„Tools sind Strukturierungsangebote, Strukturhilfen. Ihre Strukturelemente ermöglichen Reflexion, leiten Denkprozesse an, fokussieren, verdichten, reduzieren und erhöhen die Komplexität, steuern, geben Sicherheit, machen Verhalten in sozialen Kontexten erwartbar, sind Ermöglichungen. Auf der anderen Seite engen sie ein, verhindern die Beobachtung außerhalb des Rahmens, der Struktur, bringen bestimmte Ergebnisse hervor, andere nicht, verhindern die Kreativität des Chaos und der Unbegrenztheit. Sie determinieren Kommunikationsabläufe und strukturieren Entscheidungsprozesse“ So schreibt Heidi Neumann-Wirsig in ihrer Einleitung zu dem von ihr herausgegebenen Band über die„Methodenvielfalt der Supervision in 55 Beiträgen renommierter Supervisorinnen und Supervisoren“. Trotz aller Ambivalenz, was die aktuelle Tool-Fixiertheit des Beratungsdiskurses betrifft, ist hier eine eindrucksvolle Sammlung unterschiedlichster methodischer Instrumente zusammengekommen. Und was passiert, wenn man sich Supervisions-Tools aus der Perspektive eines Coaches ansieht? Das können Sie in der Rezension von Thomas Webers nachlesen. Immerhin findet auch er, dass„der Herausgeberin (insgesamt) ein schönes Handbuch gelungen (ist), das sicher über die Zielgruppe der Supervisoren hinaus weitere beraterisch Tätige als auch Ausbilder (bis hin zu Lehrern) ansprechen wird“
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26. April 2009
von Tom Levold
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Jens Daniel Peter, Jg. 1975 ist Diplom-Psychologe, Diplom-Musiktherapeut, systemischer Familientherapeut, Supervisor (IGST) sowie Pianist und Komponist. Er arbeitet in einer Erziehungsberatungsstelle und als Supervisor und ist Lehrtherapeut der Mannheimer Gesellschaft für systemische Therapie, Supervision und Weiterbildung. Auf der Website der MAGST ist seine ausgesprochen kritische und gründliche Auseinandersetzung mit Humberto Maturanas Konzept der autopoietischen Systeme und seiner Rezeption hierzulande von ihm zu finden, die die Lektüre lohnt: „Wenn Maturana behauptet, Repräsentationen könnten nicht existieren, weil das Nervensystem eben nur mit internen Zuständen umgeht, dann übersieht er dabei, daß Repräsentation von etwas eine zweistellige Relation ist. Das Vorliegen einer solchen Relation kann also per definitionem nur von einem Beobachter festgestellt werden, der Zugang zu beiden Relata (System und Umwelt) hat. Diese Beschreibung dann als verzerrt zurückzuweisen, eben weil sie von einem Beobachter vorgenommen wurde, übersieht, daß eine Beschreibung aus Sicht des Gehirns vollkommen sinnlos ist. Gleichzeitig privilegiert Maturana dadurch seine eigene Beschreibung allen anderen gegenüber als die zutreffendere ohne Gründe dafür anzugeben oder seine Argumentation zu relativieren; denn auch Maturana befindet sich nur in einer verzerrenden Beobachterposition“
In ihrem Aufsatz Science for the 21st century: from social contract to the scientific core plädieren Gilberto C. Gallopín (Foto links oben),
Wissenschaftsstil kennzeichnend gewesen, daran anschließend entwickelte sich so etwas wie eine„industrialisierte“ Form, auch„eingebundene Form“ genannt. Hier ging es darum, Missionen zu erfüllen und Forscher wandelten sich von unabhängigen Kunsthandwerkern zu Angestellten. Aktuell dominiere so etwas wie ein„corporate know-how“, die ökonomische Verwertbarkeit von Forschung sei das dominierende Leitbild (etwa die Gewinnerwartung angesichts von Gentechnologien). Demgegenüber schlagen die Autoren als eine nützliche wissenschaftliche Praxis vor, immer das Gesamtsystem zu definieren, innerhalb dessen eine Forschungsaufgabe/ein Problem isoliert oder beschrieben werde und nach wichtigen Vernetzungen zu suchen. Es gehe darum, diejenigen Variablen zu erkennen, die durch eine umschriebene Forschungsaufgabe mitbetroffen sind. Erst wenn dies explizit gemacht worden sei, könnten sinnvoll Ausschnitte bestimmt, bzw. umfassendere Kontexte beschrieben werden.