Wie das Dulwich-Centre gestern auf seiner website mitteilte, ist Michael White im Alter von 59 Jahren gestorben. Am 29. Dezember wäre er 60 Jahre alt geworden. Michael White gilt als Wegbereiter des narrativen Ansatzes in der systemischen Therapie, er war auch in den deutschsprachigen Ländern sehr bekannt und ein erfolgreicher Autor. Auf der website heißt es:„e are writing now, as promised, to keep you in touch with the latest developments in relation to Michael. We are so sorry to say that the news is not good. Michael has just passed away.
In the last few days, Michael has been accompanied by family members and friends and treated with the greatest care by the intensive care staff. Those closest to him have not only cared for Michael but also found ways to keep in touch with people in different parts of the world and for this we are grateful.
Michael has also been in the thoughts of so many people. We would like to thank all of those who have sent messages of support at this time. Over coming days, weeks, months and years these will offer sustenance and company.
So many times over the years we have heard Michael express gratitude for the ways in which people would include him in their lives. This may have been those who met him in a counselling context, or a teaching context. As we continue to receive messages of support and memory we’re confident that, were he to be reading them, Michael would be reflecting on what all those who are writing also offered to his life.
As soon as we know them, we will let you know of memorial arrangements.
In the meantime, if you are in Adelaide, we will be making Dulwich Centre available from 10am-11am each day next week. If you would just like somewhere to come, meet others and talk, we would welcome seeing you during these times.
And we will continue to welcome receiving messages which will be passed on to Michael’s family (please just send these to this address: newsandconnections@dulwichcentre.com.au).
Thank you again for all your kindnesses.
From all of us here at Dulwich Centre
and Michaels family
(Wolfgang Loth macht auf einen Beitrag von Michael White zum Thema„Das Wiedereingliedern der verlorenen Beziehung bei erfolgreicher Trauerarbeit“ aufmerksam, der in systhema 1/2005 erschienen ist und online gelesen werden kann. Im abstract heißt es:„Ergänzend zu der Vorstellung, dass erfolgreiche Trauerarbeit durch die Akzeptanz der Endgültigkeit des Verlustes charakterisiert ist, favorisiert der Autor den Ansatz des Wiedereingliederns der verlorenen Beziehung. Geleitet von der saying-hullo Metapher werden zahlreiche Fragen gestellt, die es ausgeprägt trauernden Personen ermöglichen, ihre Beziehung zu einer verlorenen geliebten Person zurückzugewinnen. Am Beispiel von zwei Beratungsgesprächen wird die Wirkung der Fragen illustriert und differenziert erörtert. Abschließend werden Überlegungen zur Anwendung der saying-hullo Metapher in anderen Beratungskontexten skizziert“
Nun gilt es, hullo zu Michael White zu sagen.




Im Februar 2003 veröffentlichte die Paar- und Sexualtherapeutin Ulrike Brandenburg mit dem 2005 verstorbenen Heinz Kersting aus Aachen eine Arbeit über den systemischen Ansatz bei sexuellen Problemen, der in der edition ferkel nun auch im systemagazin zu lesen ist:„Anhand eines Erstgesprächs mit einem impotenten Paar wird Systemische Sexualtherapie dargestellt, analysiert und diskutiert. Dabei wird deutlich, welch hohe therapeutische Potenz der systemische Ansatz bei der Behandlung von Menschen mit sexuellen Problemen hat. Nicht die Störung an sich, sondern die Störung in Bezug auf wen, auf was, auf wie darum geht es. Die systemische Therapie vermag mit ihren Möglichkeiten ein Verständnis herzustellen dafür, wie Sexualität kommuniziert wird. Durch ihre geplanten Irritationen bietet sie in einem zweiten Schritt an, dieses Kommunikationssystem sofern vom Paar gewünscht zu verändern. Insofern ist sie in der Lage, Patienten darin zu unterstützen, Sexualität neu zu konstruieren. Am beschriebenen Fall wird aufgezeigt, wie das Paar unter der behutsam verstörenden, ressourcenorientierten und ermutigenden Anleitung durch die Therapeutin zu dem angst- und schambesetzten Thema der Impotenz eigene und neue Perspektiven bezüglich des Symptoms vornehmen kann. Über das Wagnis des Sich-Einander-Zumutens erhöhen sich Nähe und emotionale Intimität und es entwickelt sich ein von dem Paar selbst initiierter Prozess von höchster therapeutischer Potenz. Dabei kann das Symptom der Impotenz bereits an Bedeutung verlieren, obwohl auf der Symptomebene noch gar nicht therapeutisch gearbeitet wurde“
systemagazin ist von interessierter Seite ein internes Arbeitspapier der„Arbeitsgruppe Aktualisierung der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen – ICD 11″ zugespielt worden, die als Zusammenschluss forschender Psychiater und Psychotherapeuten aus dem Bereich namhafter Verbände, Institute und Kliniken mit Schwerpunkt auf dem Gebiet der deutschsprachigen Sozialpsychiatrie damit befasst ist, Vorschläge für eine Aktualisierung des derzeitig gültigen ICD-10-Kataloges zu entwickeln. Die vorliegende, vertrauliche Passage gilt der Einführung einer neuen umschriebenen Störungskategorie im Bereich der bereits bekannten spezifischen Persönlichkeitsstörungen sowie anderen Persönlichkeitsstörungen und anhaltenden Persönlichkeitsänderungen. Diese Kategorien werden im bisherigen ICD-10-Katalog unter den Ziffern F60 F62 beschrieben und katalogisiert. Die neu zu katalogisierende Störung soll mit ICD 11 F 62.2 – andauernde Persönlichkeitsstörung nach tief greifender sozioökonomischer Belastung Ökonomisierungswahn überschrieben werden. Da in den letzten Monaten auch im systemagazin eine heftige Debatte um das„Störungsspezifische Wissen“ in der systemischen Therapie zu verzeichnen war, sind alle Leserinnen und Leser herzlich eingeladen, ihre Meinungen und Kommentare über die Einführung dieser neuen Diagnose an dieser Stelle beizusteuern. 

