Nach dem gelungenen Start im Herbst vergangenen Jahres bringt die Crew um das Management Zentrum Witten eine neue Ausgabe der„revue für postheroisches management“ heraus – nicht weniger ästhetisch und aufwendig gestaltet wie die Startnummer, im Großformat und mit Lesebändchen, alles in einem ansprechendem Layout. Auch diesmal zieht sich ein künstlerischen Beitrag (von Ingeborg Lüscher) mit großformatigen Abbildungen durch das Heft, in dem es schwerpunktmäßig um Beratung geht. Es beginnt mit einer begriffshistorischen Betrachtung Peter Sloterdijks über die Konsultanten (die übrigens auch online zur Verfügung steht) und wird von einem längeren Beitrag von Roswita Königswieser über ihr Konzept der„Komplementärberatung“ fortgesetzt, der von Rudolf Wimmer in einem Kommentar gründlich kritisiert wird. Ein ausführliches Interview mit Rudolf Wimmer zu seinem Konzept systemischer Organisationsberatung wird wiederum von Roswita Königswieser kommentiert. Ein sehr schöner Beitrag von James March befasst sich mit den Vorurteilen, die Organisationsberater und Organisationsforscher voneinander haben, Günter Ortmann fokussiert darauf, dass Beratung immer auch auf eine Portion Glück angewiesen ist (hat aber selbst ein bisschen Pech, wenn er aus Klaus Esser von Mannesmann unterderhand zu Hartmut Esser macht). Diese und andere Beiträge machen das Heft von Anfang bis Ende lesenswert, die Lektüre vergnüglich und kurzweilig. Was bei den Rezensionen fehlt: Wo die besprochenen Werke denn erschienen und erhätlich sind. Die Revue ist übrigens hier erhältlich.
Zum Inhaltsverzeichnis
10. April 2008
von Tom Levold
Keine Kommentare






Im Februar 2003 veröffentlichte die Paar- und Sexualtherapeutin Ulrike Brandenburg mit dem 2005 verstorbenen Heinz Kersting aus Aachen eine Arbeit über den systemischen Ansatz bei sexuellen Problemen, der in der edition ferkel nun auch im systemagazin zu lesen ist:„Anhand eines Erstgesprächs mit einem impotenten Paar wird Systemische Sexualtherapie dargestellt, analysiert und diskutiert. Dabei wird deutlich, welch hohe therapeutische Potenz der systemische Ansatz bei der Behandlung von Menschen mit sexuellen Problemen hat. Nicht die Störung an sich, sondern die Störung in Bezug auf wen, auf was, auf wie darum geht es. Die systemische Therapie vermag mit ihren Möglichkeiten ein Verständnis herzustellen dafür, wie Sexualität kommuniziert wird. Durch ihre geplanten Irritationen bietet sie in einem zweiten Schritt an, dieses Kommunikationssystem sofern vom Paar gewünscht zu verändern. Insofern ist sie in der Lage, Patienten darin zu unterstützen, Sexualität neu zu konstruieren. Am beschriebenen Fall wird aufgezeigt, wie das Paar unter der behutsam verstörenden, ressourcenorientierten und ermutigenden Anleitung durch die Therapeutin zu dem angst- und schambesetzten Thema der Impotenz eigene und neue Perspektiven bezüglich des Symptoms vornehmen kann. Über das Wagnis des Sich-Einander-Zumutens erhöhen sich Nähe und emotionale Intimität und es entwickelt sich ein von dem Paar selbst initiierter Prozess von höchster therapeutischer Potenz. Dabei kann das Symptom der Impotenz bereits an Bedeutung verlieren, obwohl auf der Symptomebene noch gar nicht therapeutisch gearbeitet wurde“