Das aktuelle Heft der PID widmet sich dem Thema Coaching und Organisationsberatung. Ein psychotherapeutisches Thema? Die Herausgeber dieses Heftes, Arist von Schlippe, Julika Zwack und Jochen Schweitzer, formulieren ihre Gründe für dieses Heft in ihrem Editorial folgendermaßen:„Welche Metapher könnte das Verhältnis von Psychotherapie und Coaching beschreiben? Schwestern vielleicht – unterschiedlich alt, die eine schon erwachsen – und stolz darauf, die andere(n) gerade der Pubertät entwachsen. Sie konkurrieren, sind jeweils ,einzigartig‘ und doch einander ähnlich. Und wie Schwestern so sind, sind sie darauf bedacht, die Unterschiedlichkeit zu betonen, auch wenn, oder gerade weil die Umwelt die Ähnlichkeit hervorhebt. Manchmal werden sie verwechselt und je nach Umfeld, kommen sie auch unterschiedlich gut an. (
) Es waren vor allem zwei Gründe, die uns veranlassten, dieses Heft herauszugeben. Zum einen die unübersehbare ,Verwandtschaft‘, die sich auch darin äußert, dass eine nicht gerade kleine Zahl von Psychotherapeutinnen und -therapeuten ,nebenher‘ oder in einem späteren Laufbahnabschnitt auch in Tätigkeitsfeldern tätig ist, die nichts mit ,Heilbehandlung‘ zu tun haben. Dass sie dafür angefragt werden, lässt vermuten, dass ein Teil ihrer Kompetenzen dort nützlich verwendet werden kann. (
) Ein zweiter Anlass für dieses Heft ist die Tatsache, dass fast alle Psychotherapeuten selbst ihrerseits in organisationsförmigen Strukturen arbeiten. Für die in privater Praxis Niedergelassenen zeigt sich dies in Quartalsabrechnungen, Richtlinien und Qualitätssicherungsprozeduren. Die in Institutionen Beschäftigten merken dies in ihrer Zusammenarbeit mit Chefs, Kollegen, Verwaltungen“ Neben den üblichen Beiträgen aus unterschiedlichen Therapieschulen zum Thema finden sich diesmal eine ganze Reihe systemischer Arbeiten – was vielleicht auch damit zu tun hat, dass der Systemische Ansatz eine umfangreiche und ausgearbeitete Theorie der Organisationanzubieten hat. Neben den Herausgebern haben u.a. Fritz B. Simon, Karin Martens-Schmid, Ulrike Borst , Torsten Groth und Tom Levold systemische Perspektiven beigesteuert.
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9. Oktober 2007
von Tom Levold
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Unmittelbar vor seiner Abwahl als bayerischer Ministerpräsident verkündete Edmund Stoiber heute eine Einigung über den umstrittenen Denkmalbau Trans-Ed, der nun nach langem Ringen gebaut werden soll. Die Finanzierung des Monumentalmonuments sei bis zu einer Höhe von 1,85 Milliarden Euro gesichert. Die bestehende Lücke habe die Staatskanzlei schließen können. Allerdings ist der genaue Baupreis weiterhin unklar. Zunächst hieß es, dass die Bauindustrie einen Festpreis in Höhe der jetzt zusammengesammelten 1,85 Milliarden Euro zugesichert habe. Diese Botschaft erwies sich aber schnell als falsch.„Wir wollen uns am gesetzten Kostenrahmen orientieren“, erklärte Stoiber. Er musste jedoch einräumen, dass die Summe noch steigen kann. Erst in einem halben Jahr sei mit einem Festpreis zu rechnen. Neu ist auch eine bezifferte Hoffnung auf EU-Gelder aus der europäischen Kulturstiftung. Zwar bezweifelte Kommissionschef Barroso erst jüngst, dass EU-Gelder fließen würden, da es sich um ein Projekt von zweifelhaften kulturellem Wert handele. Dennoch hat Stoiber 50 Millionen Euro aus Brüssel eingerechnet: Bei aller Toleranz: Nicht nur Kathedralen, sondern auch Deutsche Denkmäler müssen höher sein als Moscheen, das muss auch von der EU eingesehen werden“. Die letzten 100 Millionen Euro zur Kostendeckung sollen vom Vatikan kommen, der dem Bayern-Projekt angeblich wohlwollend gegenüberstehen soll. Der Trans-Ed soll die Münchener Staatskanzlei mit dem Himmel verbinden und ist der römischen Trajanssäule nachempfunden (in der nebenstehenden Abbildung ist ein Modell des Denkmals zu sehen). Die Himmelsverbindung soll mithilfe des Trans-Ed bis zu 15 Minuten kürzer dauern, kaum Geräusche verursachen und eine gute Umweltbilanz aufweisen. Allenfalls für den Flugverkehr über München könnte es kleinere Probleme geben, die aber leicht in den Griff zu bekommen seien. Die hohen Kosten ergeben sich Steuber zufolge daraus, dass alle 1,85 Milliarden Wohltaten seiner Amtszeit von bayerischen Steinmetzen in Wort und Bild auf der Säule festgehalten werden sollen: Das sind im Schnitt nur 1 Euro pro Wohltat, das scheint mir für einen Politiker meines Formates doch mehr als angemessen, rechnete Steuber vor. Eigentlich seien es zwar fast 3 Milliarden Wohltaten gewesen, für die bauliche Realisierung dieser realen Größenordnung habe sich aber kein Statiker finden lassen. Aus diesem Grunde müsse man es leider bei einer Bauhöhe von 834 m bewenden lassen. Im Gegenzug kündigte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) an, gegen das Bauprojekt zu klagen. Möglicherweise soll es auch zu einem Volksentscheid in Bayern kommen. Auch gegen einen positiven Planfeststellungsbeschluss durch die Regierung von Oberbayern kündigte Ude Widerstand an. Die Stadt München lehnt mit ihrer rot-grünen Stadtratsmehrheit den Bau des Trans-Ed ab.