systemagazin

Online-Journal für systemische Entwicklungen

8. Februar 2012
von Tom Levold
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Wulff will auch Wahlkampf in Frankreich machen

Bundespräsident Christian Wulff hat auf einer Pressekonferenz in Schloss Bellevue am gestrigen Abend zum gemeinsamen Wahlkampf von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy (Image by א (Aleph), http://commons.wikimedia.org) Stellung bezogen. Er freue sich darüber, dass Präsident Sarkozy nun permanent das Wort Allemagne im Munde führe. Allerdings scheine das Staatsoberhaupt Frankreichs nicht zu wissen, dass Frau Merkel nur den zweitwichtigsten Posten im Lande innehabe.„Es wäre passender gewesen, wenn der französische Präsident vertrauensvoll auf mich als Staatsoberhaupt Deutschlands zugekommen wäre. Ich bin aber immer noch jederzeit bereit, ihn – von Präsident zu Präsident – im Wahlkampf zu unterstützen. Es ist schließlich keine Schande, prominente Freunde zu haben“, äußerte Wulff wörtlich. Außerdem ließ er durchblicken, dass es zwischen ihm und seinem französischen Kollegen viel mehr Gemeinsamkeiten gäbe als zwischen Sarkozy und der Bundeskanzlerin.„Wir machen beide gerne Urlaub mit guten Freunden und können uns auch in diesen rauhen Zeiten immer noch über jede noch so kleine finanzielle Unterstützung freuen, von wem auch immer sie kommen mag. Darüber hinaus liegt uns in Zeiten der allgemeinen Arbeitsplatzvernichtung außerordentlich viel daran, unseren Arbeitsplatz um jeden Preis zu erhalten“, betonte Wulff vor der Presse. Außerdem sei beiden gemeinsam, dass es niemanden gäbe, der ihnen irgendeine Form von Größe attestiere – das könne den Schulterschluss nur stärken. Einen gemeinsamen Auftritt mit Angela Merkel in Frankreich schloss Wulff aber aus. Auf die Frage, ob er einen Wahlkampf in Frankreich mit der Würde seines Amtes vereinbaren könnte, antwortete er: „Wenn der Präsident Frankreichs mich rufen Würde, Würde ich natürlich sofort kommen“.

7. Februar 2012
von Tom Levold
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ZSTB 1/2012

Das neue Heft der Zeitschrift für Systemische Therapie und Beratung zum Jahresbeginn enthält ein längeres lohnenswertes (email)-Interview, das Wolfgang Loth mit Jürgen Hargens über die Anfänge der Zeitschrift in den frühen 80er Jahren geführt hat. So einfach konnte man damals etwas ganz Neues in die Welt setzen! Harlene Anderson steuert einen Beitrag über„Therapeutische Konversation als generative Dialoge“ und Thomas Friedrich-Hett über„Präsente dialogische Sensibilität – Grundhaltung und Beziehungsgestaltung in der Arbeit mit älteren Menschen“ bei.
Alle abstracts finden Sie hier… 

6. Februar 2012
von Tom Levold
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Is there a real you?

5. Februar 2012
von Tom Levold
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Do Antidepressants Cure or Create Abnormal Brain States?

Joanna Moncrieff ist senior lecturer in Psychiatry am University College in London, David Cohen ist Professor an der School of Social Work am College of Health and Urban Affairs an der Florida International University in Miami. Gemeinsam haben sie für PLOS Medicine einen interessanten Artikel geschrieben, der sich mit der pharmakologischen Behandlung von Depression beschäftigt. Das Standard-Modell der gegenwärtigen pharmakologischen Behandlung von Depression geht davon aus, dass es sich dabei um eine Störung eines biochemischen Gleichgewichtes handelt, das durch die Gabe von Anti-Depressiva wieder ausgeglichen wird. Allerdings fallen die Forschungsergebnisse, die eine solche„desease-centred“ Hypothese stützen, eher bescheiden aus. Als Alternative schlagen die Autoren ein “drug-centred” Modell vor, das davon ausgeht, das psychotrope Medikamente biochemische Zustände im Körper erzeugt, die u.U., sozusagen als Nebenwirkungen auch Erleichterung bei spezifischen Symptomen verschafft. Medikamenteninduzierte Effekte von Antidepressiva variieren deutlich in Abhängigkeit von ihrer chemischen Klassifizierung – von Sedierung und kognitiver Beeinträchtigung über milde Stimulation bis hin zu gelegentlicher offener Agitation. Die Ergebnisse klinischer Versuche können den Autoren zufolge als medikamenteninduzierte Effekte verstanden werden. Es gibt wenig Hinweise darauf, dass Anti-Depressiva oder andere Medikamente in der Lage sind, eine dauerhafte Stimmungsverbesserung oder andere gewünschte Effekte bei der Behandlung von Depression zu erzielen.
Auf folgender Seite kann der Originalartikel heruntergeladen werden…

