systemagazin

Online-Journal für systemische Entwicklungen

22. Oktober 2026
von Tom Levold
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Nur die Woche fragt sich, wie die Woche war

David Warzecha, Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut i.A. an der Akademie für systemische Therapie in Dortmund und gegenwärtig in einer Beratungsstelle für Einzel-, Paar-, und Familienberatung tätig, setzt sich in einem Beitrag für systemagazin mit der im kassenfinanzierten Psychotherapiesystem oft unhinterfragten Vorherrschaft des wöchentlichen Therapierhythmus auseinander. Ausgehend von seinen Erfahrungen in der psychotherapeutischen Ambulanz zeigt er, wie institutionelle Vorgaben, Ausbildungslogiken, Abrechnungssysteme und Erwartungen von Klienten ein Setting nahelegen können, das systemischer Neugier und gezielter Irritation nicht immer förderlich ist. Weiterlesen →

18. Oktober 2026
von Tom Levold
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Offener Diskursraum?

In meiner Vorstellung von Heft 3/2026 der Familiendynamik wies ich darauf hin, dass ein kritischer Beitrag von Stefan Beher über die Politisierung der Psychotherapie, der sich auf das Rassismus-Heft 1/24 der Familiendynamik bezog, von den Herausgebern erst nach über zwei Jahren veröffentlicht hat, begleitet von einem ungewöhnlichen, distanzierenden Hinweis vor seinem Text. Ihm zur Seite gestellt wurde ein Artikel, in dem der Kritik an diskrimierungskritischen Ansätzen Mythenbildung unterstellt wurde. Im Editorial dieses Heftes wurde darauf hingewiesen, dass die Veröffentlichung der beiden Texte ein „Zwischenschritt in einem Diskurs [sei], der in Zeiten eskalierender Debatten (Migration, Geschlechter, Klima, Krieg…) so nötig ist wie selten zuvor. Wir halten diesen Raum bewusst offen, auch wenn die darin geäußerten Meinungen nicht mit denen des Herausgeber:innenteams identisch sind“. Die Veröffentlichung einer kurzen Replik von Stefan Beher auf den Mythologievorwurf wurde von der Familiendynamik dann aber abgelehnt und ist nun hier im systemagazin zu lesen, ebenso wie ein Text über seine Sicht auf die Hintergründe dieser Auseinandersetzung. Von einem offen gehaltenen Diskursraum, der „so nötig ist wie selten zuvor“ kann aktuell offenbar nicht mehr die Rede sein. Weiterlesen →

15. Oktober 2026
von Tom Levold
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Kritik der Macht und Reflexion der Machtkritik. Zum 100. Geburtstag Michel Foucaults

Am 15. Oktober 1926 wurde Paul Michel Foucault geboren. Sein 100. Geburtstag ist ein Anlass, an einen Autor zu erinnern, auf den sich der gegenwärtige systemische Diskurs gern als Gewährsmann einer „machtkritischen“ Haltung beruft. Das ist verständlich: Foucault hat die Aufmerksamkeit für die subtilen Wirkungen institutioneller Ordnungen, wissenschaftlicher Wahrheitsansprüche, normierender Sprache und professioneller Praktiken entscheidend geschärft. Sein Werk wäre allerdings missverstanden, wenn man ihn auf die Rolle eines bloßen Kritikers repressiver Macht reduzieren würde. Weiterlesen →

13. Oktober 2026
von Tom Levold
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Salvador Minuchin und die strukturelle Familientherapie

Heute vor 105 Jahren wurde Salvador Minuchin (13.10.1921-30.10.2017) in San Salvador, Argentinien, geboren. Ein Anlass, auf seine Bedeutung für die Entwicklung der Familientherapie hinzuweisen. Er gehörte zu den prägenden Begründern des strukturellen Ansatzes der Familientherapie. Weiterlesen →

4. Oktober 2026
von Tom Levold
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Diagnoseninflation

Unter dem Titel „Faktoren der Diagnoseninflation“ legt Holger Richter einen ebenso kritischen wie lesenswerten Beitrag zur gegenwärtigen Ausweitung psychiatrischer Diagnosen vor. Er knüpft an den Befund an, dass die psychotherapeutische und psychiatrische Versorgung noch nie so dicht, zugänglich und entstigmatisiert gewesen ist wie heute – und gleichzeitig diagnostische Codierungen noch nie so stark angestiegen sind. In Deutschland erhielten 2023 nach den von Richter angeführten Daten 40,4 Prozent der gesetzlich versicherten Erwachsenen mindestens eine F-Diagnose aus der ICD; um das Jahr 2000 lag der entsprechende Anteil bei ungefähr 20 Prozent. Zugleich hat sich die Zahl niedergelassener Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten erheblich erhöht. Weiterlesen →