systemagazin

Online-Journal für systemische Entwicklungen

20. Januar 2012
von Tom Levold
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Bindung im Kindesalter. Diagnostik und Interventionen

Henri Julius, Barbara Gasteiger-Klicpera und Rüdiger Kißgen haben 2009 im Hogrefe-Verlag einen Sammelband mit konzeptuellen, diagnostischen und therapeutisch-pädagogischen Texten zum Thema Bindung im Kindesalter herausgegeben, den Kai Brüggemann rezensiert hat. Er schreibt:„Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die einführenden Kapitel im Abschnitt „Grundlagen“ es einer großen Leserschaft ermöglichen, sich mit der Bindungstheorie vertraut zu machen. Für Praktikerinnen und Praktiker aus den Bereichen der frühen Kindheit bis hin zum Jugendalter stellen die Längsschnittbefunde sowie die Darstellungen zu desorganisierten Bindungsmodellen eine wichtige Orientierung dar. Das inzwischen breiter gewordene Spektrum an Verfahren zur Bindungsdiagnostik wird im Abschnitt „Diagnostik“ differenziert dargestellt. Insbesondere die Beiträge im Abschnitt „Interventionen“ vermitteln ein reichhaltiges klinisches und pädagogisches Anwendungswissen in den jeweiligen Praxisfeldern der Jugendhilfe und der Förderpädagogik. Somit kommen die Autorinnen und Autoren dem Ziel des Buches, „die praktische Bedeutung von Bowlbys Bindungstheorie aufzuzeigen“, in sehr gelungener Weise nach“
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19. Januar 2012
von Tom Levold
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Psychologische und therapeutische Arbeit mit Menschen zwischen Krise und Trauma

Im Online-„Journal für Psychologie“ ist die Ausgabe 3 (2011) dem Thema Trauma gewidmet. Verantwortlich für diese Ausgabe zeichnen Andrea Birbaumer und Theresia Gabriel, die in ihrem Editorial vermerken:„Trauma und Traumatisierung haben als Begriffe Eingang in die Umgangssprache gefunden. Betroffene finden heute ein – diese gesellschaftliche Akzeptanz widerspiegelnd- breites, oft nicht nur für KlientInnen unüberschaubares Behandlungs- und Therapie-Angebot vor. Dennoch werden immer noch zu viele Betroffene in ihrer Traumatisierung nicht erkannt und/oder nicht adäquat behandelt. Wie jede Diagnostik birgt diese auch im Fall einer Traumatisierung nicht nur die Chance auf passende hilfreiche Angebote sondern auch individualisierende Stigmatisierung, Genesung absprechende Etikettierung, Ressourcen aus dem Blick verlierende Viktimisierung und eventuell sogar Retraumatisierung. Nicht alle Personen, die ein sogenanntes traumatisches Ereignis erleben, erleiden eine Traumatisierung. Gleichzeitig können verschiedenste Belastungen bzw. Krisen für Betroffene traumatisierend wirken. Die Genese von Traumen spielt in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle, ebenso die Diagnose, ob es sich um eine Akutbelastung, eine einmalige Traumatisierung oder mehrere voneinander unabhängige Hochstress-Erfahrungen, sequenzielle Traumatisierung mit Beginn in der Kindheit oder später oder eine Chronifizierung von Folgeerkrankungen nach Traumatisierung handelt“. Die 16 Beiträge des Journals befassen sich unter anderem mit„Erklärungsmodellen zur Entstehung und Aufrechterhaltung der Posttraumatischen Belastungsstörung“,„Trauma und posttraumatische Belastungsstörung unter kulturtheoretischer Betrachtung“,„Reflexionen zu Traumatisierungen und ihren Kontexten“,„Traumatherapie zwischen Widerstand und Anpassung“,„Gesundheitspsychologische Aspekte von Krisen und Traumatisierungen am Beispiel Jugendlicher am Rande der Gesellschaft“,„Krisenintervention“,„Entlastungsgesprächen unter KollegInnen nach kritischen Ereignissen“ u.a.
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18. Januar 2012
von Tom Levold
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„Anfälle“

An der Schnittstelle zwischen Neurologie und Psychotherapie bewegt sich das Themenheft 4/2011 der Zeitschrift„Psychotherapie im Dialog“, diesmal inhaltlich verantwortet von Michael Brünger vom Pfalzklinikum für Psychiatrie und Neurologie und Michael Broda. Es geht um das Thema„Anfälle“, also Epilepsie, dissoziative Anfälle und die damit verbundenen medizinischen, psychotherapeutischen und rehabilitativen Fragestellungen. Damit auch die Leserschaft nicht anfallfrei bleibt, gibt es auch in dieser Ausgabe wieder zwei vom Printartikel abgeschnittene Literaturverzeichnisse nur im Internet herunterzuladen, natürlich ohne Hinweis auf den dazugehörigen Artikel, dafür mit aussagekräftigen Titeln wie„literatur805.pdf“. Am besten ausdrucken und ins Heft kleben!
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17. Januar 2012
von Tom Levold
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Interview mit Nora Bateson

