Nachdem in den letzten Monaten bereits die genetische Basis von Alkoholismus, ADHS, Schizophrenie, Rechtschreibschwäche, Lügen und außerehelichen Beziehungen entschlüsselt werden konnte, vermochten Genforscher aus fünf Ländern in einem einmaligen Selbstversuch erstmals zu beweisen, dass auch der Wunsch, Gene zu erforschen, selbst genetisch bedingt ist. So konnten sie aus der DNA von ingesamt 45 GenforscherInnen signifikant häufiger das Genforschungsgen GFG456 isolieren als bei einer Kontrollgruppe von 45 GeisteswissenschaftlerInnen mit gleichem kulturellen und biologischen Hintergrund. Nach Ansicht des Leiters der Studiengruppe, Gene Mind, der die Studie in einer Pressekonferenz in London vorstellte, ist das ein klarer Beleg für die Überlegenheit des Genforschungsansatzes. Ein weiterer wichtiger Befund, so Mind, habe gezeigt, dass – wie befürchtet – auf den Chromosomen der Geisteswissenschaftler zwar jede Menge Gene entdeckt werden konnten, aber kein Geist! Dieses für Geisteswissenschaftler ernüchternde Ergebnis sei ebenfalls ein Indiz für herausragende Bedeutung der Genforschung für die Erklärung sozialer Tatsachen. Gleichzeitig stellte Mind das bevorstehende Forschungsprojekt der Studiengruppe vor: er wies darauf hin, dass alle vorhandenen Untersuchungen von Familienstammbäumen die Hypothese nahelegten, dass sowohl Katholizismus als auch Protestantismus genetisch übertragen werden. Man stehe kurz vor der Sequenzierung des Religiositätsgens, welche entgültigen Aufschluss über die Wurzeln menschlicher Spiritualität liefern könnte. Die Untersuchung sei aber insofern nicht ganz einfach, als das besagte Gen in den unterschiedlichsten Lebensräumen vielfachen Mutationen ausgesetzt gewesen sei, die nun vom Forschungsteam rekonstruiert werden müssten, teilte der Forscher mit. Mit Ergebnissen sei nicht vor Mariä Empfängnis zu rechnen, allerdings könne man ihnen sehr hoffnungsvoll entgegensehn.
10. Oktober 2007
von Tom Levold
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Unmittelbar vor seiner Abwahl als bayerischer Ministerpräsident verkündete Edmund Stoiber heute eine Einigung über den umstrittenen Denkmalbau Trans-Ed, der nun nach langem Ringen gebaut werden soll. Die Finanzierung des Monumentalmonuments sei bis zu einer Höhe von 1,85 Milliarden Euro gesichert. Die bestehende Lücke habe die Staatskanzlei schließen können. Allerdings ist der genaue Baupreis weiterhin unklar. Zunächst hieß es, dass die Bauindustrie einen Festpreis in Höhe der jetzt zusammengesammelten 1,85 Milliarden Euro zugesichert habe. Diese Botschaft erwies sich aber schnell als falsch.„Wir wollen uns am gesetzten Kostenrahmen orientieren“, erklärte Stoiber. Er musste jedoch einräumen, dass die Summe noch steigen kann. Erst in einem halben Jahr sei mit einem Festpreis zu rechnen. Neu ist auch eine bezifferte Hoffnung auf EU-Gelder aus der europäischen Kulturstiftung. Zwar bezweifelte Kommissionschef Barroso erst jüngst, dass EU-Gelder fließen würden, da es sich um ein Projekt von zweifelhaften kulturellem Wert handele. Dennoch hat Stoiber 50 Millionen Euro aus Brüssel eingerechnet: Bei aller Toleranz: Nicht nur Kathedralen, sondern auch Deutsche Denkmäler müssen höher sein als Moscheen, das muss auch von der EU eingesehen werden“. Die letzten 100 Millionen Euro zur Kostendeckung sollen vom Vatikan kommen, der dem Bayern-Projekt angeblich wohlwollend gegenüberstehen soll. Der Trans-Ed soll die Münchener Staatskanzlei mit dem Himmel verbinden und ist der römischen Trajanssäule nachempfunden (in der nebenstehenden Abbildung ist ein Modell des Denkmals zu sehen). Die Himmelsverbindung soll mithilfe des Trans-Ed bis zu 15 Minuten kürzer dauern, kaum Geräusche verursachen und eine gute Umweltbilanz aufweisen. Allenfalls für den Flugverkehr über München könnte es kleinere Probleme geben, die aber leicht in den Griff zu bekommen seien. Die hohen Kosten ergeben sich Steuber zufolge daraus, dass alle 1,85 Milliarden Wohltaten seiner Amtszeit von bayerischen Steinmetzen in Wort und Bild auf der Säule festgehalten werden sollen: Das sind im Schnitt nur 1 Euro pro Wohltat, das scheint mir für einen Politiker meines Formates doch mehr als angemessen, rechnete Steuber vor. Eigentlich seien es zwar fast 3 Milliarden Wohltaten gewesen, für die bauliche Realisierung dieser realen Größenordnung habe sich aber kein Statiker finden lassen. Aus diesem Grunde müsse man es leider bei einer Bauhöhe von 834 m bewenden lassen. Im Gegenzug kündigte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) an, gegen das Bauprojekt zu klagen. Möglicherweise soll es auch zu einem Volksentscheid in Bayern kommen. Auch gegen einen positiven Planfeststellungsbeschluss durch die Regierung von Oberbayern kündigte Ude Widerstand an. Die Stadt München lehnt mit ihrer rot-grünen Stadtratsmehrheit den Bau des Trans-Ed ab.