Vor kurzem erhielt ich von G. Seidenstücker (Uni Trier) den Hinweis auf einen interessanten Text im Internet. Es handelt sich um die Dissertation von Robert Baur (Augsburg) über den sokratischen Dialog und die hypnosystemische Teilearbeit in Therapie und Beratung. Im weitesten (und besten) Sinn geht der Autor hier der Frage nach, wie notwendig es ist,„die historisch gewachsenen Prämissen von Methoden“ zu kennen, wenn man daran interessiert ist, sie zusammenzuführen und sie integrativ zu verwenden. Beispielhaft diskutiert Baur hier den sokratischen Dialog als ideelle Grundlage für spätere kognitiv-verhaltenstherapeutische Methoden (RET, KVT) und im Vergleich dazu die historischen und theoretischen Prämissen der Teilearbeit, insbesondere in ihrer hypnosystemischen Ausprägung. Als Dissertation ist die vorliegende Arbeit natürlich auch an inhaltlicher Präzisierung und möglichst umfassender Vollständigkeit orientiert. So etwas kann oft genug abschrecken. Wenn eine umfangreiche Quellensammlung und deren differenzierende und verknüpfende Diskussion jedoch sprachlich so eingängig und verständlich daherkommen wie die vorliegende Arbeit, dann sind dem Nutzen und dem Vergnügen gleichermaßen gedient. Und was nun hinsichtlich der Frage nach der Notwendigkeit eines kontextsensiblen Umgangs mit Prämissen bei dem Versuch unterschiedliche Methoden zu integrieren? In seiner Zusammenfassung am Ende schreibt Baur dazu:„Es hat sich in dieser Arbeit gezeigt, welche Chancen sich auf Methodenebene durch eine konstruktivistische Ausrichtung der kognitiven Therapien ergeben. Dennoch sollte dies nicht dazu führen, unter dem Dach des„Konstruktivismus“ alle Kompatibilitätsprobleme als gelöst zu betrachten. Ein vorschnelles Aufgeben von charakteristischen Eigenheiten einer Methode führt eben auch zum Verlust ihrer Stärke“. Zu Baurs Dissertation geht es hier
6. Dezember 2008
von Wolfgang Loth
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Arist von Schlippe erinnert sich heute, an Nikolaus (ganz nebenbei: Happy Birthday Kurt!), im systemagazin Adventskalender an die Begegnungen mit zwei Persönlichkeiten, die ihm geholfen haben, nicht mehr zu versuchen, seinen Vorbildern zu ähneln, sondern seine eigenen Möglichkeiten und Potentiale zu entwickeln: Alfred Dürkop und Virginia Satir.
„Je älter ich geworden bin, je mehr ich in die ‚übliche Sozialisation‘ geraten bin (Schule, Ausbildung, Beziehung, Kinder = Familie, berufliche ‚Karriere‘, soziale Absicherung etc.), desto stärker machten sich Zweifel breit – Zweifel, ob ich mich wirklich so sehr von
Wie bereits gemeldet, wird die„Familiendynamik“ im neuen Jahr in neuem Gewand erscheinen. Die vergangenen 33 Jahrgänge feiern die Herausgeber nun mit einem Klassiker-Heft, das es in sich hat.„Ein Streifzug durch die Geschichte der Familiendynamik“ versammelt 13 Aufsätze aus 33 Jahren, von denen die meisten auch heute noch immer wieder zitiert werden. Zu finden sind u.a. Beiträge von Salvador Minuchin, Mara Selvini, Luigi Boscolo und Gianfranco Cecchin, Helm Stierlin, Fritz Simon, Gunhart Weber, Jochen Schweitzer, Michael White, Harlene Anderson, Harry Goolishian, Steve de Shazer und Rosmarie Welter-Enderlin. Alle Abonnenten erhalten das Klassiker-Heft als Geschenk. Ein Wermutstropfen allerdings ist die Tatsache, dass das Heft auf der
Heute erzählt Rosmarie Welter-Enderlin von einer sehr aktuellen persönlichen Begegnung, die zwar nicht ihren Lebensweg geprägt hat, aber doch erheblich zu ihrem gegenwärtigen Wohlsein 
Guido Strunk erinnert sich heute
Nachdem in den beiden vergangenen Jahren der systemagazin-Adventskalender als„special“ mit Geschichten von systemischen TherapeutInnen, SupervisorInnen und BeraterInnen auf große Resonanz gestoßen ist, gibt es auch in diesem Jahr wieder einen„Atzventz“-Kalender (wie der Rheinländer sagt). Auch dieses Mal geht es um ganz persönliche Eindrücke und Erinnerungen. Im Zentrum steht die Begegnung mit einem Menschen, die einen auf dem Weg zur Systemischen Therapie, Beratung, Coaching etc. beeindruckt, beeinflusst oder berührt hat, oder die es einfach Wert ist, nicht vergessen zu werden. An welche Begegnungen mit KollegInnen, LehrerInnen, FreundInnen denkt man besonders gerne zurück? Welche war besonders wichtig, an- oder aufregend, lustig oder anrührend? Welchen Stellenwert hat diese Geschichte noch heute? Wie sich zeigt, geht es bei vielen gar nicht so sehr um die Begegnung mit den MatadorInnen des Feldes, sondern oft um ganz andere Menschen. Die einzelnen Beiträge machen jedenfalls Freude und geben Anlass zur Besinnung. Lassen Sie sich überraschen und freuen Sie sich auf die Beiträge von Luc Ciompi, Rosmarie Welter-Enderlin, Jürgen Hargens, Arist von Schlippe, Wolfgang Loth, Kurt Ludewig, Bernd Schmid und vielen anderen. Übrigens: Wenn Sie sich angeregt fühlen, auch eine eigene Geschichte zum Kalender beizusteuern, freue ich mich auf Ihre Zusendung. Noch gibt es Tage zu besetzten, aber auch wenn der 24.12. erreicht ist, ist das für einen echten Atzventz-Kalender überhaupt kein Grund aufzuhören.