Heute vor 20 Jahren wurde die Mauer in Berlin geöffnet – und ein neuer Zeitabschnitt in Deutschland begann. (Fotografie: Kai Nickel, Some rights reserved, Quelle: piqs) Ist das schon so lange her? Wie viele von Ihnen schon durch einen systemagazin-Newsletter erfahren haben, ist der diesjährige Adventskalender im systemagazin Ihren Erfahrungen gewidmet. Mich interessiert nach all diesen Jahren ein Blick auf Eure & Ihre persönlichen Erinnerungen! Wie haben Sie im therapeutischen und beraterischen Feld in Ost und West das Ereignis des Mauerfalls und die weiteren Entwicklungen im Kontext der Wiedervereinigung im Gedächtnis? Wo waren Sie im November 1989, als die Mauer fiel? Was war mit Ihrer inneren Mauer? Wie lernten Sie Kolleginnen und Kollegen aus dem anderen Teil Deutschlands kennen? Was wussten Sie vorher über- und voneinander? Wie entstanden Freundschaften und Kooperationen – oder auch nicht? Welche Begegnungen haben Ihnen Spaß gemacht, die Augen geöffnet, imponiert? Was hat Sie enttäuscht oder frustriert? Was hat sich für Ihre eigene Arbeit durch die Wiedervereinigung geändert? Was würden Sie heute anders machen, wenn Sie noch einmal die Chance hätten, 1989 wieder zu erleben? Wenn Sie Lust haben, über diese und andere Fragen nicht nur nachzudenken, sondern auch ein paar persönliche Erinnerungen aufzuschreiben, würde ich mich sehr freuen. Alle Beiträge werden im systemagazin veröffentlicht, auch wenn mehr als 24 zusammenkommen. Einige schöne (und übrigens sehr persönliche) Beiträge und Geschichten gibt es schon, aber das deckt noch keinen Adventskalender ab. Platzprobleme gibt es nicht, kurzfassen geht natürlich auch. Aber eine Geschichte sollte es schon sein – keine Abhandlung, keine Spiegelstriche, kein Pamphlet. Ich bin gespannt auf Ihre Geschichten und freue mich über die
Zusendung Ihrer Beiträge an mich 🙂
9. November 2009
von Tom Levold
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„An die Stelle der Unterscheidung von sozialen und psychischen Systemen kann man in der Gegenwart die Unterscheidung von Kommunikation und Bewusstsein treten lassen. In dieser zweiten Fassung werden beide Seiten der Unterscheidung neu und sie werden anders bestimmt. Einerseits wird auf der Seite des Sozialsystems die kommunikationstheoretische Grundlegung der Soziologie benutzt, die seit der Informationstheorie der späten vierziger Jahre als eine Denkmöglichkeit verfügbar ist. Kommunikation ist unter diesen Voraussetzungen nicht etwas, was einem einzelnen Bewusstsein als seine Absicht oder einem einzelnen Akteur als seine Tätigkeit zugerechnet werden kann. Es handelt sich bei jeder einzelnen Kommunikation vielmehr um eine genuin soziale und elementare Einheit, die immer und mindestens zwei Prozessoren (Akteure; Psychen; Bewusstseine) voraussetzt, die an ihrer Produktion beteiligt sind. Eine Reduktion auf einen dieser Prozessoren ist nicht zulässig. Der Begriff des Bewusstseins wiederum kann nicht als bedeutungsidentisch mit dem Begriff des Psychischen gedacht werden. Vielmehr handelt es sich beim Bewusstsein um eine selektive Instanz, die sich, wie es Gregory Bateson formuliert, einer Kodifikation und reduktiven Simplifikation eines weiter gefassten psychischen Lebens verdankt und dies auf der Basis einer Spiegelung eines Teils der Psyche in das Feld des Bewusstseins. Die dieser Überlegung zugrundeliegende Unterscheidung ist die von bewusst und unbewusst. Jener Selektionsprozess, der Teile des Psychischen in das Bewusstsein spiegelt, ist selbst vermutlich eher ein unbewusster Prozess. Jedenfalls steht er unserer willentlichen Anstrengung nicht zur Verfügung“ (In: