Anekdote Heinz von Foersters. Als der Systemtheoretiker Erich Jantsch auf einer Konferenz Autopoiesis auf beliebige rekursive Phänomene ausweiten wollte, habe sich Maturana demonstrativ vor ihm nieder gekniet und gebeten: „Ich flehe Sie an, mir zuliebe, verwenden Sie den Begriff nicht!” (Simon 1988, S. 97f.). Von Foerster zog daraus die Konsequenz, dass Varela vermutlich ebenso reagiert hätte, wäre er nach Luhmanns Übernahme des Begriffs für die Soziologie gefragt worden: „Verwenden Sie den Autopoiesis-Begriff nicht in diesem Zusammenhang, da er in unseren Originalideen in ein ganz anderes Gebiet gehört” (ebd., S. 98). Die Episode soll deutlich machen, dass Varela und Maturana ihr Konzept strikt auf die zelluläre Ebene begrenzt sehen wollten – eine Zurückhaltung, die Varela selbst bestätigte, als er die Übertragbarkeit der Autopoiesis auf Familien oder Unternehmen nur vorsichtig und unter Vorbehalt diskutierte (Varela 1988, S. 108f.).

Die Aussagen von Varela und von Heinz von Foerster entstammen dem von Fritz B. Simon herausgegebenen Band „Lebende Systeme. Wirklichkeitskonstruktionen in der Systemischen Therapie“, der 1998 bei Springer erschien (und 1997 in der stw-Reihe bei Suhrkamp neu veröffentlicht wurde). Er dokumentiert ein Symposium, das die Internationale Gesellschaft für Systemische Therapie IGST im Frühjahr 1986 in Heidelberg veranstaltete.

Simon beschreibt in seiner Einleitung die Ausgangslage: Familientherapeuten – „eher Bastler” auf der Suche nach praktisch verwertbaren Konzepten – laden drei der „prominentesten und originellsten Vertreter der gegenwärtigen systemtheoretischen Forschung” ein, die er mit Ingenieuren vergleicht, die an ihren theoretischen Konstruktionsplänen feilen: den Physiker und Kybernetiker Heinz von Foerster, den Soziologen Niklas Luhmann und den Neurobiologen Francisco Varela (Simon 1988, S. 7).

Varela hielt den programmatischen Vortrag „Erkenntnis und Leben” (ebd., S. 34ff.), Luhmann sprach über „Was ist Kommunikation?” und von Foerster über „Abbau und Aufbau” (von Komplexität). Simon fasst die Position, die Varela dort vertrat, so zusammen: Autopoietische Systeme sind autonom, ihr Verhalten ist allein durch interne Strukturen bestimmt; Veränderungen der Umwelt können „niemals bestimmen, was in einem solchen autonomen System geschieht” (ebd., S. 8). Aus einem gemeinsames „Kreuzverhör”, in dem von Foerster, Luhmann und Varela zu denselben Fragen befragt wurden (ebd., S. 95–107), stammt Varelas prägnante Definition der operationalen Schließung, mit der er auf die Frage antwortete, was ein System überhaupt sei: „Ein System ist eine Unterscheidung, die mit der Intention weiterer Unterscheidungen gemacht wird” (ebd., S. 96). Und auf die Frage, wie Realität in einem solchen Modell entsteht: „Realität ist etwas, das mit der Kopplung eines Systems entsteht. […] So ist Realität nichts anderes als das, was während der Geschichte der strukturellen Kopplung hervorgebracht wird” (ebd., S. 96f.). Bemerkenswert ist auch Varelas Formel des „observer in – system out”: Varela erläuterte, dass man bei der Untersuchung operational geschlossener Systeme wie des Nervensystems stets auf das Phänomen des Eigenverhaltens und interner Kohärenzen stoße, durch die eine eigene Welt hervorgebracht werde. Die verfügbaren Beobachtungswerkzeuge aus der Außenperspektive dienten dabei in erster Linie der Klassifikation dieser Eigenverhalten. Sobald man jedoch selbst Teil des betrachteten Systems sei – was bei menschlichen Systemen unausweichlich der Fall sei –, könne man nicht mehr von außen auf es blicken. Seine Hypothese sei deshalb, dass sich solche Kohärenzen und Eigenverhalten dann nicht mehr klassifizieren ließen: Die Zahl der möglichen Eigenverhalten wachse geradezu explosionsartig und übersteige die Rechenkapazität jedes Computers, wodurch das Klassifizieren als Methode vollständig unbrauchbar werde. Man stehe damit vor einer ähnlichen Situation wie in der Evolution der Arten, wo eine derart große Vielfalt an Variationen auftrete, dass sie sich jeder Klassifizierung entziehe.(ebd., S. 99f.). Jede Beobachtung ist daher zwangsläufig selektiv und kontingent. 

