Joanna Moncrieff ist senior lecturer in Psychiatry am University College in London, David Cohen ist Professor an der School of Social Work am College of Health and Urban Affairs an der Florida International University in Miami. Gemeinsam haben sie für PLOS Medicine einen interessanten Artikel geschrieben, der sich mit der pharmakologischen Behandlung von Depression beschäftigt. Das Standard-Modell der gegenwärtigen pharmakologischen Behandlung von Depression geht davon aus, dass es sich dabei um eine Störung eines biochemischen Gleichgewichtes handelt, das durch die Gabe von Anti-Depressiva wieder ausgeglichen wird. Allerdings fallen die Forschungsergebnisse, die eine solche„desease-centred“ Hypothese stützen, eher bescheiden aus. Als Alternative schlagen die Autoren ein drug-centred Modell vor, das davon ausgeht, das psychotrope Medikamente biochemische Zustände im Körper erzeugt, die u.U., sozusagen als Nebenwirkungen auch Erleichterung bei spezifischen Symptomen verschafft. Medikamenteninduzierte Effekte von Antidepressiva variieren deutlich in Abhängigkeit von ihrer chemischen Klassifizierung – von Sedierung und kognitiver Beeinträchtigung über milde Stimulation bis hin zu gelegentlicher offener Agitation. Die Ergebnisse klinischer Versuche können den Autoren zufolge als medikamenteninduzierte Effekte verstanden werden. Es gibt wenig Hinweise darauf, dass Anti-Depressiva oder andere Medikamente in der Lage sind, eine dauerhafte Stimmungsverbesserung oder andere gewünschte Effekte bei der Behandlung von Depression zu erzielen.
Auf folgender Seite kann der Originalartikel heruntergeladen werden
5. Februar 2012
von Tom Levold
Keine Kommentare


Seit kurzem ist die Ausgabe 4/2011 des Coaching-Magazins auch online verfügbar. In dieser Ausgabe ist aus der systemischen Ecke neben einem Beitrag von Walter Schwertl über das Erstgespräch im Coaching ein längeres Interview mit Gunther Schmidt zu lesen. Im Einleitungstext heißt es:„Wie kaum ein anderer hat er die Coaching-Szene inspiriert: Er hat nicht nur das Systemische und das Hypnotherapeutische verbunden zu einem eigenen Ansatz. Seit Jahren wirkt er auch als Mentor für Kollegen und als Stichwortgeber auf Kongressen. Dabei wandelt er zwischen den Welten: Ärztlicher Direktor einer Klinik, Business-Coach und experimentierfreudiger Praktiker, der sich nicht zu schade ist, sich immer wieder neu zu beweisen und infrage stellen zu lassen“


