Nachdem am Rosenmontag Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt zum Ende des Monats angekündigt hat, hat der ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi (Foto: wikipedia) am Veilchendienstag in einem Schreiben an die Kurie seine Ambitionen auf die Nachfolge im Papstamt bekundet. Für ihn würde sich damit ein alter Traum erfüllen. Die Kirche braucht in diesen schwierigen Zeiten einen wirklich fähigen Führer, der nicht nur moralisch, sondern auch wirtschaftlich wieder Schwung in die Kirche bringen kann, heißt es in einem Brief, den Berlusconi in Verbindung mit einer kleinen finanziellen Zuwendung allen Kardinälen der katholischen Kirche zukommen ließ. Als wichtigster Unternehmer und Politiker Italiens habe ich hinreichend bewiesen, wie man so etwas macht, heißt es weiter in diesem Schreiben, in einem joint venture mit dem lieben Gott werde ich auch die katholische Kirche wieder auf den Weg zu einer Spitzenmarke bringen. Dafür sei allerdings in erster Linie eine Rückbesinnung auf bewährte Traditionen notwendig, ohne die die Abwanderung der Gläubigen in den westlichen Ländern nicht gestoppt werden könne. Kirche ist in den vergangenen Jahrhunderten immer langweiliger geworden und gegenwärtig einfach nicht mehr sexy genug, schreibt Berlusconi. Zu den Sofortmaßnahmen, die er nach seiner Wahl einzuführen beabsichtigt, gehöre die Abschaffung des Zölibates: Es gibt so viele wunderhübsche junge Frauen auf der Welt, es wäre eine Schande, wenn die nur für die anderen da sein sollten. Der Schoß der Kirche darf nicht nur eine Metapher sein, ist in dem Brief an die Kardinäle zu lesen. Berlusconi geht zwar nicht soweit, das Priesteramt in die Hände von Frauen legen zu wollen, es gebe aber zahllose sinnvolle Tätigkeiten für hübsche junge Damen ab 16 auch in der katholischen Kirche.
Vor allem müsse in der Frage, was eine Sünde sei und wie man damit umgehen solle, wieder Anschluss an die Zeit der größten kirchlichen Blüte gefunden werden. Diese sei zu Unrecht in Verruf geraten. Über Jahrhunderte sei es dem Klerus vergönnt gewesen, Gelder einzutreiben, Ländereien zu besitzen und rauschende Feste mit den besten Freunden (in Italien als Bunga-Bunga bekannt) zu feiern. Das habe immerhin für einen stetigen Personalzufluss im Klerus gesorgt, von dem heute keine Rede mehr sein könne. Man dürfe sich nicht wundern, wenn die fähigsten Männer heutzutage in die Finanzwirtschaft statt in die Kirche gingen. Es gehe ihm nicht darum, die Sünde abzuschaffen, so Berlusconi, denn darin liegt natürlich auch ein gewisser Reiz. Allerdings werde er als Papst so schnell wie möglich wieder ein System von Ablasszahlungen einführen, das er als klassisches Win-Win-System bezeichnet: Ablasszahlungen sind zu hundert Prozent marktkompatibel: sie ermöglichen nicht nur Genuss ohne Reue vom einfachen Gläubigen bis hin zur Kirchenspitze, sondern bringen auch mit einem System abgestufter Gebühren für arm und reich wieder die nötigen Einnahmen in die Kasse. Zur Vermarktung dieser Geschäftsidee plane er die Errichtung eines neuen Fernsehsenders Ablass-TV, der den Zusammenhang von Sünde und Vergebung auch für ein breites Publikum attraktiv aufbereiten könne.
Dass er selbst bislang weder Kardinal noch Priester ist, sieht Berlusconi nicht als Hinderungsgrund an. Auch früher konnte man durch entsprechende Zuwendungen in ein solches Amt gelangen, womit immerhin sichergestellt werden konnte, dass auch in der Kirche die gesellschaftlichen Elite eine Rolle spielte. Dafür müssen wir auch heute wieder Sorge tragen. Berlusconi versichert, dass es am nötigen Geld seinerseits nicht fehlen soll. In ersten Reaktionen aus dem Kreis der Kardinäle ist von interessanten, vielversprechenden Gedanken die Rede, die einer sorgfältigen Prüfung bedürften.
12. Februar 2013
von Tom Levold
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Berlin – In Zuge der aktuellen Entwicklungen um die Ministerin für Wissenschaft und Forschung ist ein internes Strategie-Papier aus dem Bundeskanzleramt (Foto: Wikimedia.org) bekannt geworden, das den Einsatz von unbemannten Drohnen anstelle der gegenwärtigen Regierungsmitglieder mindestens bis zur Bundestagswahl vorschlägt. Die zunehmenden Skandale um Mitglieder der Bundesregierung erschütterten das Vertrauen in die Politik und minderten die Chancen einer Wiederwahl im September 2013. Was sich in der Verteidigungspolitik in Afghanistan und anderswo bewährt habe, dürfe in der Verteidigung der Koalitionspolitik zuhause kein Tabu sein, heißt es in dem Papier.„Drohnen sind das ideale Mittel, unsere Politik sachlich und frei von persönlichen Schwächen durchzuführen und zu präsentieren. Sie reagieren nicht emotional, lassen sich nicht unter Druck setzen und halten sich mit inhaltlichen Aussagen zurück“, schildert das Dokument die Vorzüge der Roboter. Vor allem könne man davon ausgehen,„dass Drohnen keine Plagiate als Promotionsarbeiten einreichen, niemanden sexuell belästigen, keine Teppiche ins Land schmuggeln, keine Schwarzgelder waschen, Kollegen nicht beleidigen, weniger ausländerfeindliche Sprüche machen, besseres Englisch sprechen und nur dann lügen, wenn es sinnvoll ist“, heißt es weiter. Außerdem könne sich Deutschland diesem technologischen Fortschritt nicht verschließen:„Wir können nicht sagen: Wir bleiben bei der Postkutsche, während alle anderen die Eisenbahn entwickeln“. Der Einsatz von Drohnen könne noch am ehesten einen Wahlerfolg für die Regierungskoalition sicherstellen. Die Fortschritte in der Produktion erlauben mittlerweile die Herstellung von Drohnen, die den zu ersetzenden Regierungsmitgliedern zum Verwechseln ähnlich sehen, so dass die Bevölkerung den Wechsel nicht bemerken würde. Ethische Bedenken könnten dem Papier zufolge daher nicht geltend gemacht werden, da die betroffenen Ministerinnen und Minister in Ehren und bei vollen Bezügen beurlaubt werden sollen. Weitere Rücktritte erübrigten sich daher. Die Kontrolle über den Einsatz der Drohnen liegt alleine bei Angela Merkel. Von seiten unabhängiger Experten ist seit einiger Zeit der Verdacht zu hören, dass es sich bei der Bundeskanzlerin selbst um den Prototyp einer unbemannten Drohne handeln könne, da sie keine Angriffsflächen wie ihre Minister biete und gleichzeitig alle geschilderten Vorzüge von Drohnen aufweise. Eine Überprüfung dieser These hat sich bislang allerdings als schwer durchführbar erwiesen.



