systemagazin

Online-Journal für systemische Entwicklungen

Kontext 2022

Heft 1

Kaminski, Birgit & Barbara Bosch (2022): Editorial – Kleine Blitzlichter auf ein weites Feld. In: Kontext, 53 (1), S. 4-7. 

Conen, Marie-Luise (2022): Aufsuchende Familientherapie – updated. In: Kontext, 53 (1), S. 8-20. 

Abstract: Gern komme ich der Anfrage der Gastherausgeberinnen dieses Schwerpunktheftes zur aufsuchenden systemischen Arbeit nach und beantworte die drei an mich gerichtete Fragen:
1. Was hat mich anfänglich bewogen, dieses Modell auf den Weg zu bringen?
2. Wie sehe ich die Entwicklung von Aufsuchender Familientherapie seit meiner ersten Publikation dazu?
3. Wie sehe ich die Zukunft aufsuchender Erziehungshilfen?

Reichl, Ute (2022): Vom (Auf)suchen zum (Er)finden Systemische Arbeit im Wohnzimmer. In: Kontext, 53 (1), S. 21-33. 

Abstract: In diesem Artikel wird der Aufbau und die Entwicklung des Fachdienstes für ambulante systemische Jugendhilfe in einem Trägerverbund aus der Sicht der Koordinatorin beschrieben. Fallbeispiele und Rückmeldungen von Familien ergänzen anschaulich was wirkt und wie gelingende Zusammenarbeit auch im Rahmen von Pflichtkontext möglich ist.

Bracht, Karin & Michael Stüdemann (2022): Rolle Rückwärts über das Parkett. In: Kontext, 53 (1), S. 34-44. 

Abstract: Das Fallbeispiel der systemischen aufsuchenden Familientherapie beschreibt die familiären Schwierigkeiten hinsichtlich des Ablösungsprozesses eines 16-jährigen intelligenten Jungen mit einer Autismus-Spektrumsstörung.

Rosenberg, Karin & Günter Kalisch (2022): »Wir nehmen die ganze Familie auf!« Aufsuchende systemische Familienarbeit in der Jugendhilfe. In: Kontext, 53 (1), S. 45-61. 

Abstract: Der Artikel beschreibt die Entwicklung einer systemisch ausgerichteten Jugendhilfe bis zur Einführung eines Konzeptes der aufsuchenden systemischen Familientherapie (AFT) aus der Praxis eines Jugendhilfeträgers. Vorgestellt werden die Schritte zur Etablierung des Konzeptes, die Kooperationserfahrungen mit öffentlichen Jugendhilfeträgern, die Rückmeldungen und Ergebnisse aus der Arbeit mit den Familien und die Rückwirkungen auf die Mitarbeiter/innen.

Zwicker-Pelzer, Renate (2022): Aufsuchend beraten in Kontexten von Krankheit, Pflege und Hochaltrigkeit. In: Kontext, 53 (1), S. 62-74. 

Abstract: Aufsuchend und zugehend zu beraten ist ein Merkmal hoher Qualität in der Sozialen Arbeit. Beratung hat sich als Handlungskonzept und Teilleistung von sozialer Arbeit zunehmend etabliert und ist längst aus dem Schattendasein von Therapie herausgetreten. Aufsuchendes be- raterisches Handelns in der Sozialen Arbeit hat in der Familienarbeit besonders im Bereich der Kindeswohl(-gefährdung) einen zunehmend höheren Stellenwert, während sie in den Kontexten von Krankheit, Pflegebedürftigkeit, Umgang mit Alter und Hochaltrigkeit noch weitgehend unbeachtet bliebe. Hier stand der Aspekt der Versorgung durch die Pflegeberufe eher im Zentrum, Beratung wurde quasi nebenbei geleistet und gute begleitende Gespräche waren selbstverständlich. Nun aber rückt aufsuchende Beratung stärker in den Fokus der Reflexion professionellen Handelns aller sozialen Berufe. Krankheit und Pflegebedürftigkeit können alle Lebenshasen – vorübergehend oder dauerhaft – betreffen. Sie sind kein typisches Merkmal von Alter; immerhin ist das Alter – mit etwa vier Jahrzehnten – die längste aller Lebensphasen. Für den Umgang mit Engpässen in dieser langen Lebensphase ist die pflegerische Hilfe nur ein Teil. Der Einbezug von Angehörigen/des sozialen Netzes; die emotionale Bearbeitung und Reflexion durch Beratung tragen zur Heilung auf eine ganz eigene Weise bei. Der soziale Kontext (Angehörige, Freunde, Nachbarn) wird für Professionelle verstehbarer, wenn die räumliche Nähe durch aufsuchende Beratung möglich ist. Aufsuchende Beratung in Krankheit, Pflege und Hochaltrigkeit ist getragen vom erweiterten Gesundheitsverständnis, welches die Anwesenheit von Krankheit und lebens- sowie altersbedingten Einschränkungen einschließt.

Ritscher, Wolf (2022): Die Zukunft nach Corona – Nachrichten aus dem »Grand Hotel Abgrund«. In: Kontext, 53 (1), S. 75-93. 

Abstract: Der Grundtenor dieser Reflexionen ist pessimistisch – entgegen aller Forderung nach ressourcenorientierter Beschreibung von Wirklichkeiten. Der Autor bezieht eine Gegenposition zu der vor allem zu Beginn der Corona-Krise oft geäußerten Annahme, dass diese Krise eine Chance zum Innehalten, zur subjektiven und gesellschaftlichen Umsteuerung beinhalte. Er betont dagegen das erkennbare Festhalten der sozio-kulturellen, ökonomischen, politischen und technisch-wissenschaftlichen Systeme an den derzeitigen systemischen Basisstrukturen: Kapitalismus, Konsum, Globalisierung, Digitalisierung, persönlicher Narzissmus und die ab- nehmende »Halbwertzeit« von Beziehungen. Dennoch geht es darum, welche Veränderungen (»Reformen«) innerhalb dieses gesetzten Rahmens anzugehen wären. Denn alles in allem hat die Corona-Krise die strukturellen Mängel unseres Gesellschaftssystems schonungslos und mit oft schlimmen Folgen offen gelegt. Veränderungen sind also unumgänglich, aber die Frage bleibt, inwiefern es darüber einen gesellschaftlichen Konsens geben kann.

Lieb, Hans, Christina Hunger-Schoppe, Matthias Ochs, Kerstin Dittrich & Eva-Maria Greiner (2022): Kongressbericht: ST meets VT. In: Kontext, 53 (1), S. 112-115. 

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