systemagazin

Online-Journal für systemische Entwicklungen

27. Februar 2012
von Tom Levold
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Zum Verhältnis von Forschung und Praxis in der Psychotherapie

Auf dem 1. Charta-Kongress in Zürich im Mai 1996 hielt Jürgen Kriz einen Vortrag zum„Verhältnis von Forschung und Praxis in der Psychotherapie“, der zunächst im Psychotherapie Forum erschien und dann in systhema 1/1997 noch einmal nachgedruckt wurde. Die systhema-Fassung ist auch im Internet zu lesen. Kriz schreibt hier:„Gerade wenn wir als Kliniker nach der Beziehung der Psychotherapie-Forschung zu ihrem Gegenstand fragen, ergibt sich oft ein nicht gerade schmeichelhaftes Bild. Denn es ist keineswegs zufällig, daß wir dieselben Strukturen, die in der klassischen abendländischen Wissenschaft als „Tugenden” einer sauberen Methodik propagiert werden, bei unseren Patienten als Kontrollbedürfnisse zum Zwecke der Angstabwehr verstehen: möglichst weitgehende Ausschaltung von Unvorhersehbarem und Unkontrollierbarem, Reduktion von Einflußvariablen, möglichst weitgehende Prognose der Ergebnisse von Handlungen, maximale Kontrolle dessen, was passieren kann“ Und weiter:„Eine Psychotherapie-Forschung, die sich nicht angstvoll hinter der Schein-Objektivität von „Science Fiction” verbirgt, sondern mit den systemwissenschaftlichen Physikern und Chemikern darin wetteifert, den Prinzipien der „Arbeit am Lebendigen” Rechnung zu tragen, und sich letztlich als Erkennender nicht aus der Beschreibung des Erkannten auszublenden versucht – eine solche Psychotherapie-Forschung könnte endlich dieses Anliegen der Menschen ernsthaft aufgreifen“
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26. Februar 2012
von Tom Levold
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John Bowlby (26.2.1907-2.9.1990)

Heute würde John Bowlby, der Begründer der Bindungstheorie, 105 Jahre alt. Gary S. Metcalf,  US-amerikanischer Organisationtheoretiker, Management-Berater und von 2007-2008 Präsident der International Society for the Systems Sciences, hat einen interessanten Aufsatz geschrieben, in dem er John Bowlby als„systems thinker“ portraitiert:„For decades, Bowlby worked and regularly met with some of the most brilliant thinkers of his time. Though he was a psychoanalyst in a child guidance clinic, he drew from theorists in learning, ethology, communications, psychology, sociology, cybernetics, general systems, and so on. He saw and used the connections, but also strived to make his theories accessible to practitioners and policy makers. Bowlby justifies his own work as an extension of Freud’s continuing development of psychoanalytic theory; both were working to further the science of the human psyche and its implications for social functioning. Each step of his work, though, seemed to create more questions about the foundations of prevailing theories, which caused great conflicts with his psychoanalytic colleagues. It is no wonder that many people are still working to understand him. This paper will attempt to reconstruct some of the historical development of Bowlby’s work, and to make more explicit the connections with thinkers and theorists not often found in the child development literature. Especially, this will focus on systems thinkers who may have influenced Bowlby, if not directly through their theories, very possibly through their approaches. It will make the case that in order to truly understand Bowlby’s ideas you need also to understand this way of thinking“
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24. Februar 2012
von Tom Levold
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INTERVIEWING THE INTERNALIZED OTHER: ATTENDING TO VOICES OF THE “OTHER”

