In den 90er Jahren hatte Günter Schiepek zeitweise eine Vertretungsprofessur für Psychologie an der Universität Münster inne. In dieser Zeit gelang es ihm, eine Reihe sehr fähiger Studentinnen und Studenten für seine Arbeitsweise der Systemmodellierung zu begeistern, einige von ihnen haben sich mittlerweile in der systemischen Szene als Forscher, Lehrer und Praktiker einen Namen gemacht, u.a. auch als Preisträger der Systemischen Gesellschaft. Drei Studenten führten an unterschiedlichen Kliniken systemische Organisationsanalysen von Stationen durch, das Ergebnis dieser Untersuchungen im Kontext einer Einführung in grundlegende Konzepte der Systemmodellierung liegt in Form dieses Gemeinschaftswerkes vor, das die ungewöhnlich Form eines großformatigen Fensterbilderbuches (in Anlehnung an die kybernetischen Darstellungen in Frederick Vesters Arbeiten) angenommen hat. Johannes Herwig-Lempp schrieb in seiner Rezension:
„Mir erscheint die Form des allmählichen Entwickelns immer komplexerer Vernetzungen mittels eines Fensterbilderbuchs gelungen, um die vielfältigen Wirkungszusammenhänge innerhalb einer Station zu verdeutlichen. Dies kann durchaus auch Modell sein für die Darstellung anderer Systeme. Weniger modellhaft allerdings sind für mich die nur unzureichend berücksichtigten Einflüsse der Autoren auf das, was sie in diesem Band entwickeln und vorführen, gewissermaßen also ihre eigene schöpferische Leistung: Systeme (einschließlich all ihrer Bestandteile und deren Beziehungen untereinander) existieren nicht, sondern werden von den Beobachtern erst durch ihre Analyse und Beobachtung erfunden, die Zusammenhänge existieren nicht, sondern werden konstruiert. Gerade bei der Diskussion um Qualitätssicherung im Gesundheitswesen hätte diese Perspektive der Kybernetik 2. Ordnung, das Bewußtsein um den eigenen kreativen Anteil, hilfreich sein können. Denn auch Qualität ist keine Eigenschaft und kein Merkmal von Dingen oder Einrichtungen, sondern das Ergebnis eines Bewertungsprozesses durch ein Individuum“
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16. Februar 2007
von Tom Levold
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Heute hat einer meiner Lieblingsautoren Geburtstag. Alexander Kluge, Jurist, Medientheoretiker, Erzähler, Filmregisseur, Fernsehmacher, Einflussnehmer, Interviewer, um nur einige Bezeichnungen zu verwenden, wird 75 Jahre alt. Hier zwei Interviews mit ihm aus kürzerer Zeit: eines mit der Literaturzeitschrift volltext über seine 
Elisabeth Wagner, Lehrtherapeutin an der Wiener Lehranstalt für systemische Familientherapie und langjährig erfahrene Psychologin in der Forensik, hat einen schönen Aufsatz über Systemkompetenz in der forensischen Psychiatrie geschrieben, der 2004 in den„systemischen notizen“ erschienen ist, der Zeitschrift der Lehranstalt:„Nach einer einführenden Darstellung des Arbeitskontextes Maßnahmenvollzug soll in diesem Beitrag aufgezeigt werden, wie eine unkritische Anwendung zentraler systemischer Konzepte wie Auftragsfokussierung, Lösungs- und Ressourcenorientierung den Erfordernissen einer verantwortungsvollen therapeutischen Arbeit in der Forensischen Psychiatrie zuwiderläuft, während die kritische Reflexion dieser Konzepte unter Einbeziehung der Systemtheorie als Theorie sozialer Systeme und als Metatheorie des Beobachtens und Unterscheidens eine besondere Kompetenz des systemischen Therapeuten darstellen kann.
Systemkompetenz in der Forensischen Psychiatrie besteht neben einer angemessenen Konzeptualisierung des institutionellen Kontextes also auf theoretischer Ebene darin, die Kontextabhängigkeit von Verhalten und die Beobachterabhängigkeit von Beschreibungen im Bewußtsein zu halten und für die Leitdifferenzen und damit auch für die blinden Flecken anderer klinischer Konzepte zu sensibilisieren. Auf einer praktischen Ebene ermöglicht Systemkompetenz eine therapeutische Haltung, die das explizite Thematisieren von Rollenverquickungen nahelegt und in der damit verbundenen Offenheit und Transparenz (nicht in der unkritischen Akzeptanz jeder Selbstbeschreibung) auch Respekt gegenüber dem zur Therapie Gezwungenen ausdrückt.