In einer noch unveröffentlichen Studie für das IOC hat die Unternehmensberatungsgruppe McKinsey die Öffentlichkeit bei den Olympischen Spielen als Hauptproblem ausgemacht. Wie aus der Studie hervorgeht, zeigen die aktuellen Auseinandersetzungen um den Fackellauf, wie vulnerabel die gesamte Planung und Organisation von Olympischen Spielen ist, wenn man die Öffentlichkeit als Publikum einbeziehen will. Der Ansatz von öffentlichen Spielen ist eine wunderbare Idee, stammt aber eindeutig aus dem vergangenen Jahrhundert und steht einer modernen effizienten, effektiven und rendite-bezogenen Abwicklung von Großereignissen im Wege. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich Investoren aufgrund der zunehmenden politischen Unwägbarkeiten zurückziehen, da sie nicht mehr mit stabilen Gewinnen rechnen können, heißt es in der Studie. Um den unpolitischen Charakter der Spiele aufrechtherhalten und gleichzeitig einen maximalen Ertrag für die Investoren sichern zu können, schlägt McKinsey vor, die Olympischen Spiele zukünftig in virtuellen Arenen durchzuführen. Die moderne Film- und Computertechnik erlaubt schon heute, Wettkämpfe in leeren Stadien durchzuführen und beliebige Spielorte sowie jedes beliebige Massenpublikum per Computer und Bluescreen-Technik einzufügen. So kann nicht nur verhindert werden, dass provokative Armbänder von Sportlern getragen werden oder gar politische Aktionen aus dem Publikum den Genuss des Fernsehzuschauers stören, es können damit auch beliebige Werbebotschaften diskret auf die diversen Werbeflächen in den Stadien und auf den Körpern der Athleten platziert und ohne großen Aufwand ausgewechselt werden. Auch der Fackellauf könnte auf diese Weise produziert werden, so dass die realen Fackelläufer ohne realen Publikumskontakt nicht nur sicher vor Angriffen wären, sondern auch die Möglichkeit der beteiligten Länder und Städte bestünde, virtuell entsprechende touristische Hintergründe nach Belieben einzublenden. Jedes Zuschauerland könnte dann mit einem speziell auf die Landesbedürfnisse zugeschnittenen Werbe- und Infokonzept bedient werden, das auch die politischen Empfindlichkeiten jeweiliger Regierungen ausreichend berücksichtigen könnte. Weiter wird in der Studie vorgeschlagen, namhafte Hollywood-Studios mit der Durchführung der Olympischen Spiele zu beauftragen, da diese bereits ausreichende Erfahrungen mit der Schaffung und Durchführung geschlossener Verwertungsketten gesammelt hätten und auch den Unterhaltungswert der Spiele erhöhen könnten. Bislang war aus dem IOC noch keine offizielle Stellungnahme zu erhalten.
11. April 2008
von Tom Levold
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Im Februar 2003 veröffentlichte die Paar- und Sexualtherapeutin Ulrike Brandenburg mit dem 2005 verstorbenen Heinz Kersting aus Aachen eine Arbeit über den systemischen Ansatz bei sexuellen Problemen, der in der edition ferkel nun auch im systemagazin zu lesen ist:„Anhand eines Erstgesprächs mit einem impotenten Paar wird Systemische Sexualtherapie dargestellt, analysiert und diskutiert. Dabei wird deutlich, welch hohe therapeutische Potenz der systemische Ansatz bei der Behandlung von Menschen mit sexuellen Problemen hat. Nicht die Störung an sich, sondern die Störung in Bezug auf wen, auf was, auf wie darum geht es. Die systemische Therapie vermag mit ihren Möglichkeiten ein Verständnis herzustellen dafür, wie Sexualität kommuniziert wird. Durch ihre geplanten Irritationen bietet sie in einem zweiten Schritt an, dieses Kommunikationssystem sofern vom Paar gewünscht zu verändern. Insofern ist sie in der Lage, Patienten darin zu unterstützen, Sexualität neu zu konstruieren. Am beschriebenen Fall wird aufgezeigt, wie das Paar unter der behutsam verstörenden, ressourcenorientierten und ermutigenden Anleitung durch die Therapeutin zu dem angst- und schambesetzten Thema der Impotenz eigene und neue Perspektiven bezüglich des Symptoms vornehmen kann. Über das Wagnis des Sich-Einander-Zumutens erhöhen sich Nähe und emotionale Intimität und es entwickelt sich ein von dem Paar selbst initiierter Prozess von höchster therapeutischer Potenz. Dabei kann das Symptom der Impotenz bereits an Bedeutung verlieren, obwohl auf der Symptomebene noch gar nicht therapeutisch gearbeitet wurde“