systemagazin

Online-Journal für systemische Entwicklungen

25. Mai 2012
von Tom Levold
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Bewältigungsstrategien einer Holocaust-Familie

Revital Ludewig-Kedmi (Foto: www.tamach.org) ist Psychologin und Familientherapeutin, die ihre Ausbildung in Deutschland gemacht hat, aber schon seit langem in der Schweiz lebt und arbeitet. Sie ist vor allem durch ihre Forschung mit Holocaust-Überlebenden und deren Kindern bekannt geworden und gehört zu den Mitbegründerinnen der Psychosozialen Beratungsstelle für Holocaust-Überlebende und ihre Angehörigen„Tamach“ in der Schweiz. Zu den vielen lesenswerten Veröffentlichungen gehört auch ein Artikel„Bewältigungsstrategien einer Holocaust-Familie“, den sie 1997 in systhema veröffentlicht hat, und in dem es um die unterschiedlichen sowie die gemeinsamen Bewältigungsmöglichkeiten traumatischer Erfahrungen von Holocaust-Überlebenden und ihren Partnern und Kindern geht. Als Vorteil des systemischen Ansatzes für die therapeutische Arbeit mit Holocaust-Familien sieht sie dabei„die Berücksichtigung des Gesamtsystems sowie der Komplexität von Phänomenen. Im Zentrum des systemischen Ansatzes steht die Ablehnung des linear-kausalen Denkens. D.h. die traumatischen Holocaust-Erfahrungen führen nicht zu einer einzigen möglichen psychischen Reaktion („Überlebenden-Syndrom“). Vielmehr existiert eine Vielfalt von individuellen und familiären Reaktionen, die sich wechselseitig beeinflussen. Das Individuum als ein Teil des Gesamtsystems wird vom System beeinflusst und beeinflusst das System selbst. Ich gehe davon aus, dass die individuellen Bewältigungsstrategien der Familienmitglieder aus der ersten und zweiten Generation das gesamte Familienleben beeinflussen. Umgekehrt beeinflusst auch die Familiendynamik die individuellen Bewältigungsstrategien der einzelnen Familienmitglieder hinsichtlich der Shoah. Um diese vielfältigen Bewältigungsstrategien und Ressourcen erfassen zu können, soll man den Überlebenden Raum geben, um ihre Lebensgeschichte – vor, während und nach der Verfolgungszeit – zu erzählen, anstatt sich ausschließlich auf die Symptome zu konzentrieren“
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24. Mai 2012
von Tom Levold
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Roman Polanski: A Therapy

13. Mai 2012
von Tom Levold
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Psychotherapie im Dialog? Diagnostik und Evaluation

Das aktuelle Heft der Zeitschrift„Psychotherapie im Dialog“ beschäftigt sich mit dem Thema Diagnostik und Evaluation. Ein wunderbares Thema, über das man die unterschiedlichen Therapieschulen und -Praktiken mitsamt ihren jeweiligen wissenschaftlichen Orientierungen miteinander in einen Dialog bringen könnte, ganz abgesehen davon, dass es auch an soziologischen sowie wissenschaftstheoretischen bzw. -historischen Diskursen zum Thema Diagnostik keineswegs mangelt. Gerade angesichts der heftigen Auseinandersetzungen um die Erstellung des DSM-V, die momentan im Gange ist (und verdeutlicht, dass es hier keineswegs nur um Fragen der Operationalisierung forschungsrelevanter Daten geht, sondern auch um handfeste Interessen der unterschiedlichsten Akteure), öffnet man gespannt das neue Heft in der Hoffnung, dass der Aspekt des psychotherapeutischen Dialogs nach einer erschlafften Phase vorwiegend symptomorientierter Informationssammlung in der Zeitschrift mal wieder etwas befeuert wird. Das Editorial„Diagnostik und Evaluation – zähneknirschend oder neugierig?“ setzt auch dementsprechend ein Fragezeichen, das aber schon im Eröffnungsbeitrag von Jürgen Hoyer durch ein nachhaltiges Ausrufungszeichen ersetzt wird:„Psychotherapie braucht strukturierte Diagnostik!“. Und damit ist der Tenor des Heftes auch schon vorgegeben. Diskussion von Theorie und Praxis der Diagnostik, von quantitativen vs. qualitativen Ansätzen, von gesellschaftlichem Stellenwert der Konstruktion von diagnostischen Kategorien (und ihren Konsequenzen): Fehlanzeige. Da passt es auch hinein, dass entgegen der normalen PiD-Praxis dieses Heft keinen Beitrag eines ausgewiesenen Systemikers aufweist. Ob das nicht vorgesehen war, oder ob alle angefragten Systemiker sich zu diesem Thema lieber nicht äußern wollten, ist dem Heft nicht zu entnehmen. Der diskussionsinteressierte Leser muss sich daher angesichts der angebotenen mainstream-Engführung an anderen Quellen orientieren. Immerhin ist der Verlag auch diesmal seiner Linie treu geblieben, die Literaturangaben von Beiträgen aus der Print-Version herauszunehmen und nur im Internet unter verwirrenden Dateinamen zu veröffentlichen (diesmal trifft es fünf Texte). Dafür sind auf der website mit den Inhaltsangaben auch nicht alle Seitenzahlen korrekt.
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12. Mai 2012
von Tom Levold
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Francisco Varela: Reflections on Consciousness