25. April 2012
von Tom Levold
Keine Kommentare
24. April 2012
von Tom Levold
Keine Kommentare
Systemisch Forschen (und Lehren)
Gute Tagungsberichte sind, wie hier schon vor kurzem angemerkt, nicht besonders häufig. Umso erfreulicher, wenn gleich zwei ausführliche Berichte von einer Tagung vorhanden sind, wie das nun für die Tagung zur„Systemischen Forschung vom 7.-9.3.2012 in Heidelberg der Fall ist. Nachdem im systemagazin bereits der Bericht von Klaus Schenck erschienen ist, gibt es heute noch einen zweiten Blick von Astrid Beermann-Kassner, Wiss. Mitarbeiterin an der Abteilung für Beratung und Konfliktlösung an der Carl-von-Ossietzky-Universität in Oldenburg (Foto: www.diskursys.de). Erschienen ist er auf der gut gepflegten Plattform systemisch-forschen.de, die ihn soeben per Frühlings-Newsletter bekannt gemacht hat. Gleichzeitig ist hier auch ein umfangreicher und sehr spannender Bericht von der Fachtagung„Systemische Lehre und Forschung an Deutschsprachigen Hochschulen“ zu lesen (ebenfalls von Astrid Beermann-Kassner in Kooperation mit Joseph Rieforth), die schon am 02. und 03. März 2009 in Oldenburg stattfand und irgendwie durch das Wahrnehmungsraster des systemagazin durchgerutscht ist. Dieses Protokoll gibt verschiedene Debatten zum Stellenwert Systemischer Theorie und Methodik in der Hochschul-Lehre sehr differenziert wieder und ist daher viel mehr als nur ein Bericht über ein vergangenes Treffen. Es bringt auch die überdauernden Widersprüche und Komplikationen zutage, die mit der Systemischen Lehre und Forschung heutzutage im universitären Kontext verbunden sind und lohnt sich alleine deshalb schon zu lesen!
23. April 2012
von Tom Levold
Keine Kommentare
GROSSE WORTE UND GESTEN. Gedanken zum Pathetischen in der Psychotherapie
Helmut de Waal, Lehrtherapeut an der Wiener Lehranstalt für Systemische Familientherapie, schreibt immer wieder schöne Texte über therapeutische Themen, die sich jenseits von Theoriendiskursen und methodischen Anwendungen bewegen, aber dennoch immer ins Zentrum dessen treffen, womit wir uns als Therapeuten und Berater täglich beschäftigen. Sein Beitrag aus dem Jahre 2004 erörtert die Frage nach dem Platz des Pathetischen in der Systemischen Therapie und sei zur Lektüre empfohlen. Einleitend heißt es:„Vom Pathetischen sprechen wir dann, wenn wir erfasst werden oder uns erfassen lassen von etwas, das unserer Empfindung nach größer ist als wir, es ist ein Zustand von Passivität, in den wir uns begeben, den wir riskieren und erleiden: Wir lassen uns ergreifen. Wobei das nicht negativ gemeint ist, alle Erfahrung von Hingabe, Begeisterung, Faszination usw. ist so geartet; überrascht sein, sich wundern ist eine pathetische Erfahrung, auch die Erkenntnis des Neuen, zumindest im Moment der Entdeckung, wenn die aktive Neugierde umschlägt in die passive Verwunderung. Das Gegenüber des Pathetischen ist das Skeptische. Es ist immer mehrdeutig oder führt die Mehrdeutigkeit in den Diskurs zwischen Menschen ein das Pathetische hingegen behauptet Eindeutigkeit und, zumindest meistens (ich erlebe es so), Gültigkeit. Das Pathetische findet immer in der Gegenwart statt, ja schafft Gegenwart. Es entbehrt im Unterschied zum Skeptischen (das nur aus der Distanz heraus möglich ist) der Distanz. In der modischen Terminologie von gestern: Das Pathetische ist das Hier und Jetzt per se. Nachdem das Pathetische subjektiv assoziiert erlebt wird dem eigenen Gefühl nach tatsächlich erlitten kann auch leicht die Verantwortung dafür abgegeben werden etwas Höheres hat uns erfasst. Für den Psychotherapeuten eine problematische Geschichte, trotzdem manchmal unvermeidlich, an sich auch nützlich. Unter dem Motto man kann zumindest darüber reden soll hier reflektiert und auch nach plausibler, verantwortungsvoller und nachvollziehbarer Anwendung gesucht werden.
