Noch ein Geburtstag! Heute wäre Ronald D. Laing 80 Jahre alt geworden. Er wurde am 7.10.1927 in Glasgow geboren und starb im Alter von 61 Jahren in St. Tropez. Ursprünglich psychoanalytisch ausgebildet, machte er sich vor allem einen Namen als Mitbegründer der Anti-Psychiatrie-Bewegung. In den 60er und 70er Jahren wurde er mit seinen Büchern„Das geteilte Selbst“,„Das Selbst und die Anderen“,„Phänomenologie der Erfahrung“ und„Wahnsinn und Familie“ sehr berühmt. 1962 besuchte er erstmals Gregory Bateson und Jay Haley in den USA, im Sammelband„Schizophrenie und Familie“ der Autorengruppe um Bateson veröffentlichte er den Beitrag„Mystifikation, Konfusion und Konflikt“. Später ließ sein Ruhm, der u.a. auch auf seinem politischen Engagement beruhte, rapide nach. Daniel Burston, der 1996 ein Buch über Laing geschrieben hat („Wings of Madness“) zeichnet in einem differenzierten Beitrag für das Online-Magazin JANUSHEAD den Lebensweg Laings nach und macht deutlich, dass Ruhm und Vergessenheit nur zum Teil Laing selbst zuzuschreiben sind, zum anderen Teil den Veränderungen in den intellektuellen Moden:„Mention Laing nowadays and most people can dimly conjure up a flamboyant rebel of the psychedelic era, a chum of Tim Leary, Ram Dass, and Allen Ginsburg — which he was, of course, off and on. But press them to describe what he stood for, what he actually thought or said, and you’ll only elicit a trickle of platitudinous sound bites, proving that serious reflection on his work has virtually halted. The lasting fame that Freud and Jung achieved, and that some predicted for Laing, eluded him, and the recent stream of books about him, (my own included), have done nothing to change that. My first book on Laing, The Wing of Madness, appeared in 1996, and since then many people have asked me why Laing’s credibility declined so dramatically over the years. By way of a reply I generally rattle on about his internal contradictions, his inability to follow through and finish his various projects, his flamboyant and provocative gestures, and so on. All true, up to a point. Laing must shoulder some of the responsibility for his current neglect — something he was apparently unwilling or unable to do. But on further reflection, the reasons for his brief fame and rapid decline are much more complex, and have less to do with his enigmatic personality than with changing climates of opinion“
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7. Oktober 2007
von Tom Levold
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Unmittelbar vor seiner Abwahl als bayerischer Ministerpräsident verkündete Edmund Stoiber heute eine Einigung über den umstrittenen Denkmalbau Trans-Ed, der nun nach langem Ringen gebaut werden soll. Die Finanzierung des Monumentalmonuments sei bis zu einer Höhe von 1,85 Milliarden Euro gesichert. Die bestehende Lücke habe die Staatskanzlei schließen können. Allerdings ist der genaue Baupreis weiterhin unklar. Zunächst hieß es, dass die Bauindustrie einen Festpreis in Höhe der jetzt zusammengesammelten 1,85 Milliarden Euro zugesichert habe. Diese Botschaft erwies sich aber schnell als falsch.„Wir wollen uns am gesetzten Kostenrahmen orientieren“, erklärte Stoiber. Er musste jedoch einräumen, dass die Summe noch steigen kann. Erst in einem halben Jahr sei mit einem Festpreis zu rechnen. Neu ist auch eine bezifferte Hoffnung auf EU-Gelder aus der europäischen Kulturstiftung. Zwar bezweifelte Kommissionschef Barroso erst jüngst, dass EU-Gelder fließen würden, da es sich um ein Projekt von zweifelhaften kulturellem Wert handele. Dennoch hat Stoiber 50 Millionen Euro aus Brüssel eingerechnet: Bei aller Toleranz: Nicht nur Kathedralen, sondern auch Deutsche Denkmäler müssen höher sein als Moscheen, das muss auch von der EU eingesehen werden“. Die letzten 100 Millionen Euro zur Kostendeckung sollen vom Vatikan kommen, der dem Bayern-Projekt angeblich wohlwollend gegenüberstehen soll. Der Trans-Ed soll die Münchener Staatskanzlei mit dem Himmel verbinden und ist der römischen Trajanssäule nachempfunden (in der nebenstehenden Abbildung ist ein Modell des Denkmals zu sehen). Die Himmelsverbindung soll mithilfe des Trans-Ed bis zu 15 Minuten kürzer dauern, kaum Geräusche verursachen und eine gute Umweltbilanz aufweisen. Allenfalls für den Flugverkehr über München könnte es kleinere Probleme geben, die aber leicht in den Griff zu bekommen seien. Die hohen Kosten ergeben sich Steuber zufolge daraus, dass alle 1,85 Milliarden Wohltaten seiner Amtszeit von bayerischen Steinmetzen in Wort und Bild auf der Säule festgehalten werden sollen: Das sind im Schnitt nur 1 Euro pro Wohltat, das scheint mir für einen Politiker meines Formates doch mehr als angemessen, rechnete Steuber vor. Eigentlich seien es zwar fast 3 Milliarden Wohltaten gewesen, für die bauliche Realisierung dieser realen Größenordnung habe sich aber kein Statiker finden lassen. Aus diesem Grunde müsse man es leider bei einer Bauhöhe von 834 m bewenden lassen. Im Gegenzug kündigte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) an, gegen das Bauprojekt zu klagen. Möglicherweise soll es auch zu einem Volksentscheid in Bayern kommen. Auch gegen einen positiven Planfeststellungsbeschluss durch die Regierung von Oberbayern kündigte Ude Widerstand an. Die Stadt München lehnt mit ihrer rot-grünen Stadtratsmehrheit den Bau des Trans-Ed ab.