Jean Ziegler, Soziologe und ehemaliger Schweizer Nationalrat, ist jetzt UN-Sonderbeauftragter für das Recht auf Nahrung. Als solcher hat er dem Österreichischen„Kurier“ ein aufrüttelndes Interview gegeben. Darin heißt es:„KURIER: Herr Ziegler, wir stöhnen alle über die steigenden Lebensmittelpreise, aber für viele Menschen am andern Ende der Welt bedeuten diese Preissteigerungen den sicheren Tod. Wie kann es sowas im 21. Jahrhundert geben? Jean Ziegler: Der Hunger ist leider längst eisige Normalität. Zu dieser Tragödie kommt nun die Explosion der Agrarrohstoffe allein Reis ist um 53 Prozent gestiegen. Aber während ein Haushalt in Wien oder Genf 10 bis 15 Prozent seines Einkommens für Lebensmittel ausgibt, sind es in Haiti, Simbabwe oder Bangladesch 80 bis 90 Prozent. Diese Menschen können sich Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten und ernähren sich mittlerweilevon getrocknetem Lehm. Da ist unser Stöhnen über die Fleischpreise wahrlich ein Luxusproblem. Wer ist schuld an diesem Hungerkrieg? Es gibt drei Gründe: Erstens die Biotreibstoffe. Allein die USA verbrennen 138 Millionen Tonnen Mais, damit ihre Autos das Klima nicht ganz, sondern nur halb kaputt machen. Vom Mais, das für einen Tank verbrannt wird, könnte ein mexikanisches Kind ein Jahr lang essen! Der zweite Grund sind die Börsenspekulanten, die verstärkt in Agrarrohstoffaktien investieren und so auf dem Rücken der Verhungernden ihre Profite machen. Der dritte Grund sind die Agrarexportsubventionen der EU. Es ist die totale Arroganz des Westens, die schuld ist, dass noch immer alle fünf Sekunden ein Kind auf dieser Welt verhungert“
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22. April 2008
von Tom Levold
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Russell Crane von der Brigham Young University in Utah, USA, beschäftigt sich seit längerem mit den gesundheitsökonomischen Aspekten des Einsatzes von Familientherapie als Behandlungsform. Ein Beitrag über die Kosten-Nutzen-Rechnung von Familientherapie ist im Psychotherapeutenjournal 1/2007 erschienen und kann auch online gelesen werden.„Die vorliegende Arbeit fasst Effektivitätsstudien zur Einbeziehung familientherapeutischer Behandlungen in die medizinische Versorgung psychischer Erkrankungen zusammen. Das zur Verfügung stehende Datenmaterial stammt aus drei unterschiedlichen Quellen: 1. einer im Westen der USA (Region Utah) ansässigen großen Health Maintenance Organization (HMO, Krankenkasse) mit 180.000 Mitgliedern; 2. dem Medicaid-System (staatlicher Gesundheitsdienst für bedürftige Bürger) des US-Staates Kansas; 3. einer großen nationalen US-Krankenversicherungsgesellschaft mit neun Millionen Versicherten. Die gewonnenen Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die Einbeziehung familientherapeutischer Maßnahmen in die medizinische Versorgung die Häufigkeit von Arztbesuchen insbesondere bei Menschen, die oft einen Arzt aufsuchen, reduzieren können. Ebenso ergaben die in zwei unterschiedlichen Krankenversicherungssystemen durchgeführten Studien, dass die Einbeziehung von Familientherapie als Behandlungsform die Gesundheitskosten nicht ansteigen lässt“


