Der dritte Beitrag zum systemagazin-Special„Helfen wir unseren Klienten auch beim Widerstand?“ (s. Eintrag vom 23.11.) stammt von Tom Levold, der einige vorläufige Überlegungen für eine Positionsbestimmung von Psychotherapie in der aktuellen gesellschaftlichen und sozialen Umbruchssituation„zwischen Affirmation und Kritik“ anbietet:„Ich bin der Ansicht, dass Systemische TherapeutInnen gegenwärtig sehr viel von den aktuellen Diskursen einer systemischen Sozialarbeitswissenschaft lernen können,
in denen nicht nur versucht wird, den gesellschaftlichen Standort psychosozialer Hilfen mit systemtheoretischen Instrumenten zu ermitteln, sondern auch die damit verbundenen ethischen und normativen Fragen zu rekonstruieren. (Es) lassen sich manche Beiträge zum Diskurs der sozialen Arbeit in Bezug zur Psychotherapie setzen, auch wenn sich von Auftragslage, Methoden und Haltungen her klare Unterschiede benennen lassen. Unabhängig davon sind nämlich beide Funktionssysteme der Gesellschaft, deren Aufgabe darin besteht, Hilfen für Personen zur Verfügung zu stellen, deren Teilhabe an gesellschaftlicher Kommunikation problematisch erscheint, bedroht ist oder gar nicht mehr existiert“
Der Aufsatz befasst sich mit der problematischen Gegenüberstellung von Individuum und Gesellschaft und der damit verbundenen Idee individueller Unfreiheit, in einem zweiten Schritt wird auf die grundsätzliche Ambivalenz der gegenwärtigen Verhältnisse sowie der Beschreibungen dieser Verhältnisse hingewiesen, die die Einnahme eindeutiger Positionen verunmöglicht. Anschließend wird Psychotherapie als Funktionssystem beschrieben, das sich von anderen gesellschaftlichen Funktionssystemen nachdrücklich dadurch unterscheidet, dass sie ihren Gegenstand in der ganzen Person hat. Daraus resultieren abschließende Überlegungen zu den Werten, die systemische Psychotherapie womöglich Klienten als auch der Gesellschaft gegenüber vertreten kann und soll.
systemagazin ist gespannt und freut sich auf Diskussionsbeiträge der LeserInnen.
25. November 2006
von Tom Levold
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Nachdem gestern ein Vortrag von Sabine Klar zum Thema„Helfen wir unseren KlientInnen auch beim Widerstand?“ veröffentlicht wurde, der auf dem ÖAS-Kongress im September in Wien gehalten wurde, können Sie heute die Erwiderung von Kurt Ludewig unter dem Titel:„
Der Jubiläumskongress des Instituts für Ehe- und Familientherapie (30 Jahre) und der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Systemische Therapie und Systemische Studien (ÖAS, 20 Jahre) am 22. und 23. September 2006 in Wien zum Thema„Blinde Flecken oder Ich sehe nichts, wo Du was siehst“ (Clemens und Danielle Stieger berichteten darüber im systemagazin) bot nicht nur einen interessanten Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte (mit den Vorträgen von Corina Ahlers, Joachim Hinsch und Rosmarie Welter-Enderlin), sondern stellte auch die Frage, inwiefern sich systemische PsychotherapeutInnen in aktuelle gesellschaftspolitische Diskurse einmischen sollen, die nicht selten im blinden Fleck des Nicht-Beobachteten bzw. des Nicht-Beobachten-Wollens verschwindet.
Florence Kaslow ist eine bekannte Persönlichkeit in der US-amerikanischen familientherapeutischen Szene. Der von ihr herausgegebene Sammelband„Handbook of Family Business and FamilyBusiness Consultation“ hat sich zur Aufgabe gestellt, die kulturellen und interkulturellen Besonderheiten der Beratung von Familienunternehmen in den unterschiedlichsten Teilen der Welt zu reflektieren. Diese Thematik ist angesichts der Notwendigkeit auch für Familienunternehmen, sich auf den globalisierten Märkten zu positionieren und u.U. neuen
Am 3.11. wies systemagazin auf eine 