systemagazin

Online-Journal für systemische Entwicklungen

5. September 2026
von Tom Levold
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Warum immer Brille? Anmerkungen zu einer unterkomplexen Metapher

Unsere unterschiedlichen Wahrnehmungen von der Welt fassen wir gerne wie auch unsere Wirklichkeitskonstruktionen in visuelle Metaphern. Eine der meist gebrauchten und auch im systemischen Feld äußerst beliebten ist die Brillen-Metapher, die zum Grundvokabular des systemischen Wörterbuches gehört. Sie postuliert, dass ein unterschiedliches Bild der Wirklichkeit entstehe, je nachdem, welche Brille wir gerade aufsetzen. Diese Metapher soll verständlich machen, dass Wirklichkeit nicht einfach gegeben, sondern immer perspektivisch konstruiert ist, sie liegt gewissermaßen im Auge des Betrachters. Was uns nicht auffällt, wenn wir die Brille nicht wechseln. Ludwig Wittgenstein hat es in den Philosophischen Untersuchungen knapp formuliert: „Die Idee sitzt gleichsam als Brille auf unsrer Nase, und was wir ansehen, sehen wir durch sie. Wir kommen gar nicht auf den Gedanken, sie abzunehmen“ (S. 50). Weiterlesen

26. August 2019
von Tom Levold
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Metaphern: Ihre Analyse und ihr Einsatz in Therapie und Beratung

Die linguistische Metapherntheorie von George Lakoff und Mark Johnson hat seit ihrem erstmaligen Erscheinen (Lakoff & Johnson 1980) das Verständnis von Metaphern grundlegend verändert. Anstatt nur als rhetorisches Stilmittel betrachtet zu werden, erweisen sie sich mittlerweile als Schlüssel zum Verständnis … Weiterlesen

19. Juni 2016
von Tom Levold
2 Kommentare

Wie Metaphern unser Denken beeinflussen

In einem spannenden Artikel, der 2013 in PLOS Online erschien, befassen sich die Linguisten Paul Thibodeau und Lera Boroditsky mit dem Einfluss von Metaphern auf die Diskussion und Bewertung von sozialen Themen wie Klimawandel, Wirtschaft und Kriminalität. In früheren Arbeiten konnten sie bereits zeigen, dass die metaphorische Beschreibung von Kriminalität als gefährliche Bestie oder als Virus auch unterschiedliche Lösungsbilder in Bezug auf das Kriminalitätsproblem erzeugt. Weiterlesen

4. Juni 2016
von Tom Levold
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Arbeiten in und mit Metaphern: eine konzeptionelle Anregung

Der Umgang mit Metaphern in Beratung und Therapie wird oft selbst nach der Logik eines Werkzeugs diskutiert, als wären Metaphern Instrumente, die man kunstfertig einsetzen könnte. Die von der kognitiven Linguistik (Lakoff & Johnson, 1980, 1998) abgeleitete Metaphernanalyse erschüttert dieses naive Selbstverständnis: Auch BeraterInnen und TherapeutInnen leben in ihren kaum bewussten metaphorischen Mustern, und qualitative Forschung zeigt, dass metaphorische Kommunikation ein situatives und interaktives Phänomen ist, zu dem alle Teilnehmenden beitragen. Der Aufsatz fasst den aktuellen Diskussionsstand zusammen und schlägt eine behutsame und reflexive Vorgehensweise vor. Weiterlesen

17. Oktober 2014
von Tom Levold
1 Kommentar

»Welches Problem führt Sie zu mir?« Über die metaphorische Struktur von Problembeschreibungen

Gestern habe ich an dieser Stelle den Jahrgang 2014 der Zeitschrift psychosozial vorgestellt. Das letzte Heft ist dem Thema Metaphernanalyse gewidmet. Herausgeber Michael B. Buchholz schreibt in seinem Editorial: „Unüberbietbar ist das Thema deshalb, weil sich die Erkenntnis durchsetzt, dass … Weiterlesen