So lautet das Motto der aktuellen Ausgabe der„Familiendynamik“ zum Thema Krankheit in der Familie, herausgegeben von Stephan Theiling und Arist von Schlippe. Im Editorial schreiben sie:„Krankheit, v. a. chronische, spielt sich nie im luftleeren Raum ab, sie ist eingebettet in vielfältige systemische Zusammenhänge. Dies gilt für körperliche und seelische Erkrankungen gleichermaßen. Krankheit kann zum signifikanten Bestandteil familiärer Interaktion (und nicht nur familiärer) werden, um sie herum kann sich ein ganzes Gewebe von Kommunikationen und Narrationen bilden. Auf diese Phänomene konzentriert sich die systemische Familienmedizin: Krankheit wird auf vielen sozialen Ebenen durch Beschreibungen, durch Geschichten »umspielt«, die in dem jeweiligen sozialen System festlegen, was möglich und was unmöglich ist. Kommunikationsmuster können so starr werden, dass Krankheit schließlich als »organisierendes Prinzip« der Familieninteraktion zum zentralen Inhalt wird“. Zu diesem Themenfeld haben die Herausgeber Beiträge u.a. von Susan McDaniel, Friedebert Kröger & Susanne Altmeyer, Stephan Theiling, Barbara Ollefs und Heike Rauser-Boldt eingeworben, ergänzt durch einen Beitrag von Stephan Marks über Scham – und die üblichen Rubriken.
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29. März 2013
von Tom Levold
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Die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) hat einen Forschungsfond in Höhe von 140.000 Euro eingerichtet. Mit diesem Geld sollen Forschungsprojekte gefördert werden, die die Wirksamkeit systemischer Therapie und Beratung im Gesundheitswesen oder in der Jugendhilfe untersuchen. Systemische Therapie und Beratung sind weit verbreitet, ihre Wirksamkeit wird allerdings in Deutschland noch zu wenig erforscht. Im Gesundheitswesen liegen sogenannte randomisierte kontrollierte Studien, die benötigt werden, um Systemische Psychotherapie auch in der ambulanten Krankenversorgung in Deutschland zu verankern, noch in zu geringer Zahl vor. In der Jugendhilfe hat sich Wirksamkeitsforschung bislang generell wenig etabliert. Vorliegende klinische und gesundheitsökonomische Studien aus den USA, Großbritannien, Spanien und sogar aus China belegen eindrucksvoll, dass Systemische Therapie ein wirkungsvolles und kostengünstiges Psychotherapieverfahren ist. Die DGSF möchte mit ihrem Forschungsfond in den kommenden drei Jahren neue Forschungsprojekte auch in Deutschland anstoßen und dazu beitragen, systemische Therapie und Beratung im deutschen Gesundheits- und Sozialwesen weiter zu etablieren.Gefördert werden sollen Projekte (auch Anschub- oder Pilotprojekte) der Wirksamkeitsforschung, die für die Finanzierung Systemischer Therapie und Beratung in Deutschland in den nächsten zehn Jahren als besonders wichtig erscheinen. Das sind nach Einschätzung des DGSF-Vorstandes derzeit: Im Gesundheitswesen Studien zur Wirksamkeit Systemischer Therapie bei Angststörungen von Erwachsenen (1. Priorität), bei Angststörungen von Kindern (2. Priorität) und zu Störungen des Sozialverhaltens bei Kindern und Jugendlichen (3. Priorität). In der Jugendhilfe Studien zur Wirksamkeit Systemischer Therapie/Beratung besonders in den Formen der Aufsuchenden Familientherapie, der Sozialpädagogischen Familienhilfe, der multisystemischen oder Multifamilientherapie/-beratung. Hintergrund und Beschreibung der förderfähigen Forschungsvorhaben mit Hinweisen für die Bewerbung 