„Die Ergebnisse von Systemoperationen sind selbst wieder Systemoperationen” (Varela 1988, S. 108). Eine Zelle produziert nicht einfach Stoffwechselprodukte als Reaktion auf äußere Reize; sie produziert die Komponenten, die wiederum die Komponenten produzieren, welche die Zelle als Zelle konstituieren – inklusive der Membran, die diesen Produktionsprozess erst begrenzt und dadurch ermöglicht. Varela nannte dies einen „Münchhausen-Effekt”: Das System zieht sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf: „Dies ist das Herzstück der Autonomie“ (ebd., S. 108).

Diese Denkfigur hatte für die Familientherapie unmittelbare Konsequenzen. Wer ein Input-Output-Modell zugrunde legt, sucht nach Reizen und Reaktionen; wer von operationaler Geschlossenheit ausgeht, fragt stattdessen nach den Dimensionen der strukturellen Kopplung, über die ein System – eine Zelle, eine Familie, ein Unternehmen – mit seiner Umwelt in Kontakt tritt, ohne von ihr determiniert zu werden. Dabei ist die Unterscheidung zwischen „Input” und „Perturbation” von zentraler Bedeutung: Eine Störung hat, anders als ein Input, keine vorab definierte Bedeutung; was sie bewirkt, entscheidet allein die Struktur des gestörten Systems selbst (ebd., S. 111). Für ein Unternehmen etwa identifizierte Varela die entscheidenden Kopplungsdimensionen in erster Linie in Sprechakten wie z.B. Bekanntmachungen, Aufforderungen, Versprechen, während er für Familien körperliche Kopplungen – Reproduktion, Ernährung, Wohnen – für grundlegender als sprachliche hielt. als Beleg schilderte er die Beobachtung eines Kindes, das in einer Sitzung zwischen zwei übergewichtigen Eltern förmlich eingeklemmt saß: „Dies sagte mir viel deutlicher, was diese Familie ist, als der Kampf zwischen der Tochter und der Mutter” (ebd., S. 113f.).

Autopoiesis war für Varela nur der erste Schritt eines größeren Programms. In seiner Selbstauskunft im Sammelband „The Third Culture“ (Brockman 1995) beschreibt er drei Werkphasen, die er als Einheit begreift: die Autopoiesis-Theorie der Zelle, die enaktive Sicht auf Nervensystem und Kognition sowie die Revision des Immunsystems als ebenfalls operational geschlossenes Netzwerk (im Gegensatz zur herkömmlichen Interpretation als militärisches Verteidigungssystem gegenüber körperfremden Eindringlingen). Mit enaktiv ist gemeint, dass Erkennen kein passives Abbilden einer vorgegebenen Welt ist, sondern durch das aktive Handeln eines Organismus in seiner Umwelt allererst hervorgebracht wird. Das militärische Bild für das Immunsystem hält Varela für irreführend, weil es an der empirischen Wirklichkeit scheitert. Je genauer man das Immunsystem untersuche, desto schwerer werde es zu bestimmen, was überhaupt als „Antigen” – als fremder Eindringling – gelten solle, da jedes System dies unterschiedlich definiere. Entscheidender noch: Die meisten Antikörper reagieren gar nicht auf äußere Fremdstoffe, sondern aufeinander, das Immunsystem ist für Varela buchstäblich ein gigantisches Netzwerk von Antikörpern und Molekülen, die gegenseitig in Kontakt miteinander stehen.

In allen drei Fällen geht es um dieselbe Frage: Wie entsteht aus lokalen Interaktionen eine emergente, aber nirgends lokalisierbare Identität – eine „virtuelle Selbstheit”, die weder in einem Molekül noch in einem Neuron aufzufinden ist, sondern nur im Muster selbst?

