In meiner Vorstellung von Heft 3/2026 der Familiendynamik wies ich darauf hin, dass ein kritischer Beitrag von Stefan Beher über die Politisierung der Psychotherapie, der sich auf das Rassismus-Heft 1/24 der Familiendynamik bezog, von den Herausgebern erst nach über zwei Jahren veröffentlicht hat, begleitet von einem ungewöhnlichen, distanzierenden Hinweis vor seinem Text. Ihm zur Seite gestellt wurde ein Artikel, in dem der Kritik an diskrimierungskritischen Ansätzen Mythenbildung unterstellt wurde. Im Editorial dieses Heftes wurde darauf hingewiesen, dass die Veröffentlichung der beiden Texte ein „Zwischenschritt in einem Diskurs [sei], der in Zeiten eskalierender Debatten (Migration, Geschlechter, Klima, Krieg…) so nötig ist wie selten zuvor. Wir halten diesen Raum bewusst offen, auch wenn die darin geäußerten Meinungen nicht mit denen des Herausgeber:innenteams identisch sind“. Die Veröffentlichung einer kurzen Replik von Stefan Beher auf den Mythologievorwurf wurde von der Familiendynamik dann aber abgelehnt und ist nun hier im systemagazin zu lesen, ebenso wie ein Text über seine Sicht auf die Hintergründe dieser Auseinandersetzung. Von einem offen gehaltenen Diskursraum, der „so nötig ist wie selten zuvor“ kann aktuell offenbar nicht mehr die Rede sein. Weiterlesen
18. Oktober 2026
von Tom Levold
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