Mit dieser Frage, die scheinbar harmlos daher kommt (glaubt doch jeder sofort, die einzig richtige Antwort geben zu können), beschäftigte sich Martin Lehnert in der Abschlussarbeit seines Sozialpädagogikstudiums. Dabei geht es ihm darum, wie das soziale Phänomen„Konflikt“ denn überhaupt empirisch fassbar gemacht werden kann. Konflikt ist dabei für ihn weder an Akteure und Handlungen noch an Strukturen gekoppelt, sondern ein rein kommunikativer Vorgang. Wolfgang Loth schreibt in seiner Rezension:„Es bleibt wohl dabei, wer Luhmann-Spirit spürt, wird auch das spannend finden, was sich aus diesem Werk an weiterführender Diskussion ergibt, wenigstens abschnittweise. Und wem es fremd bleibt, der wird genügend Anlass finden, sich allein durch die elaborierte Sprachform exkludiert zu fühlen, ausgeschlossen also, nicht eingeladen, und die Lektüre dieses Büchleins wäre dann vermutlich eine dispräferierte Reaktion. So dürfte denn auch dessen (Nicht-)Rezeption ein schönes Beispiel für eine Konfliktbeobachtung sein, wenn auch vielleicht keine systemtheoretische, sondern eher eine motivationspraktische. Schade, wenn es dabei bliebe, denn eigentlich stellt Lehnert mit seinen Überlegungen recht gescheite Irritationen zur Verfügung, die Lernen anregen könnten, auch ein Lernen, das über den hier diskutierten Kontext hinausgeht. Denn das wird deutlich: es geht dem Autor tatsächlich ausschließlich um Theorieentwicklung, um Beobachtung, nicht um das Herausarbeiten konstruktiver(er) Lösungsideen. Diese könnten sich jedoch entwickeln, wenn man sich anregen lässt von den angestellten Überlegungen“
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23. Mai 2008
von Tom Levold
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Wie der Bundestagspräsident Norbert Lammert gestern überraschend auf der Bundespressekonferenz bekannt gab, haben sich alle 612 Abgeordnete des Deutschen Bundestages verpflichtet, zukünftig ihre 16prozentige Diätenerhöhung für die Opfer von Unwettern und anderen klimatisch bedingten Katastrophen einzusetzen. Zu den ersten Begünstigten gehören die Opfer des Zyklons Nargis in Myanmar. Wie Lammert mitteilte, setzt jeder Abgeordnete für jeden Euro seiner Diätenerhöhung noch einmal einen Euro aus seinem privaten Vermögen in den Spendentopf ein.„Wir haben eingesehen, dass wir in der Vergangenheit als Parlament viele Entscheidungen getroffen haben, die zur sich abzeichnenden Weltklimakatastrophe beigetragen haben. Dies bedauern wir zutiefst. Als Zeichen der Umkehr möchten wir die Zweckbindung unserer Diätenerhöhung an die Unterstützung der Opfer dieser Entwicklung verstanden wissen. Wir sehen unsere Aktion
gleichzeitig als Signal an die Vorstände der großen Deutschen Unternehmen, die maßlose Erhöhung ihrer Bezüge in den vergangenen Jahren ebenfalls für diesen Zweck einzusetzen“, so Lammert wörtlich. Der Bundesverband der Deutschen Industrie und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände zeigten sich in ersten Reaktionen begeistert.„Wir freuen uns über diese Initiative des Bundestages und werden unser Bestes tun, um die Aktion zu unterstützen. Viele unserer Vorstände wissen ohnehin nicht mehr recht, was sie mit ihrem Geld anfangen sollen“, äußerte sich der Präsident des BDI, Jürgen R. Thumann, in einer ersten Stellungnahme. Dem Vernehmen nach soll Joseph Ackermann (Foto: Deutsche Bank) bereits in einer spontanen Reaktion ein Drittel seines Jahresgehaltes von 13,2 Millionen für die Aktion gestiftet haben. Der ehemalige Mannesmann-Chef Klaus Esser überwies dem Vernehmen nach sogar die kompletten 30 Mio. aus seiner Vodafone-Abfindung. Ex-Bundespräsident Roman Herzog zeigte sich gerührt:„Endlich geht ein Ruck durch Deutschland, wie ich ihn mir nicht besser hätte erträumen können“.