2020 ist in der Zeitschrift systeme ein Essay von Wolfgang Loth über Paul Dell und seinen Beitrag zur Entwicklung des systemischen Diskurses in den 1980er Jahren erschienen. Dieser Text ist weit mehr als eine Buchbesprechung. Er rekonstruiert detailliert die Rezeptionsgeschichte von Paul F. Dells 1986 erschienenen Buches „Klinische Erkenntnis” und dessen weitere konzeptuelle Entwicklung.
Das wirft natürlich die Frage auf, was der Gewinn dieser Arbeit für die heutige Zeit sein kann. Loth selbst räumt ein, dass „das Buch […] heutzutage also keine überraschenden inhaltlichen Positionen mehr [bietet]. Im Prinzip. Manche ,alten’ Gedanken können wiederentdeckt werden und wegen ihres Passens für neue Situationen dann doch wieder überraschen. Doch ich halte Dells Buch vor allem deswegen für ein auch heute noch nahrhaftes, weil es die Wege nachvollziehen lässt, die Überraschungen, die sich Dell selbst zugemutet hat, bevor er sie anderen zumutete. Im Kern, weil es nachvollziehen lässt, was ,Beobachten 2. Ordnung’ heißt, wenn sich jemand darauf einlässt“.
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