
ZSTB 32(3), 2014
Nachdem die Zeitschrift für systemische Therapie und Beratung schon im vergangenen Jahr ein Themenheft zu Kultur und Migration herausgebracht hat, ist auch die aktuelle Ausgabe diesem Thema gewidmet. Herausgeberin Cornelia Tsirigotis lädt in ihrem Editorial dazu ein, sich mit diesem noch längst nicht ausgeschöpften Thema weiter zu beschäftigen: „Systemische Perspektiven und Arbeitsweisen sind in der Arbeit mit Menschen mit Migrationsbiografien wegen ihres Kontextbezuges hilfreich. In diesem Heft werden sie ergänzt durch soziologische und pädagogische Zugänge. Den Auftakt macht Aladin El-Mafaalani. Er geht in seinem Beitrag der Frage nach, wie sich die Differenz der inneren (z.B. Familie und deren Wertetraditionen) und äußeren (Peergroup, Schule, Normen der Mehrheitsgesellschaft) Sphäre bereits in der Kindheit herausbilden und wie Jugendliche mit dieser Differenz umgehen. Dabei scheinen die Ursachen der Differenzen mehr in Migration und soziale Ungleichheit zu liegen als unterschiedlichen Kulturen geschuldet zu sein.
Jörn Borke beschreibt anhand von Forschungen zu kulturellen Entwicklungspfaden von Kleinkindern die Entstehung von Autonomie- und verbundenheitsorientierten Sozialisationsmodellen. Diese Erkenntnisse sind ebenso nutzbar, unterschiedliche Haltung und Erziehungsziele von Eltern nachzuvollziehen und zu verstehen wie auch für die Gestaltung einer tragfähigen therapeutischen oder beraterischen Beziehung von Bedeutung. Weiterlesen →






Die Systemische Gesellschaft (SG) vergibt seit 1996 einen Förderpreis an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für Arbeiten, die sich durch praxisrelevante Systemische Forschungsansätze auszeichnen. Ziel des Förderpreises ist es, die Relevanz Systemischen Denkens für die therapeutische und beraterische Praxis deutlich zu machen und die wissenschaftliche Forschung in diesem Bereich anzuregen. In den letzten Jahren wechselte sich die Systemische Gesellschaft mit der Ausschreibung eines wissenschaftlichen Förderpreises mit der DGSF ab.