Mit „The Embodied Mind“ (1991, zusammen mit Evan Thompson und Eleanor Rosch) übertrug Varela diesen Gedanken auf die Kognitionswissenschaft und stellte die repräsentationalistische Auffassung des Geistes – das Gehirn als symbolverarbeitender Computer – grundsätzlich infrage. Kognition, so seine These im Gespräch mit Pörksen, ist nicht die interne Abbildung einer vorgegebenen Welt, sondern „verkörpertes Hervorbringen einer Welt”: Eine Fliege und ein Elefant nehmen dieselbe Tasse Tee nicht deshalb unterschiedlich wahr, weil sie unterschiedliche Informationen verarbeiten, sondern weil Wahrnehmung untrennbar mit der jeweiligen Lebensform und ihren Handlungsmöglichkeiten verbunden ist (Pörksen/Varela 2002, S. 114).

Sein spätes Konzept der Neurophänomenologie (1996) versuchte, aus dieser Kritik eine methodische Konsequenz zu ziehen: Weder rein neurowissenschaftliche Dritte-Person-Daten noch bloße Introspektion können das „Hard Problem” des Bewusstseins erklären; nötig sei eine disziplinierte, an der Husserlschen Phänomenologie geschulte Erforschung der Erfahrung aus der Erstperson-Perspektive, die mit neurowissenschaftlichen Befunden in wechselseitiger Verschränkung steht (Varela 1996, S. 11f.). Sein 1987 mitbegründetes Mind and Life Institute, das den Dialog zwischen Wissenschaft und buddhistischer Praxis institutionalisierte, war die praktische Fortsetzung dieses Programms.

Die im Sammelband The Third Culture dokumentierten Stimmen von Fachkollegen zeigen, dass Varelas Werk innerhalb der Wissenschaft durchaus umstritten blieb. Stuart Kauffman lobte die Tiefe seiner Ideen, hielt aber fest, für „tough-minded” Molekularbiologen wirke vieles „airy-fairy, flaky stuff”. Kritischer äußerte sich Christopher Langton, der bezweifelte, dass die Sprache der Autopoiesis der Biologie tatsächlich neue Erkenntnisse hinzufüge anstatt bekannte Phänomene nur umzubenennen. Daniel Dennett wiederum schätzte Varelas wissenschaftliche Arbeit zwar hoch, wollte aber die buddhistischen Bezüge daraus entfernt sehen.

In der deutschsprachigen systemischen Szene wurde Varela vor allem durch seine gemeinsam mit Maturana entwickelte Autopoiesis-Theorie bekannt, die Niklas Luhmann 1984 für seine Systemtheorie sozialer Systeme adaptierte – in einer Lesart, die Varela und Maturana, wie die Heidelberger Anekdote zeigt, nicht teilten. Wer heute in der Systemtheorie von operationaler Geschlossenheit, Perturbation oder struktureller Kopplung spricht, bewegt sich in einem begrifflichen Feld, das Varela mit entworfen hat – auch wenn er selbst, wie er im Gespräch mit Pörksen betonte, weder als Konstruktivist noch als Realist gelten wollte, sondern für einen „mittleren Weg” zwischen beiden Positionen plädierte (Pörksen/Varela 2002, S. 117).

Varelas Konzepte, die er gemeinsam mit Evan Thompson und Eleanor Rosch in The Embodied Mind entwickelte, sind im deutschsprachigen Diskurs u.a. in drei unterschiedlichen Zusammenhängen aufgegriffen worden: in der Heidelberger Phänomenologie um Thomas Fuchs, der empirischen Forschung Wolfgang Tschachers in Bern und der Rezeption durch Werner Vogd. Alle drei zitieren Varela explizit als Referenzpunkt. Fuchs ist der wohl einflussreichste deutschsprachige Autor, der Varelas Enaktivismus mit der Phänomenologie (Husserl, Merleau-Ponty) und der Psychiatrie verknüpft, unter dem Leitbegriff der Unterscheidung von Leib (gelebter Körper) und Körper (Körper als Objekt). In seinem Buch Verkörperte Gefühle. Zur Phänomenologie von Affektivität und Interaffektivität (Suhrkamp, 2024) – entwickelt er eine Theorie der Emotionen als leiblich-relationale Phänomene, die direkt an Varelas embodied-cognition-Ansatz anschließt. In seinem Buch Psychiatrie als Beziehungsmedizin. Ein ökologisches Paradigma begründet er ein „ökologisches Paradigma” der Psychiatrie auf Basis von Embodiment und Enaktivismus, in kritischer Abgrenzung zum biopsychosozialen Modell. 

