
Vor 15 Jahren erschien Peter Fuchs‘ Buch über die Verwaltung der vagen Dinge, eine systemtheoretische Reflexion über die Besonderheit der Psychotherapie. Eine entscheidende These von Fuchs ist die Abgrenzung der Psychotherapie von der Medizin, die in erster Linie mit codierten bzw. codierbaren Problemen zu tun habe (was sich dann in Klassifikationen wie etwa dem ICD niederschlägt, wogegen sich Psychotherapie auf Unschärfeprobleme bezieht, Unschärfeprobleme an, auf die sich dann die Psychotherapie bezieht, indem sie nichtcodierte und nichtcodierbare Probleme nicht codifiziert, sondern gelten lässt: durch Strategien, die zu viablen Identitätskonzepten führen, innerhalb deren es möglich wird, mit Unschärfen zu leben. Dieses Buch wurde veröffentlicht, lange bevor die Systemische Therapie als Kassenleistung anerkannt und damit auch gezwungen wurde, ICD-Codierungen zu benutzen. Die Grundfrage nach dem Sinn solcher Diagnostik und der Bedeutung von Psychotherapie in einem medikalisierten System ist nach wie vor aktuell. Aus diesem Grund erscheint hier ein ausführlicher (und durchaus kritischer) Rezensionsessay von Wolfgang Loth, den dieser zum Erscheinen des Buches 2011 in der Zeitschrift für systemische Therapie und Beratung veröffentlicht hat.
Weiterlesen →




