systemagazin

Online-Journal für systemische Entwicklungen

4. Mai 2012
von Tom Levold
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Metaphernanalyse als sozialwissenschaftliche Methode

Im Social Science Open Access Repository ist eine Arbeit von Metaphernforscher Rudolf Schmitt aus dem Jahre 1997„mit einigen Bemerkungen zur theoretischen ‚Fundierung‘ psychosozialen Handelns“ zu lesen, in der auf anschauliche und sehr lesenswerte Weise der Frage nachgegangen wird, welche metaphorischen Modelle des Helfens sich finden lassen. Gleichzeitig geht es aber auch um die Reflexion des Verhältnisses von Theorie und Praxis und welchen besonderen Beitrag die Metapherntheorie hierzu leisten kann. Auf der Downloadseite gibt es folgende kurze Zusammenfassung des Beitrages, der in der Zeitschrift„Psychologie und Gesellschaftskritik“ erschienen ist:„Der Beitrag versucht, die in Metaphern des Helfens kondensierten Erfahrungen in der Einzelfall- und Familienhilfe zu untersuchen und stellt eine Reihe von Arbeiten vor, die das Selbstverständnis von Psychotherapie-Klienten in ihren Metaphern rekonstruieren. Grundlage der Überlegungen ist die Annahme, dass Metaphern ihrerseits den Kern von Theorien liefern. Neben der Vorstellung der eigenen Untersuchung stellt der Autor hier auch die Praxis dieser Forschungsmethode vor. Zunächst werden einige Annahmen der Metaphernanalyse sowie kollektive Modelle des Helfens vorgestellt. Anhand eines Fallbeispiels werden sodann subjektive Konstruktionen aus der Metaphernanalyse erörtert. Das abschließende Resümee thematisiert die auch für die Metaphernanalyse zutreffende tiefe Kluft zwischen akademischer Theoriebildung und Praxis. Den Ansätzen der Metaphernanalyse ist ein nicht-hierarchisches Verhältnis von Theorie und Praxis eigen. Die Lücken zwischen Theorie und erlebter Praxis könnten jedoch mit Bildern, Gleichnissen und Geschichten gefüllt werden, die die Erfahrungen der PraktikerInnen besser repräsentieren“
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3. Mai 2012
von Tom Levold
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Therapeutische Utilisation

Der Hypnotherapeut Stefan Hammel hat 2011 im Klett-Cotta-Verlag ein„Handbuch der therapeutischen Utilisation“ veröffentlicht, das „Vom Nutzen des Unnützen in Psychotherapie, Kinder- und Familientherapie, Heilkunde und Beratung“ handelt. Peter Stimpfle hat es für systemagazin gelesen und empfiehlt es weiter:„Der Autor legt Beispiele aus unterschiedlichen Praxisfeldern vor, wie man das scheinbar Unnütze nutzen kann. Die Beschreibung von  Utilisationstechniken (wie Kopplung, Altersregression, Paradoxe Interventionen, Reframing, Externalisieren, Personifizieren usw.) veranschaulicht dabei das simple und dennoch anspruchsvolle Prinzip der Nutzung des Unnützen. Er stellt dazu sowohl ein theoretisches Gerüst wie auch eine Fülle von Befunden aus unterschiedlichen Beratungs- und Therapiekontexten vor“ Eine Warnung ist aber auch mit der Empfehlung verbunden:„Allerdings kann man sich fragen, wo die Grenzen der Utilisation liegen. Ist wirklich alles utilisierbar? Auch wenn Hammel kein Rezeptbuch im Sinne hatte, kann davor gewarnt werden, das Buch als ‚Rezeptbuch‘ zu verstehen und zu missbrauchen“
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1. Mai 2012
von Tom Levold
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Nora Gomringer