Tschacher verbindet Varelas Enaktivismus mit empirischer Synchronieforschung und der 4E-Kognition (embodied, embedded, enacted, extended, nach Newen/De Bruin/Gallagher 2018). In seinem Aufsatz „Embodiment und Enaktion: Ein neuer Ansatz in den empirischen Humanwissenschaften” (2022) verweist er direkt auf Varelas Konzept der Neurophänomenologie und den Enaktivismus als Vermittlung zwischen „Realismus” und „Idealismus” in Wahrnehmung und Kognition – mit Anwendungen in Psychotherapieforschung (Synchronie zwischen Therapeut und Patient) und Psychiatrie (Schizophrenie als Embodiment-Störung).

Werner Vogd, Soziologe an der Universität Witten/Herdecke, ist einer der Autoren im deutschsprachigen Raum, die Varelas Enaktivismus, Neurophänomenologie und den Autopoiesis-Begriff am konsequentesten mit der Luhmannschen Systemtheorie und rekonstruktiver Sozialforschung verknüpfen. „Gehirn und Gesellschaft” (Velbrück, 2010) ist Vogds Hauptwerk zu diesem Thema. Er entwirft darin eine „neue Sozialanthropologie”, die Luhmanns Verständnis struktureller Kopplung von Leben, Bewusstsein und Kommunikation – das direkt auf Maturana/Varela zurückgeht – mit neurowissenschaftlichen Befunden verbindet. Bewusstsein erscheint hier als „soziales Organ”, das prä-intentionale, körperlich-emotionale Kopplungen zwischen Gehirnen verarbeitet.

Selbst- und Weltverhältnisse – Leiblichkeit, Polykontexturalität und implizite Ethik führt den Leib-Begriff und die enaktivistische Grundidee, dass Erkennen und Handeln untrennbar sind, in Richtung einer impliziten, praxisbasierten Ethik weiter – ganz im Sinne von Varelas eigenem Spätwerk Ethisches Können. Vogd unterscheidet sich von Thomas Fuchs dadurch, dass er Varela nicht primär phänomenologisch-psychiatrisch, sondern system- und wissenssoziologisch rezipiert: Er verbindet Autopoiesis/Enaktivismus konsequent mit Luhmanns Systemtheorie und mit der dokumentarischen bzw. rekonstruktiven Sozialforschungsmethode nach Bohnsack.

Achtzig Jahre nach seiner Geburt und fünfundzwanzig Jahre nach seinem Tod bleibt Varelas Werk also unabgeschlossen in einem produktiven Sinn: Seine Frage, wie aus operational geschlossenen, lokalen Prozessen stabile und doch nirgends lokalisierbare Identitäten entstehen – ob in der Zelle, im Immunsystem, im Gehirn oder im sozialen System –, ist heute so offen wie zu seinen Lebzeiten. Eine erneute Lektüre sind seine Werke unbedingt wert, ebenso wie die anderen hier genannten Arbeiten, die sein Erbe lebendig halten. 

Literaturverzeichnis

Brockman, John (Hrsg.) (1995): The Third Culture. Beyond the Scientific Revolution. New York: Simon & Schuster. [Darin: Francisco Varela, „The Emergent Self”, Kap. 12, sowie Stellungnahmen von Stuart Kauffman, W. Daniel Hillis, Christopher G. Langton, Daniel C. Dennett u. a.]

Fuchs, Thomas (2024): Verkörperte Gefühle. Zur Phänomenologie von Affektivität und Interaffektivität. Berlin (Suhrkamp).

Fuchs, Thomas (2026): Psychiatrie als Beziehungsmedizin. Ein ökologisches Paradigma. Stuttgart (Kohlhammer), 2. Aufl.

Maturana, Humberto R. / Varela, Francisco J. (1980): Autopoiesis and Cognition. The Realization of the Living. Dordrecht: Reidel.

Maturana, Humberto R. / Varela, Francisco J. (1987): Der Baum der Erkenntnis. Die biologischen Wurzeln menschlichen Erkennens. Bern/München: Scherz.

