systemagazin

Online-Journal für systemische Entwicklungen

24. November 2011
von Tom Levold
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Guttenberg: Einspruch gegen Verfahrenseinstellung

Der ehemalige Bundesminister Freiherr Karl-Theodor zu Guttenberg hat in einer Erklärung, die systemagazin exklusiv vorliegt, Einspruch gegen die Einstellung des Plagiat-Strafverfahrens gegen ihn durch die Staatsanwaltschaft in Hof eingelegt.„Als Mitglied des deutschen Hochadels und der politischen Elite dieses Landes bin ich mir meiner Verantwortung für den Schaden voll bewusst, den ich dem Ansehen der Politik in Deutschland durch mein Verhalten zugefügt habe. Ich habe von Anfang an erklärt, dass ich auf einer vollständigen Aufklärung aller Tatbestände bestehe und meinen Teil dazu beitrage. Dabei fühle ich mich durch die Aktion der Staatsanwaltschaft nun gehindert. Ich bin bereit, für mein Handeln einzustehen und die angemessenen strafrechtlichen Konsequenzen zu tragen“, heißt es in dem Schreiben. Zur geringen Höhe der Geldbuße erklärt Guttenberg, dass in Anbetracht seiner finanziellen Verhältnisse 20.000 € natürlich eine völlig inakzeptable Summe und für die meisten Bürger nicht nachvollziehbar seien. Zudem hätte er zumindest eine Gleichbehandlung mit niedriger stehenden Personen erwartet, die das gleiche Delikt wie er begangen haben, aber für ihre Verhältnisse viel härter bestraft worden seinen als er selbst. Der Text des distinguished statesman schließt mit den Worten:„Ich bin mir meiner Vorbildfunktion in der Gesellschaft voll bewusst und werde nicht eher ruhen, als bis diese Angelegenheit endgültig geklärt ist. Das ist schließlich eine Frage der Ehre“. Auf Anfrage war seitens der Staatsanwaltschaft in Hof bislang noch keine Stellungnahme zu erhalten.

23. November 2011
von Tom Levold
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Der Realitätenkellner

In der aktuellen Ausgabe des Coaching-Magazins findet sich ein interessanter Auszug aus einem Interview mit Gunther Schmidt (Foto: www.meihei.de), Volkswirtschaftler und Arzt, Begründer des Hypnosystemischen Ansatzes, Mitbegründer der Internationalen Gesellschaft für Systemische Therapie (IGST) sowie des Helm-Stierlin-Instituts sowie des DBVC. Er ist Ärztlicher Direktor der SysTelios-Privatklinik für psychosomatische Gesundheitsentwicklung in Siedelsbrunn und Leiter des Milton-Erickson-Instituts in Heidelberg. Die Motive zur Gründung einer Klinik beschreibt er so:„Zum Beispiel mit den Kliniken. Davon hatte ich ja etliche beraten. Wenn dort Kollegen so arbeiten wollten wie ich, hatten sie augenblicklich ein Problem: Die Klinikstrukturen haben das schlicht behindert. [Beton! … ] Im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht nur von den Konzepten her, sondern auch vonseiten der Klinikhierarchie. So wurde mir immer deutlicher, und das wurde dann die Initialzündung zur Klinikgründung: Ich kann im klinischen Rahmen überhaupt nicht mit Leuten achtungsvoll arbeiten, wenn die Therapeuten nicht genauso behandelt werden. Sie müssen also in einer Organisationskultur leben können, in der man genauso achtungsvoll und ihre Kompetenz würdigend mit ihnen umgeht“ Was für ein einfacher Gedanke – und wie selten wird er realisiert!
Zum vollständigen Text geht es hier…
 

22. November 2011
von Tom Levold
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Luhmann und die akteurlose Kommunikation

Luhmanns Konzept von der Kommunikation, die kommuniziert (das als Alternative zur Auffassung ins Spiel gebracht wird, dass Menschen oder auch: psychische Systeme kommunizieren), ist Gegenstand vieler und z.T. heftiger sozialtheoretischer Diskussionen. Rainer Greshoff, Sozialwissenschaftler an der Universität Oldenburg, versucht in einem Text von 2008, der in der Zeitschrift für Soziologie erschienen ist, herauszuarbeiten, dass Luhmann diese Denkfigur selbst nicht durchhalten kann:„Gegenstand der Arbeit ist die spätere Sozialtheorie Niklas Luhmanns. Die Untersuchung ihrer Grundlagen führt zu dem Ergebnis, dass ihr Anspruch, in Abgrenzung zu methodologisch-individualistisch fundierten Ansätzen eine radikal verschiedene Theorie entwickelt zu haben, so nicht haltbar ist. Anhand der Analyse von Luhmanns Kommunikations- und Sozialsystemkonzept, des dafür zentralen Begriffes der Selektion sowie seines Konzeptes von sozialsystemischer Dynamik, wird auf eine weitgehend Luhmann-immanente Weise dargelegt, dass zentrale Argumentationsfiguren wie „das soziale System stellt her, beobachtet“ usw. suggestive Kompaktformeln darstellen, die nur in einem übertragenen Sinne anzuwenden sind. Es wird aufgeschlüsselt, warum soziale Systeme als eigenständige Entitäten keine Fähigkeit zur Selektionsproduktion haben. Daraus resultiert, dass soziale und psychische Systeme nicht in der Weise zu trennen sind, wie Luhmann es annimmt. Eine knappe Anknüpfung an Konzepte methodologisch-individualistisch fundierter Sozialtheorien skizziert abschließend, welche Nachteile mit Luhmanns Ansatz für die Erklärung von sozialen Systemen verbunden sind“ Der Artikel ist aufschlussreich, aber keineswegs eine leichte Lektüre.
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20. November 2011
von Tom Levold
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Respekt in der Familie

In der Wiley Online Library ist für beschränkte Zeit ein Artikel von Susan S. Hendrick, Clyde Hendrick & Erin M. Logue zu lesen, der 2010 im Journal of Family Theory and Review zum Thema Respekt erschienen ist:„Respect is an important construct that plays a major role in interpersonal relations at the dyadic, family, and group levels. We review the multiple definitions of respect and build a model of respect. On the basis of general developmental family theory, we discuss respect in dyadic romantic relationships and in the family. Cultural aspects of respect are presented, and the article concludes with a proposed agenda for future research on respect in the family“
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17. November 2011
von Tom Levold
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The Divided Brain