4. Februar 2012
von Tom Levold
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Systemische Forschung: Ein Qartett

Auf der Systemischen Forschungstagung im Frühjahr 2010 gab es eine interessante Abendveranstaltung mit Jürgen Kriz und Dirk Baecker, die sehr unterschiedliche Ansichten über systemische Forschung dargelegt und – unter der Moderation von Jochen Schweitzer und Matthias Ochs – diskutiert haben. Leider war die Veranstaltung nur sehr kurz, da Dirk Baecker noch einen Zug erreichen wollte, die Vorträge und Diskussionen sind aber dankenswerterweise auf Video aufgezeichnet worden und auf der Forschungsplattform systemisch-forschen.de anzuschauen. Wer also ein bisschen Zeit hat, kann die Videos
hier sehen…

3. Februar 2012
von Tom Levold
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Kreativität

Im neuen Jahr findet in Heidelberg ein Kongress zum Thema„Wie kommt neues in die Welt“ statt, organisiert u.a. von den Herausgebern der Familiendynamik unter der wissenschaftlichen Leitung von Hans Rudi Fischer. Das erste Heft der Familiendynamik in diesem Jahrgang ist passenderweise dem Thema„Kreativität“ gewidmet, unter den Blickwinkeln der Liebe, der Sehnsucht und der Psychotherapie. Autoren sind u.a. Robert J. Sternberg, Rainer Holm-Hadulla, Wolfgang Hantel-Quitmann und Francesca Rigotti. Einen weiteren Text zum„Verstummen der Stimmen zur Nazizeit“ steuert Helm Stierlin bei. Wie immer sind auch diesmal alle abstracts und bibliographischen Angaben im systemagazin zu finden,
und zwar hier…     

2. Februar 2012
von Tom Levold
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Karin Bongers (23.10.1954-23.1.2012)

Die DGSF trauert um Karin Bongers, die am Sonntag, 23. Januar gestorben ist. Sie war DGSF-Mitglied von Anfang an und schon beim Vorgängerverband DFS im Vorstand maßgeblich an der Fusion von DAF und DFS beteiligt. In der DGSF hatte Karin Bongers maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der ersten DGSF-Weiterbildungsrichtlinien im Fort- und Weiterbildungsausschuss und jahrelang prägte sie als Gründerin und Sprecherin der Fachgruppe Supervision die Positionierung der DGSF in diesem Bereich. Nachrufe einiger ihrer KollegInnen und Weggefährten sind hier zu lesen. systemagazin stellt zum Gedenken einen Artikel von ihr in die Systemische Bibliothek, den sie 2001 mit Ingelore Maxeiner im Kontext veröffentlicht hat:„Das Szenarien-Modell – Eine Variante aufsuchender Familienarbeit“.
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30. Januar 2012
von Tom Levold
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Interview mit Gunther Schmidt: Wer nur Schemata runter schrubbt, kommt nicht in Kontakt mit einzigartigen Menschen

Seit kurzem ist die Ausgabe 4/2011 des Coaching-Magazins auch online verfügbar. In dieser Ausgabe ist aus der systemischen Ecke neben einem Beitrag von Walter Schwertl über das Erstgespräch im Coaching ein längeres Interview mit Gunther Schmidt zu lesen. Im Einleitungstext heißt es:„Wie kaum ein anderer hat er die Coaching-Szene inspiriert: Er hat nicht nur das Systemische und das Hypnotherapeutische verbunden zu einem eigenen Ansatz. Seit Jahren wirkt er auch als Mentor für Kollegen und als Stichwortgeber auf Kongressen. Dabei wandelt er zwischen den Welten: Ärztlicher Direktor einer Klinik, Business-Coach und experimentierfreudiger Praktiker, der sich nicht zu schade ist, sich immer wieder neu zu beweisen und infrage stellen zu lassen“
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29. Januar 2012
von Tom Levold
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Konfliktdynamik

„Konflikte und ihre Dynamik sind eine eigene Zeitschrift wert. Denn das Verständnis von und der Umgang mit Konflikten ist für viele Berufe und gesellschaftliche Funktionen wesentlich“, konstatiert Bernd Schmid, Transaktionsanalytiker und systemisches Beratungs-Urgestein in seinem Beitrag„Konflikt – Ein Kulturthema“ für das erste Heft der neuen Zeitschrift„Konfliktdynamik„, die im Klett-Cotta-Verlag ab sofort viermal im Jahr erscheint. Dieser Aussage kann man nur zustimmen, denn in einer Zeit ständig zunehmender Komplexität und wachsender Veränderungsgeschwindigkeit ist die Zunahme von Konflikten in allen möglichen Bereichen, von der Zweierbeziehung bis zu globalen Konfliktkonstellationen nicht nur erwartbar, sondern auch zu beobachten. Trotz aller fundamentalistischer Bestrebungen lassen sich Konfliktsituationen angesichts einer zunehmend unübersichtlichen politischen, sozialen und ökologischen Situation nicht mehr auf einfache Grundwahrheiten zurückführen: die Beobachtung von Konflikten ebenso wie ihre Steuerung und Beratung erfordert hinreichende Eigenkomplexität und vor allem kommunikative Kompetenz, die leider – wie man täglich feststellen kann – nicht immer vorausgesetzt werden kann. Insofern stellt die neue Zeitschrift ein interessantes Projekt für alle BeraterInnen, MediatorInnen, SupervisorInnen und Coaches dar, die in und mit Organisationen arbeiten, dar. Herausgeber der Zeitschrift ist der Politologe Markus Troja, der nach seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Projekten der Deutschen Forschungsgemeinschaft zu demokratietheoretischen Fragen bei Umweltkonflikten seit 1997 selbständig Mediator und Ausbilder für Mediation (BM) sowie als Systemischer Coach und Teamentwickler (ISB) tätig ist. Im Beirat sind mit Hans Rudi Fischer, Arist von Schlippe, Bernd Schmid und Joseph Rieforth auch prominente Systemiker vertreten. systemagazin wird regelmäßig auf die Neuausgaben aufmerksam machen und führt die bibliografischen Daten der Zeitschrift ab sofort auch in seinem Zeitschriftenarchiv. Das aktuelle Heft umfasst eine Reihe unterschiedlicher Themen vom Teamgespräch bis zur internationalen Friedensmediation.
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28. Januar 2012
von Tom Levold
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RELATIONAL ETHICS AMONG COUPLES IN THERAPY