Im „Ecologist“ hat Rachel Fleming ein interessantes Interview mit der Filmemacherin Nora Bateson geführt, das am 11.1.2012 anlässlich einer Aufführung ihres außerordentlich erfolreichen Films „An Ecology of Mind“ über ihren Vater Gregory Bateson online erschienen ist. Im Interview geht es unter anderem um die Frage, was wohl Bateson zur heutigen Situation auf der Welt gesagt hätte. Nora Bateson: „The double bind has been categorised as a theory pertaining to psychology. But in fact it’s an evolutionary theory. The double bind we are in is one in which to feed our children and survive from day to day, we are taking part in socio-economic systems that are eliminating the long-term survival of ourselves and our children. We are stuck either way. We are in a feedback loop. The way to get out is first of all by recognising it. It’s still only a pattern. If you can see it you can start to get some leverage. The kind of leverage we need to be working towards is creative improvisation to start thinking in new ways. We have an opportunity to do that – as the days go by, the stakes get higher. I think he would say that the first thing to do is to stop seeing these issues as separate problems. They are all the same problem. Ecologists don’t want to talk about culture and communications for example. The expanse of the conversation we need to have, the complexity of it all, seems huge. How can we even begin to learn each other’s rhetoric? But the fact is that linearity, which we have at the moment, is so much more complicated. In film-making terms, because that’s what I do, I would say that the choice we currently have is to zoom in or zoom out.“
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16. Januar 2012
von Tom Levold
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Selbstorganisation von Wissenschaft

„Wissenschaft ist in ihren verschiedenen Ausprägungen ein sich selbst organisierendes System: Sowohl die Entwicklung zu Einzelwissenschaften als auch der Wissenschaftsbetrieb als solcher beruhen auf Selbstorganisationsprozessen und entwickeln Eigendynamiken. Diese sind in entsprechenden Musterbildungsprozessen erkennbar. Sie sollen auf der Tagung aus dem Blickwinkel einzelner Akteure des Wissenschaftsbetriebs und aus der Perspektive verschiedener Wissenschaftstraditionen historisch und systematisch betrachtet und analysiert werden“. Unter dieser Programmatik stand die 16. Herbstakademie, die im Oktober 2010 von Ewald Johannes Brunner, Karsten Kenklies und Wolfgang Tschacher an der Universität Jena ausgerichtet wurde und in der mittlerweile eindrucksvollen Tradition vieler Herbstakademien steht, die sich mit dem Thema der Selbstorganisation befassen. Claudia Bergomi, Psychologin und wissenschaftliche Assistentin an der Abteilung für Psychotherapie der Universität Bern, hat den von den Veranstaltern bei IKS Garamond herausgegebenen Tagungsband für systemagazin ausführlich rezensiert. Ihr Resüme:„Den Herausgebern gelingt es, in dem Buch interessante und vielfältige Beiträge zu der Frage zu vereinen, wie die Selbstorganisationstheorie und die Strukturwissenschaften (Mathematik, Systemtheorie, Kybernetik) bei der Beschreibung des Phänomens „Wissenschaft“ angewandt werden können: Wie können Dynamiken in den Geistes- und den Naturwissenschaften beschrieben werden? Lässt sich, so die Hoffnung vieler der Autoren, eine Brücke zwischen diesen beiden Hauptströmungen in den Wissenschaften schlagen? Einerseits wird die Möglichkeit einer solchen Brücke zwischen Geistes- und Naturwissenschaften durch die Buchbeiträge deutlich spürbar, andererseits lassen diese zwei grundsätzlich unterschiedliche Haupttendenzen erkennen, die den zwei Hauptdisziplinen entsprechen: Manche Autoren stützen ihre Arbeit hauptsächlich auf die Luhmannsche Systemtheorie, andere hingegen auf die Synergetik. Insgesamt bietet das Buch durch Beiträge national und international renommierter Wissenschaftler eine spannende Auseinandersetzung mit dem Thema, wie systemtheoretische Ansätze für die Beschreibung und Erläuterung des Systems Wissenschaft von Nutzen sein können“
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15. Januar 2012
von Tom Levold
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Paolo Bertrando im Interview mit Mark Rivett