Im aktuellen Heft der systeme, die von ÖAS und der Systemischen Gesellschaft gemeinsam herausgegeben wird, finden sich neben zwei Beiträgen zur politischen Situation systemischer Therapie drei größere Arbeiten zu„gesellschaftlichen und politischen Kontexten und ihre Wirkmacht auf unsere KlientInnen“, wie es im Editorial heißt:„Volker Koehnen plädiert mit seinem Beitrag ‚Die Sozialisierung der Psychotherapie‘ – anhand des Topos Arbeitslosigkeit – für eine Durchlüftung systemischer Räume: Er rückt gesellschaftliche Rahmenbedingungen von persönlichen Lebens- und Problemerzählungen in den Fokus und zeigt neue Möglichkeiten systemischer Arbeit bei ‚politisch induzierten‘ Problemdefinitionen. Salvatore Giacomuzzis Text ‚Die Auster kann sich immer noch entscheiden‘ bietet einen kurzweiligen Einblick in die Arbeit mit transsexuellen (oder besser transidenten) Menschen aus narrativer Perspektive. Auch hier spielen (internalisierte) gesellschaftliche und soziokulturelle Entwürfe (in dem Fall von Geschlechtsidentität/en) eine bedeutsame Rolle. (
) Herbert Gröger und Luigi Trenkler haben sich intensiv mit dem Thema Männer beschäftigt. Ausgangspunkt ihrer Analysen ist die Annahme, dass mehr oder weniger reflektierte allgemeine Vorstellungen und soziokulturelle Ideen über Männer und Männlichkeit in den Köpfen von KlientInnen und TherapeutInnen in jedem psychotherapeutischen Prozess wirksam sind; die Autoren präsentieren Ideen und Leitlinien, we man
damit professionell umgeht bzw. Geschlechterdiskurse nutzbar machen kann“.
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2. Februar 2008
von Tom Levold
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Köln (GWG): In einem offenen Brief vom 22. Januar 2008 wendet sich der Wissenschaftliche Beirat der„Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie“ (GwG) an die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Helga Kühn-Mengel. Vertreten durch ihren Sprecher, Prof. Dr. Jürgen Kriz, fordern die 19 Wissenschaftler des Beirats, dass dem„angeblichen Bewertungsverfahren zur Gesprächspsychotherapie“ seitens des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA)„endlich ein Ende gesetzt wird“. Dem G-BA werfen die Wissenschaftler vor, dass er das Verfahren zu einer„Farce verkommen“ ließe und„Machtmissbrauch“ mit seiner„Lobby-Politik“ betreibe. Der G-BA hatte am 20. Dezember 07 nicht wie allgemein erwartet worden war die Gesprächspsychotherapie nach über 20 Jahren Annerkennungsprozedere endlich als Kassenleistung für die Patienten zugelassen, sondern die Entscheidung wieder vertagt und die Psychotherapie-Richtlinien geändert.
40 % der US-amerikanischen Soldaten, ein Drittel der Marine sowie die Hälfte der Mitglieder der Nationalgarde weisen Symptome schwerwiegender psychischer Störungen auf. Nun denkt die amerikanische Regierung darüber nach, schon präventiv an die Soldaten im Einsatz Psychopharmaka zu verabreichen, die ihre Traumatisierung (der Soldaten) durch ihre Tätigkeit verhindern oder einschränken sollen. Im amerikanischen Online-Magazin AlterNet ist ein kritischer Artikel von Penny Coleman zum Thema zu finden, den ich zur Lektüre empfehle:„I cannot imagine what aspects of selfhood will have to be excised or paralyzed so soldiers will no longer be troubled by what they, not to mention we, would otherwise consider morally repugnant. A soldier who has lost an arm can be welcomed home because he or she still shares fundamental societal values. But the soldier who sees her friend emulsified by a bomb, or who is ordered to run over children in the road rather than slow down the convoy, or who realizes too late that the woman was carrying a baby, not a bomb — if that soldier’s ability to feel terror and horror has been amputated, if he or she can no longer be appalled or haunted, something far more precious has been lost. I am afraid that the training or conditioning or drug that will be developed to protect soldiers from such injuries will leave an indifference to violence that will make them unrecognizable to themselves and to those who love them. They will be alienated and isolated, and finally unable to come home“