24. April 2012
von Tom Levold
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Systemisch Forschen (und Lehren)

Gute Tagungsberichte sind, wie hier schon vor kurzem angemerkt, nicht besonders häufig. Umso erfreulicher, wenn gleich zwei ausführliche Berichte von einer Tagung vorhanden sind, wie das nun für die Tagung zur„Systemischen Forschung vom 7.-9.3.2012 in Heidelberg der Fall ist. Nachdem im systemagazin bereits der Bericht von Klaus Schenck erschienen ist, gibt es heute noch einen zweiten Blick von Astrid Beermann-Kassner, Wiss. Mitarbeiterin an der Abteilung für Beratung und Konfliktlösung an der Carl-von-Ossietzky-Universität in Oldenburg (Foto: www.diskursys.de). Erschienen ist er auf der gut gepflegten Plattform systemisch-forschen.de, die ihn soeben per Frühlings-Newsletter bekannt gemacht hat. Gleichzeitig ist hier auch ein umfangreicher und sehr spannender Bericht von der Fachtagung„Systemische Lehre und Forschung an Deutschsprachigen Hochschulen“ zu lesen (ebenfalls von Astrid Beermann-Kassner in Kooperation mit Joseph Rieforth), die schon am 02. und 03. März 2009 in Oldenburg stattfand und irgendwie durch das Wahrnehmungsraster des systemagazin durchgerutscht ist. Dieses Protokoll gibt verschiedene Debatten zum Stellenwert Systemischer Theorie und Methodik in der Hochschul-Lehre sehr differenziert wieder und ist daher viel mehr als nur ein Bericht über ein vergangenes Treffen. Es bringt auch die überdauernden Widersprüche und Komplikationen zutage, die mit der Systemischen Lehre und Forschung heutzutage im universitären Kontext verbunden sind und lohnt sich alleine deshalb schon zu lesen!

23. April 2012
von Tom Levold
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GROSSE WORTE UND GESTEN. Gedanken zum Pathetischen in der Psychotherapie

Helmut de Waal, Lehrtherapeut an der Wiener Lehranstalt für Systemische Familientherapie, schreibt immer wieder schöne Texte über therapeutische Themen, die sich jenseits von Theoriendiskursen und methodischen Anwendungen bewegen, aber dennoch immer ins Zentrum dessen treffen, womit wir uns als Therapeuten und Berater täglich beschäftigen. Sein Beitrag aus dem Jahre 2004 erörtert die Frage nach dem Platz des Pathetischen in der Systemischen Therapie und sei zur Lektüre empfohlen. Einleitend heißt es:„Vom Pathetischen sprechen wir dann, wenn wir erfasst werden oder uns erfassen lassen von etwas, das – unserer Empfindung nach – größer ist als wir, es ist ein Zustand von Passivität, in den wir uns begeben, den wir riskieren und erleiden: „Wir lassen uns ergreifen“. Wobei das nicht negativ gemeint ist, alle Erfahrung von Hingabe, Begeisterung, Faszination usw. ist so geartet; „überrascht sein“, „sich wundern“ ist eine pathetische Erfahrung, auch die Erkenntnis des Neuen, zumindest im Moment der Entdeckung, wenn die aktive Neugierde umschlägt in die passive Verwunderung. Das Gegenüber des Pathetischen ist das Skeptische. Es ist immer mehrdeutig oder führt die Mehrdeutigkeit in den Diskurs zwischen Menschen ein – das Pathetische hingegen behauptet Eindeutigkeit und, zumindest meistens („ich erlebe es so“), Gültigkeit. Das Pathetische findet immer in der Gegenwart statt, ja schafft Gegenwart. Es entbehrt im Unterschied zum Skeptischen (das nur aus der Distanz heraus möglich ist) der Distanz. In der modischen Terminologie von gestern: Das Pathetische ist das „Hier und Jetzt“ per se. Nachdem das Pathetische subjektiv assoziiert erlebt wird – dem eigenen Gefühl nach tatsächlich erlitten – kann auch leicht die Verantwortung dafür abgegeben werden – „etwas Höheres hat uns erfasst“. Für den Psychotherapeuten eine problematische Geschichte, trotzdem manchmal unvermeidlich, an sich auch nützlich. Unter dem Motto „man kann zumindest darüber reden“ soll hier reflektiert und auch nach plausibler, verantwortungsvoller und nachvollziehbarer Anwendung gesucht werden.
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22. April 2012
von Tom Levold
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Erfasse komplex, Handle einfach!

Martin Rufer, Psychologe und Psychotherapeut in eigener Praxis in Bern sowie langjähriger Geschäftsleiter des Zentrums für systemische Therapie und Beratung dortselbst, ist Vertreter des synergetischen Ansatz innerhalb der systemischen Therapie. Bei Vandenhoeck & Ruprecht hat er in diesem diesem Frühjahr ein Buch mit ausführlichen Fallgeschichten veröffentlicht, um die„Systemische Psychotherapie als Praxis der Selbstorganisation“ kasuistisch zu fundieren. Das ist umso erfreulicher, als eine systematische Kasuistik in unserem Feld eher auf schwachen Beinen steht. systemagazin bringt das 2. Kapitel als Auszug aus dem Buch, das sich mit den Generischen Prinzipien der Psychotherapie beschäftigt und eine theoretische Grundlage für die folgenden Fallgeschichten darstellt.
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21. April 2012
von Tom Levold
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