Zum vollständigen Text
22. April 2012
von Tom Levold
Keine Kommentare
Erfasse komplex, Handle einfach!
Martin Rufer, Psychologe und Psychotherapeut in eigener Praxis in Bern sowie langjähriger Geschäftsleiter des Zentrums für systemische Therapie und Beratung dortselbst, ist Vertreter des synergetischen Ansatz innerhalb der systemischen Therapie. Bei Vandenhoeck & Ruprecht hat er in diesem diesem Frühjahr ein Buch mit ausführlichen Fallgeschichten veröffentlicht, um die„Systemische Psychotherapie als Praxis der Selbstorganisation“ kasuistisch zu fundieren. Das ist umso erfreulicher, als eine systematische Kasuistik in unserem Feld eher auf schwachen Beinen steht. systemagazin bringt das 2. Kapitel als Auszug aus dem Buch, das sich mit den Generischen Prinzipien der Psychotherapie beschäftigt und eine theoretische Grundlage für die folgenden Fallgeschichten darstellt.
Zum vollständigen Text
21. April 2012
von Tom Levold
Keine Kommentare
Push to add Drama
20. April 2012
von Tom Levold
Keine Kommentare
Gruppe, Team, Organisation
Wurde die Gruppe in der Blütezeit der Human Relations-Bewegung als der Schlüssel für eine humane (und möglichst hierarchiefreie) Arbeitswelt betrachtet, hat ihr Ruf in der Organisationstheorie insbesondere systemischer Prägung etwas gelitten. In einem kurzen Beitrag für das soeben erschienene und sehr lesenswerte„Lexikon des systemischen Arbeitens“ (Hrsg: Heiko Kleve und Jan V. Werth) hat Rudolf Wimmer die Entwicklungsgeschichte des Gruppenbegriffes skizziert und weist auf die fortdauernde Nützlichkeit dieses Konzeptes hin:„Begreift man Gruppe als eigenständigen Typus sozialer Systembildung, dann wird deutlich, dass hier eine spezifische Kombination von Merkmalen bedeutsam wird, die sowohl für Interaktionssysteme als auch für Organisationen kennzeichnend sind: Kommunikation unter Anwesenden mit all den damit verbundenen Implikationen (z. B. Verpersönlichung der Beziehungen) auf der einen Seite und Mitgliedschaft, Entscheidungskompetenz, eine dauerhafte Zeitperspektive, Fähigkeit zur Selbstbeobachtung und Selbstreflexion etc. auf der anderen Seite. Diese Merkmalskombination verleiht Gruppen ihren typischen Hybridcharakter (
), der es eigentlich verbietet, solche sozialen Systeme der einen oder anderen Seite zuzuschlagen“ Der Text ist auch online zu lesen,
und zwar hier
19. April 2012
von Tom Levold
Keine Kommentare
Kontext 1/2012

Das aktuelle Heft des Kontext bietet in verschiedenen Aufsätzen Perspektiven auf Altes und Neues in der Entwicklung systemischer Therapie. Anke Groß zeichnet in einem interessanten Beitrag die Entwicklung Murray Bowens von psychoanalytischer hin zu einer systemischen Denkweise nach, ein Ansatz, der im deutschsprachigen Diskurs keine große Rolle mehr spielt, aber dennoch in den USA durchaus noch eine Rolle spielt und auch gelehrt wird. Marc Weinhardt ist mit seinem Artikel über Beratung im Internet sozusagen an der Schwelle zur Zukunft in der Entwicklung von Beratung und Therapie. In einem Nachruf würdigt Hildegard Schäfer Karl Gerlicher, dem Gründungsvorsitzenden der DAF. Friedebert Kröger und Günter Reich prüfen in„Klassiker wiedergelesen“, was von Helm Stierlins und Gunthard Webers Buch„In Liebe entzweit – Ein systemischer Ansatz zum Verständnis und zur Behandlung der Magersuchtfamilie“ aus dem Jahre 1989 noch heute von Belang ist. Darüber hinaus gibt es noch einen Beitrag über systemisch orientierte familiengerichtliche Gutachtertätigkeit von Mike Lehmann, einen Text Reinhard Wick über Störungsbilder in der Systemischen Therapie und Beratung, das Stichwort von Wolf Ritscher („Kontext“!) und jede Menge Rezensionen.