In einem frei zugänglichen Text aus dem Journal of Systemic Therapies 30(1) von 2011 beschreiben M. Haydon-Laurelut und
J. C. Wilson von der University of Portsmouth eine von ihnen praktizierte Variante des„Interviews eines internalisierten Anderen“. Im abstract heißt es: „This paper investigates a new application of the Internalized-Other Interview (Tomm, 1999). Internalized-Other Interviews have been used for increasing empathy (Burnham, 2000), for creating dialogue (Lysack, 2002), as a way of entering the culture of a person (Pare, 2001) and from within an object-relations framework (Hurley, 2006). This paper explores the use of the Internalized- Other Interview for conversations where the referred person is not present. Such people may be at risk of being understood by family members, staff, and others in the community in narrow, monological and problem-saturated ways. Such people may include those with severe intellectual disabilities (ID); those with challenging behaviors; and those with high communicative sup- port needs. The paper discusses an illustrative vignette based on using the Internalized-Other Interview with residential staff supporting people with ID. We have found that the Internalized-Other Interview can be powerful in sup- porting people, family members, support staff, professionals, and others in a person’s network to help them into the experience of a person who they might otherwise be struggling to understand. Internalized-other interviews invite attention to the voices of, and positions occupied by, people at risk of being either unheard or understood only in superficial, clinical, problem-saturated and “othered” ways. The Internalized-Other Interview is particularly useful when working with referrals for individuals where proxies may be required to provide communication support“
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18. Februar 2012
von Tom Levold
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Systematische Metaphernanalyse

Eine schöne Arbeit von Metaphernforscher Rudolf Schmitt mit dem Titel„Versuch, die Ergebnisse von Metaphernanalysen nicht unzulässig zu generalisieren“, ist im Social Science Open Access Repository zu finden:„Werden Metaphern als Ergebnis von qualitativen Forschungen genutzt, verleiten sie aufgrund ihres ikonischen Potenzials zu weit gehenden und problematischen Verallgemeinerungen ihres Sinngehalts. Der Aufsatz stellt Überlegungen der kognitiven Linguistik nach Lakoff und Johnson vor und nutzt sie, eine Methode zur beschränkten und damit verlässlichen Verallgemeinerung metaphorisch formulierter Sinnbezüge vorzustellen“. Das wird beispielhaft anhand verschiedener Metaphern von Alkoholgebrauch und Alkoholabhängigkeit durchgeführt.
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17. Februar 2012
von Tom Levold
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Das Problem der Intentionalität

Das Problem der Intentionalität beschäftigt die Philosophie seit je, dass nämlich mentale Phänomene immer auf irgendetwas ausgerichtet sind („aboutness“), d.h. äußere, physikalische wie mentale Phänomene repräsentieren oder sich auf diese beziehen, ein Phänomen, dass physikalisch nicht erklärbar ist. Claudia Bergomi, Mitarbeiterin von Wolfgang Tschacher an der Universität Bern, hat sich dem Problem, wie man vielleicht doch eine naturwissenschaftlich fundierte Erklärung für dieses Phänomen finden kann, in einem interessanten Papier„Intentionalität: Vorschlag für eine Naturalisierung auf der Basis der Theorie der Selbstorganisation“ gewidmet, das in der Reihe„Forschungsberichte der Abteilung für Psychotherapie“ auch im Internet veröffentlicht worden ist. In der Zusammenfassung heißt es:„In der vorliegenden Arbeit wird ein Naturalisierungsvorschlag der Intentionalität beschrieben, der sich auf die Selbstorganisationstheorie, insbesondere die Synergetik, stützt. Der hier beschriebene Ansatz von Tschacher und Kollegen verwendet hauptsächlich die Sprache der Physik und der Mathematik, und bietet eine mögliche Erklärung für die Entstehung zielgerichteter, nicht-reflexiver, handlungsorientierter Intentionalität in physischen Systemen. In seiner aktuellen Form bietet der Ansatz allerdings keine Erklärung für die Entstehung höherer (bzw. anderer) Formen von intentionalen Beziehungen, wie z.B. bei propositionalen Sätzen, sowie keine Erklärung des phänomenalen Charakters intentionaler Zustände. Dennoch könnte der beschriebene Vorschlag einen Startpunkt für einen gangbaren und wissenschaftlich fundierten Weg zur Naturalisierung der Intentionalität dastellen und zur Bestimmung der Grenzen reduktionistischer Ansätze für die Erklärung der Intentionalität beitragen“
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14. Februar 2012
von Tom Levold
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Alexander Kluge wird 80!