Die erste Ausgabe von Family Process im neuen Jahr beschäftigt sich mit dem Thema Scheidung und Scheidungsfolgen. Nachdem in den 70er Jahren das Prinzip der schuldhaften Scheidung aufgegeben wurde und zunehmend das Prinzip der gemeinsamen Sorge für gemeinsame Kinder nicht nur rechtlich möglich geworden ist, sondern auch praktiziert wird, hat sich die Lebens- und Beziehungssituation von Post-Scheidungsfamilien stark verändert. Noch in den 70er Jahren erschienen familiendynamische Arbeiten zum Thema, die einen fortdauernden Kontakt von geschiedenen Eheleuten als pathogene Konstellation einschätzen. Mittlerweile gibt es Langzeituntersuchungen über die Folgen von Scheidung für die Entwicklung der Kinder und für die Dynamik der unterschiedlichen Folgefamilien – z.T. mit widersprüchlichen und kontroversen Ergebnissen. Das Themenheft hat den Anspruch, (1) zu zeigen, wie der gesellschaftliche Kontext, in dem Scheidungen stattfinden, unsere Sichtweisen, Forschung und professionelle Praxis beeinflusst, (2) was die gegenwärtige Forschung über Elternschaft und Familienbeziehungen nach einer Scheidung zu sagen hat und (3) welche Möglichkeiten in der therapeutischen Praxis und im erweiterten Hilfesystem entwickelt wurden, um Familien dabei zu helfen, Scheidungsfolgen besser zu bewältigen.
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15. Februar 2007
von Tom Levold
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Heute hat einer meiner Lieblingsautoren Geburtstag. Alexander Kluge, Jurist, Medientheoretiker, Erzähler, Filmregisseur, Fernsehmacher, Einflussnehmer, Interviewer, um nur einige Bezeichnungen zu verwenden, wird 75 Jahre alt. Hier zwei Interviews mit ihm aus kürzerer Zeit: eines mit der Literaturzeitschrift volltext über seine 
Elisabeth Wagner, Lehrtherapeutin an der Wiener Lehranstalt für systemische Familientherapie und langjährig erfahrene Psychologin in der Forensik, hat einen schönen Aufsatz über Systemkompetenz in der forensischen Psychiatrie geschrieben, der 2004 in den„systemischen notizen“ erschienen ist, der Zeitschrift der Lehranstalt:„Nach einer einführenden Darstellung des Arbeitskontextes Maßnahmenvollzug soll in diesem Beitrag aufgezeigt werden, wie eine unkritische Anwendung zentraler systemischer Konzepte wie Auftragsfokussierung, Lösungs- und Ressourcenorientierung den Erfordernissen einer verantwortungsvollen therapeutischen Arbeit in der Forensischen Psychiatrie zuwiderläuft, während die kritische Reflexion dieser Konzepte unter Einbeziehung der Systemtheorie als Theorie sozialer Systeme und als Metatheorie des Beobachtens und Unterscheidens eine besondere Kompetenz des systemischen Therapeuten darstellen kann.
Systemkompetenz in der Forensischen Psychiatrie besteht neben einer angemessenen Konzeptualisierung des institutionellen Kontextes also auf theoretischer Ebene darin, die Kontextabhängigkeit von Verhalten und die Beobachterabhängigkeit von Beschreibungen im Bewußtsein zu halten und für die Leitdifferenzen und damit auch für die blinden Flecken anderer klinischer Konzepte zu sensibilisieren. Auf einer praktischen Ebene ermöglicht Systemkompetenz eine therapeutische Haltung, die das explizite Thematisieren von Rollenverquickungen nahelegt und in der damit verbundenen Offenheit und Transparenz (nicht in der unkritischen Akzeptanz jeder Selbstbeschreibung) auch Respekt gegenüber dem zur Therapie Gezwungenen ausdrückt.