Corina Ahlers, Lehrtherapeutin und bis Sommer 2006 Vorsitzende der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Systemische Therapie und Systemische Studien ÖAS in Wien, blickt auf ihre erste Live-Supervision im Rahmen ihrer systemischen Ausbildung 1983 zurück, ein Ereignis mit Hindernissen, das in einen Wiener psychiatrischen Krankenhaus stattfinden sollte:
„Meine Ausbildungsgruppe und meine beiden Ausbildner warteten an jenem Samstag Vormittag mit mir oben auf der Station und die Familie kam und kam nicht
Wäre ich nicht auf einer intuitiven Ebene zutiefst davon überzeugt gewesen, dass diese Klientin mich nicht im Stich lassen würde, wäre ich nicht mit dem Auto bis an die Pforte gefahren: Dort, vor dem Eingang des Spitals wartete ratlos die Familie
mit einem Hund! Sie hatten ihn gerade erst erworben und der Portier liess sie nicht vorbei, weil Tiere im Spital nicht erlaubt waren. Ich fing also meine Live-Supervision an, indem ich mich mit der Familie beriet, wie wir nun vorgehen könnten. Schliesslich bog ich mit meinem Auto um die Ecke, wo uns der Portier nicht sehen konnte. Dort stieg die Familie ein, und der Hund wurde auf den Boden gedückert (er war ziemlich gross). So beladen fuhr ich dann am Portier vorbei und oben auf der Station konnten wir dann unbehindert hinein, dort warteten ja meine Komplizen (für die lang ersehnte Live-Supervision). Da das grosse Ereignis in der Bibliothek stattfand, erfuhren diensthabende Ärzte und Schwestern weiter nichts von unserem Vorhaben, das waren die guten alten Zeiten einer verschlafenen chronische Psychiatrie im Psychiatrischen Krankenhaus Baumgartner Höhe , auch unter Lemoniberg (wegen der goldenen Kuppel der Otto Wagner Kirche) oder Guggelhupf (der Kuchen mit dem drinnen und draussen) bekannt“
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4. Dezember 2006
von Tom Levold
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Arist von Schlippe führt den Adventskalender heute fort mit Erinnerungen an seine erste Arbeitsstelle als Psychologe in der Kinder- und Jugendpsychiatrie:„Es war am 2.1.1977 als ich meine erste Stelle antrat, in einer Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik in Norddeutschland. Ich wurde begrüßt, vorgestellt und man zeigte mir mein Zimmer.
Nach der Eröffnung des systemagazin Specials am gestrigen Tag kommt heute Rosmarie Welter-Enderlin zu Wort, die von ihren Lernerfahrungen als Studentin in den USA berichtet, in den aufregenden Pionierzeiten der Familientherapie:„
In vielen Kursen und Seminaren mache ich immer wieder die Erfahrung, dass zahlreiche TeilnehmerInnen, die noch am Anfang ihrer beruflichen Entwicklung stehen oder noch in Weiterbildung sind, angesichts ihres relativen Mangels an Erfahrung trotz aller positiver Konnotation und Ressourcenorientierung schnell entmutigt sind oder das Gefühl bekommen, das, was sie bei ihren Lehrern bzw. Trainern beeindruckt, selbst nicht erreichen zu können. An Erlebnisse dieser Art kann ich mich natürlich selbst noch gut erinnern, auch wenn das schon eine Weile zurückliegt. Jedenfalls hat mich diese Erfahrung angeregt, bei erfahrenen systemischen Kolleginnen und Kollegen nachzufragen, wie es denn ihnen mit ihrem professionellen„ersten Mal“ als TherapeutInnen, BeraterInnen und SupervisorInnen ergangen ist. Wie sind die Erinnerungen an den ersten Fall, die erste Beratung, Therapie oder Supervision? In welchem Kontext stand die berufliche Entwicklung, was war das Rüstzeug, was war hilfreich, was war hinderlich, was war großartig, was einfach peinlich? Und was von alledem hat sie im Verlauf der Zeit als Ressource begleiten können?
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