Newen, Albert, Leon De Bruin & Shaun Gallagher (Hrsg.) (2018): The Oxford Handbook of 4E Cognition. Oxford (Oxford University Press)

Pörksen, Bernhard / Varela, Francisco J. (2002): „Wahr ist, was funktioniert. Francisco J. Varela über Kognitionswissenschaft und Buddhismus, die untrennbare Verbindung von Subjekt und Objekt und die Übertreibungen des Konstruktivismus”. In: Bernhard Pörksen: Die Gewissheit der Ungewissheit. Gespräche zum Konstruktivismus. Heidelberg (Carl-Auer-Systeme Verlag)

Simon, Fritz B. (Hrsg.) (1988): Lebende Systeme. Wirklichkeitskonstruktionen in der Systemischen Therapie. Berlin/Heidelberg/New York: Springer (1997: stw 1290, Suhrkamp). Darin: F. B. Simon, „Einleitung: Wirklichkeitskonstruktionen in der Systemischen Therapie”, S. 1–17; F. Varela, „Erkenntnis und Leben”, S. 34–46; „Kreuzverhör – Fragen an Heinz von Foerster, Niklas Luhmann und Francisco Varela”, S. 95–107 – [zitiert als Simon 1988]

Tschacher, Wolfgang (2022): Embodiment und Enaktion: Ein neuer Ansatz in den empirischen Humanwissenschaften. In: inTRAlinea, Special Issue: Embodied Translating – Mit dem Körper übersetzen.

Varela, Francisco J. (1988): „Autopoiese, strukturelle Kopplung und Therapie – Fragen an Francisco Varela”. In: Fritz B. Simon (Hrsg.), Lebende Systeme. Wirklichkeitskonstruktionen in der Systemischen Therapie. Berlin/Heidelberg/New York (Springer), S. 108–120.

Varela, Francisco J. (1996): „Neurophenomenology. A Methodological Remedy for the Hard Problem”. Journal of Consciousness Studies, Special Issue on the Hard Problem, hrsg. von J. Shear.

Varela, Francisco J. / Thompson, Evan / Rosch, Eleanor (1991): The Embodied Mind. Cognitive Science and Human Experience. Cambridge, MA: MIT Press. [Deutsch „Der mittlere Weg der Erkenntnis“ bei Scherz, 1992 & als Goldmann Taschenbuch, 1995, übersetzt von Hans Günter Holl]

Varela, Francisco J. (1994): Ethisches Können. Aus dem Englischen von Robin Cackett. Frankfurt am Main/New York (Campus)

Vogd, Werner (2010): Gehirn und Gesellschaft. Weilerswist (Velbrück Wissenschaft)

Vogd, Werner (2018): Selbst- und Weltverhältnisse. Leiblichkeit, Polykontexturalität und implizite Ethik. Weilerswist (Velbrück Wissenschaft)

2 Kommentare

  1. Fulminanter Text, Tom! Er könnte neugierig machen dafür, wie innovatives Denken und Präzisieren des Geltungsbereichs miteinander auskommen, wie mit Begriffen sorgfältig umgegangen werden kann – und wie dennoch Präzision und „airy-fairy, flaky stuff” so zusammenfinden können, dass kein blumiger Firlefanz dabei entsteht. Und nicht zuletzt, wie ein inspirierender Kontext dafür eine Rolle spielt, Begegnungen und Miteinander. Wie es wohl weitergegangen wäre mit Varela, wenn er hätte weitermachen können? Falsche Frage, eher: ob er ausgefädelt worden wäre aus dem Zitations-Mainstream (wie Dell) oder ob er Tore zu einem Verständnis von Umfassenderem weit aufgemacht hätte, buddhistisch hin oder her? Müßig, aber vermutlich gehört auch Muße dazu, sich darin zu vertiefen. Danke!

  2. Danke für den schönen Text, Tom,
    vielleicht war es eine Fügung, dass ich in Vorbereitung des OSC-Hefts 2/26 das Buch von Varela & Co. in die Hand nahm … Im Editorial habe ich es zitiert. Und im Heft selbst finden sich dann aktuelle Beiträge von Fuchs, Tschacher und anderen: https://link.springer.com/journal/11613/volumes-and-issues/33-2
    Übrigens hat Varela Anfang der 90er schon über zelluläre Automaten geschrieben. Das knüpft dann an den aktuellen Background zu KI an: https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-19606-6_15
    Grüße!
    tw

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