Zu den vollständigen abstracts
17. April 2012
von Tom Levold
Keine Kommentare
Die Bedeutung von „Rahmen“ (frames) für die Arzt-Patient-Interaktion
In einer„Studie zur ärztlichen Herstellung von dem, ‚was der Fall ist‘ im gewöhnlichen Krankenhausalltag“, hat der Soziologe Werner Vogd, Professor für Soziologie an der Universität Witten/Herdecke, Kontext und Bedingungen ärztlichen Handelns in der Klinik vorabe jeden Patientenkontaktes:„Noch bevor sich eine Arzt-Patient-Beziehung in konkreter Form entfalten und entwickeln kann – sei es in paternalistischer oder demokratischer Form -, prägen zuvor getroffene Situationsdefinitionen, sogenannte ‚Rahmen‘, ihre Gestaltung. Diese Rahmen stellen im Sinne von Goffman sozusagen eine Wirklichkeitssicht, eine Perspektive dar, in der ein gegebenes Problem gesehen und verstanden werden kann. Es ist zu erwarten, dass diese Situationseinschätzungen die Arzt-Patient-Beziehung in erheblichem Maße beeinflussen. Am Beispiel verschiedener medizinischer Abteilungen (Chirurgie, Innere Medizin, Psychosomatische Medizin) wird die Dynamik unterschiedlicher medizinischer Rahmungsprozesse rekonstruiert. Hierzu fanden auf drei Stationen (zwei Krankenhäuser der Maximalversorgung und ein Universitätsklinikum) jeweils 8- bis 10-wöchige Feldaufenthalte statt, in denen Ärzte unterschiedlicher Funktionsbereiche begleitet wurden, wobei deren Kommunikationen soweit wie möglich schriftlich fixiert wurden. Mit den ärztlichen und einigen nicht-ärztlichen Mitarbeitern der Stationen wurden anschließend Leitfaden-Interviews durchgeführt (insgesamt 30). Die Auswertung erfolgt anlehnend an die dokumentarische Methode von Bohnsack in den drei Schritten ‚formulierende Interpretation‘, ‚reflektierende Interpretation‘ und ‚komparative Analyse‘. Die Analyse zeigt auf, dass Patientenerwartungen, veränderte ökonomische Rahmenbedingungen, die Antizipation möglicher juristischer Konsequenzen, die Interaktionsdynamik im Team, fachspezifische Problemdefinitionen, aber auch die Spezifika der Krankenhaushierarchie eine wichtige Rolle für die Gestaltung der Beziehung zum Patienten spielen. Die Ergebnisse machen deutlich, dass Arzt-Patient-Interaktionen komplexe soziale Prozesse darstellen, die nur über die Systemdynamik medizinischer Organisationen, insbesondere dem reziproken Abtasten von Erwartungen und den sich hieraus entfaltenden ‚Täuschungsmanövern‘, verstanden werden können“
Zum vollständigen Text
16. April 2012
von Tom Levold
Keine Kommentare
DGSF-Jahrestagung in Bremen
Wie war’s? Sehr interessant, vielfältig, gute Atmosphäre, schön, wieder viele Leute getroffen zu haben. So ist in der Regel der Tenor vieler Tagungsberichte in Druck- und Online-Medien. Man erfährt, dass es gut gewesen ist, auf diese Tagung zu fahren, kann sich aber nicht immer ein Bild machen, warum eigentlich. Auf der DGSF-Seite ist nun ein Tagungsbericht über die letzte Jahrestagung in Bremen erschienen, der weit über diesen Standard hinausgeht. DGSF-Mitglied Klaus-Peter Langner aus Schwerte hat einen fast 30seitigen Bericht verfasst, in dem nicht nur der Ablauf der Tagung, sondern auch der Inhalt von Vorträgen und Workshops so aufgezeichnet wurden, dass man auch als Abwesender einen Eindruck dessen bekommen kann, was in Bremen so alles geboten wurde.