Heute vor fünf Jahren ist Ivan Boszormenyi-Nagy (Foto: EFTA-Tagung 2003 in Hamburg), Begründer des kontextuellen Ansatzes in der Familientherapie, im Alter von 86 Jahren gestorben. Rashmi Gangamma, Mitarbeiter an der Ohio State Couple and Family Therapy Clinic hat sich auf der Grundlage dieses Ansatzes in seiner Dissertation die Frage untersucht, inwiefern beziehungsethische Fragen in der Paartherapie angesprochen werden sollten:„Relational ethics is one of the four dimensions in the contextual approach to therapy. Though its concepts have been widely endorsed (Goldenthal, 1996), very little research exists on its influence on relationship variables. The aim of this study was to explore the impact of relational ethics on relationship satisfaction among couples in therapy. A time-series design was adopted and data were collected at intake and end of each session until session six. A total of 39 heterosexual couples from The Ohio State University’s Couple and Family Therapy clinic were included in the sample. At the end of six sessions, a total of eleven couples remained. Results showed a positive correlation between relational ethics and relationship satisfaction at baseline for both male and female partners. Multilevel Linear Modeling (MLM) using HLM6 showed significant variance in relationship satisfaction at baseline and over time within and between couples. At baseline, female partners’ perception of unfairness in both horizontal and vertical relationships, and male partners’ perception of unfairness in horizontal relationship emerged as significant predictors of lower relationship satisfaction among couples and between partners. Significant variance was also noted in relationship satisfaction over time between and within couples. While the baseline predictors also explained variance between couples, there was a difference in the predictors of within-couple variance. Here female partners’ perception of unfairness was indicative of lower relationship satisfaction in both partners, and perception of unfairness among male partners was indicative of higher relationship satisfaction levels among female partners across time points. Longer duration of relationship emerged as a predictor of lower relationship satisfaction among couples at baseline and a slower rate of change in satisfaction levels over time. While more research is needed to provide a more comprehensive picture of the complex nature of these relationships, results provide empirical evidence for addressing relational ethics in couples therapy“
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27. Januar 2012
von Tom Levold
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Mythos Mobbing? Systemische Ansätze in der Beratung von Mobbingbetroffenen

In seiner Abschlussarbeit als Systemischer Therapeut am Hamburgischen Institut für systemische Weiterbildung (HISW) hat sich Andre Kleuter mit dem Phänomen Mobbing auseinandergesetzt. Die Arbeit ist online zu lesen. Darin plädiert er für einen wohlbedachten Umgang mit dem Begriff Mobbing, der heute nicht selten inflationär eingesetzt wird:„Der Begriff impliziert einen monokausalen Wirkzusammenhang und beinhaltet, gewollt oder ungewollt, auch immer eine Schuldzuweisung an andere. Wie in den Fallbeispielen beschrieben, handelt es sich häufig aber um multikausale und komplexe Zusammenhänge, bei denen ein klares Ursache-Wirkungs-Prinzip nicht vorhanden ist. Ich habe den Eindruck, dass es sich eher um einen Mythos handelt, der um das Thema aufgebaut worden ist, und an dem weiter festgehalten wird. Es wird dabei suggeriert, dass wir in einer Welt leben würden, in der es immer mehr Menschen systematisch darauf anlegen, andere fertigzumachen. Dabei geht es mir nicht darum, zu behaupten, dass es Mobbing nicht gebe. Auch geht es nicht darum, dass die vermeintlichen Opfer selbst schuld an der Situation bzw. persönlichkeitsbedingte Merkmale die Ursache für Mobbing seien. Vielmehr geht es um eine differenzierte und lösungsorientierte Betrachtungsweise. In der bisherigen Diskussion wird nach meiner Ansicht der Betroffene eher in seiner Opferrolle bestärkt, als dass wirklich versucht wird, komplexe Zusammenhänge aufzuschlüsseln und den Betroffenen in seiner Eigenverantwortung zu bestärken“

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