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Online-Journal für systemische Entwicklungen

The Client is the Expert

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Heute vor 25 Jahren, am 10.11.1991, ist Harold Goolishian in Galveston gestorben. Der Psychologe, Pionier der Familientherapie und langjähriger Inhaber des Lehrstuhls für Klinische Psychologie an der Medizinischen Fakultät Galveston der University of Texas gehört gemeinsam mit Harlene Anderson zu den Begründern des narrativen Ansatzes in der systemischen Therapie und gründete 1977 mit ihr, Paul Dell und George Pulliam das Galveston Family Institute in Texas. Im Zentrum ihrer Überlegungen stand die Idee, dass nicht die Therapeuten die Experten für Lösungen seien, sondern die Klienten selbst, eine Perspektive, die eine (oft missverstandene) Haltung des Nicht-Wissens auf Seiten des Therapeuten nahelegt. In einem Aufsatz für das von Sheila McNamee und Ken Gergen 1992 b bei Sage herausgegebenen Bandes „Therapy as Social Construction“ präsentierten Anderson und Goolishian ihre diesbezüglichen Ideen. In diesem Aufsatz wird ein interpretativer und hermeneutischer Ansatz des Verstehens von Therapie beschrieben. Die Idee der therapeutischen Konversation als Dialog, in welchem der Therapeut die Position des Nichtwissens einnimmt, wird dargestellt und erweitert. Insbesondere wird die konversationale Art zu Fragen diskutiert, die den KlientInnen Spielraum läßt, ihre Geschichte zu erzählen – und zwar unabhängig von den zuvor entstandenen Ideen des Therapeuten. Der Therapeut schließt sich der sich natürlich entfaltenden Erzählung der Klienten durch aufrichtiges Bemühen an, um mit grenzenloser Neugier die Bedeutungen des Klienten zu verstehen und kennenzulernen. Das Ziel dieses therapeutischen Kontexts ist nicht das Entdecken von Wissen, sondern die Erzeugung eines dialogischen Konversationsprozesses. Im Verlauf dieses Prozesses entwickeln sich neue Bedeutung und Verstehen wechselseitig, und diese werden immer begrenzt durch die lokal verhandelten Regeln der Bedeutung. Der Text kann online hier gelesen werden…

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