Den Link zum Volltext von Klaus-Peter Langner findet man hier
8. April 2012
von Tom Levold
Keine Kommentare
Frohe Ostern
7. April 2012
von Tom Levold
Keine Kommentare
Nerven bewahren
Dem systemagazin-Publikum ist Andreas Manteufel kein Unbekannter. Neben vielen Rezensionen (mit Vorliebe aus den Bereichen Neuropsychologie und Neurophysiologie) gibt es von ihm immer ebenso ausführliche wie informative Tagungsberichte über wissenschaftliche Veranstaltungen, z.B. über den Kongress „Neurobiologie der Psychotherapie“, den u.a. Günter Schiepek 2011 in Salzburg veranstaltete. Nicht viele kennen sich so gut mit dem diesbezüglichen Stand der Forschung aus wie er. In erster Linie ist er aber als Praktiker tätig, nämlich als Psychologe in der Abteilung für Allgemeinpsychiatrie an der Klinik Bonn des Landschaftsverbandes Rheinland, und das seit nunmehr 20 Jahren. In dieser Zeit hat er ein„Sudelbuch“ angelegt, um Notizen, Reflexionen, Begebenheiten aus dem Alltag festzuhalten, die sonst schnell verloren gegangen wären. Im Verlag Paranus ist in diesem Frühjahr eine Auswahl von Einträgen aus seinen Sudelbüchern erschienen, die die ganz persönliche Handschrift seiner Arbeit in der Psychiatrie erkennen lassen. Und da Andreas Manteufel auch noch einen Magister in Angewandter Sprachwissenschaft erworben hat, ist das Ganze ungemein gut lesbar und pointiert geschrieben. Die Texte sind kurz und prägnant, man liest sich fest und das Buch schnell durch – und wünscht sich mehr. Vielleicht als Blog? Aber den kann man nicht ins Café oder an den Strand mitnehmen (wo immer man gerne Texte auf sich wirken lassen möchte) – oder verschenken. Zu beidem rate ich. Wer sich ein Bild machen möchte, kann hier
einen„Vorabdruck“ lesen
6. April 2012
von Tom Levold
Keine Kommentare
Atmosphärische Intelligenz
In Teams und Organisationen spielt sich vieles ab, das man als„Atmosphäre“ wahrnimmt. Dicke Luft, tolles Klima, Eiseskälte: das sind keine leicht überprüfbaren oder begrifflich bestimmbaren Konzepte, aber dennoch weiß man intuitiv, was damit gemeint ist. Das Atmosphärische in einem System beeinflusst Produktivität, Kundenzufriedenheit und Arbeitsmotivation. Raimund Schöll, Soziologe, Organisationsberater und Mitbetreiber der website atmosphaeriker.de, hat in einem Text für managerseminare sein Konzept„atmosphärischer Intelligenz“ vorgestellt und beschreibt hier sechs„typische Atmosphären in der Arbeitswelt“, nämlich die aufgekratzt-hektische, die kämpferisch-hitzige, die niedergeschlagen-ohnmächtige, die freundlich-gelassene, die kühl-distanzierte und die abwertend-dämonisierende Atmosphäre.„Die Erfahrung zeigt: Ist eine atmosphärische Perspektive erst einmal akzeptiert, fangen viele an, die Zusammenarbeit neu zu gestalten. Die Mitarbeiter empfinden ihre Firma nicht mehr nur als Arbeits-, sondern auch als Lebensraum. Konflikte können über bewusst hergestellte Atmosphären entschärft bzw. konstruktiv ausgetragen werden. Und Führung wird durch atmosphärische Kompetenz nicht mehr nur als soziotechnische Angelegenheit angesehen, sondern sie fordert den Chef als ganzen Menschen“
Zum vollen Text
5. April 2012
von Tom Levold
Keine Kommentare
Setting the House on Fire: The Melbourne Interview With Salvador Minuchin
Auf einem großen Familientherapie-Kongress in Melbourne 2001 führte Brian Stagoll ein Interview mit Salvador Minuchin, das über Satellit in den Kongress-Saal live übertragen wurde. Es ist ein wunderbares Interview geworden, in dem Minuchin über die Anfänge der Familientherapie und über deren Pioniere Nathan Ackerman, Gregory Bateson, Murray Bowen, Carl Whitaker und natürlich über sich selbst ins Erzählen kommt. Das Interview ist 2002 im Australian and New Zealand Journal of Family Therapy erschienen und
hier vollständig zu lesen


