systemagazin

Online-Journal für systemische Entwicklungen

14. Mai 2026
von Tom Levold
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Ein Plädoyer für intellektuelle Vielfalt und agonalen Streit

Maria-Sibylla Lotter, Philosophieprofessorin der Ruhr-Universität Bochum, stellte in der Zeitschrift Forschung & Lehre 10/2024 die Frage „Ist der freie wissenschaftliche Diskurs in Gefahr?“ Der Text, der hier auch online frei lesbar ist, diagnostiziert eine zunehmende Gefährdung des freien wissenschaftlichen Diskurses durch moralisch-ideologische Erwartungen, mediale Dynamiken und innerakademische Konformitätszwänge – und argumentiert, dass Gerechtigkeitsanliegen ohne Vorrang der Wahrheitssuche selbst geschwächt werden. Diese Problemanzeige lässt sich relativ unmittelbar auf ideologische Tendenzen im systemischen Diskurs übertragen, in dem ähnliche Mechanismen von Moralismus, Sprachpolitik und Schweigespirale zu beobachten sind. Weiterlesen

12. Mai 2026
von Tom Levold
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Paradoxien als ein Zugang zu systemischer Therapie

Florian Koschitz hat 2018 einen Beitrag mit dem Titel „Ich will so bleiben, wie ich bin – nur anders! Paradoxien als ein Zugang zu systemischer Therapie“ veröffentlicht – eine systematische Perspektive auf Paradoxien als therapeutisches Erkennungs- und Interventionsinstrument. Seine zentrale These lautet, dass sich viele therapeutische Anliegen als innere Widersprüche oder Paradoxien beschreiben lassen, deren Erkennen den Weg zur Veränderung eröffnet. Weiterlesen

6. Mai 2026
von Tom Levold
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Erkenntnis und andere Merkwürdigkeiten – Wo ist Dell geblieben?

2020 ist in der Zeitschrift systeme ein Essay von Wolfgang Loth über Paul Dell und seinen Beitrag zur Entwicklung des systemischen Diskurses in den 1980er Jahren erschienen. Dieser Text ist weit mehr als eine Buchbesprechung. Er rekonstruiert detailliert die Rezeptionsgeschichte von Paul F. Dells 1986 erschienenen Buches „Klinische Erkenntnis” und dessen weitere konzeptuelle Entwicklung. Weiterlesen

2. Mai 2026
von Tom Levold
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Tom Andersen zum 90. Geburtstag

Heute würde Tom Andersen, der am 15.5.2007 im Alter von 70 Jahren tödlich verunglückt ist, 90 Jahre alt. Eine Gelegenheit, an ihn zu erinnern. Sein Konzept des reflecting Teams inspiriert auch heute noch die klinische Arbeit vieler Therapeuten. Ein Artikel von Anna Sidis und Kollegen von der University of Wollongong in Australien zeigt, wie lebendig sein Denken in der dialogischen Praxis geblieben ist.
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