Die Forschergruppe um Kerstin von Sydow und Jochen Schweitzer, die die Meta-Analyse von Wirksamkeitsstudien über die Systemische Therapie als Grundlage des Antrages auf Anerkennung der Systemischen Therapie als wissenschaftlich begründetes Verfahren erarbeitet hat (im systemagazin rezensiert), hat das zugrundeliegende Verfahren antragspragmatisch schlicht„Systemische Therapie/Familientherapie“ genannt, um damit die Lufthoheit über alles zu gewinnen, was unter diesen Namen bislang erforscht worden ist. Ob diese inhaltliche Verklammerung zweier nicht nur historisch, sondern auch konzeptuell durchaus unterschiedlicher Theorie-Praxis-Komplexe über diese antragspragmatische Perspektive hinausreicht, bleibt zu diskutieren. Jedenfalls haben die AutorInnen 2007 auch eine zusammenfassende Beschreibung für das Psychotherapeutenjournal geschrieben, in der vom Konstruktivismus und von Luhmann bis hin zu manualisierten, störungsspezifischenn Therapien nichts ausgelassen wird:„In jüngster Zeit zeichnet sich ein Trend zu komplexeren, manualisierten, systemtherapeutischen Behandlungspaketen ab, die meist von einer Forschergruppe für bestimmte Störungsbilder entwickelt und beforscht werden“. Ob dieser Trend von der Autorengruppe nur beobachtet oder auch selbst angeschoben wird, ist dabei eine weitere Frage. Jedenfalls kann ihre interessante Synopse auch online gelesen werden, und zwar hier
24. April 2008
von Tom Levold
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Russell Crane von der Brigham Young University in Utah, USA, beschäftigt sich seit längerem mit den gesundheitsökonomischen Aspekten des Einsatzes von Familientherapie als Behandlungsform. Ein Beitrag über die Kosten-Nutzen-Rechnung von Familientherapie ist im Psychotherapeutenjournal 1/2007 erschienen und kann auch online gelesen werden.„Die vorliegende Arbeit fasst Effektivitätsstudien zur Einbeziehung familientherapeutischer Behandlungen in die medizinische Versorgung psychischer Erkrankungen zusammen. Das zur Verfügung stehende Datenmaterial stammt aus drei unterschiedlichen Quellen: 1. einer im Westen der USA (Region Utah) ansässigen großen Health Maintenance Organization (HMO, Krankenkasse) mit 180.000 Mitgliedern; 2. dem Medicaid-System (staatlicher Gesundheitsdienst für bedürftige Bürger) des US-Staates Kansas; 3. einer großen nationalen US-Krankenversicherungsgesellschaft mit neun Millionen Versicherten. Die gewonnenen Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die Einbeziehung familientherapeutischer Maßnahmen in die medizinische Versorgung die Häufigkeit von Arztbesuchen insbesondere bei Menschen, die oft einen Arzt aufsuchen, reduzieren können. Ebenso ergaben die in zwei unterschiedlichen Krankenversicherungssystemen durchgeführten Studien, dass die Einbeziehung von Familientherapie als Behandlungsform die Gesundheitskosten nicht ansteigen lässt“

