systemagazin

Online-Journal für systemische Entwicklungen

Insoo Kim Berg ist gestorben

| 1 Kommentar

Insoo Kim Berg, die Mitbegründerin des Lösungsorientierten Ansatzes und Ehefrau von Steve de Shazer, der bereits im September 2005 verstarb, ist am Nachmittag des 10. Januar 2007 in ihrer Heimatstadt Milwaukee (Wisconsin) gestorben. Wie Arnoud Huibers aus den Niederlanden in der Solution Focused Therapy-Mailingliste mitteilte, war ihr Tod überraschend, aber friedlich. Sie hatte noch für den Januar einen neuen Online-Kurs im Brief Family Therapy Center geplant.
Insoo Kim Berg kam 1957 als Pharmaziestudentin (und Tochter einer Familie aus der Pharmabranche) aus Korea in die USA, um dort ihre pharmazeutischen Studien fortzusetzen. Im Prozess ihrer Verselbständigung von ihrer Familie entschied sie sich jedoch für die Aufnahme eines Studiums der Sozialarbeit und absolvierte früh eine eher psychoanalytisch orientierte familientherapeutische Ausbildung in Chikago, die ihr jedoch nicht sehr zusagte. Sie wandte sich dann dem Palo Alto Institut in Kalifornien zu, wo sie auch ihren späteren Ehemann Steve de Shazer kennenlernte. Gemeinsam mit Steve ging sie nach Milwaukee, seinem Heimatort, wo sie später das„Brief Family Therapy Center” gründeten.
In Europa ist Insoo Kim Berg durch viele Veröffentlichungen, vor allem aber durch ihren häufigen Workshops und Seminare bekannt geworden. Ihr Tod ist ein großer Verlust für die internationale Psychotherapie über die Schulengrenzen hinaus. Wer sich ein bisschen genauer mit ihr als Person beschäftigen möchte, sei hiermit auf ein ausführliches Interview mit ihr über ihre psychotherapeutische Entwicklung verwiesen, das Victor Yalom mit ihr für psychotherapy.net geführt hat. Auf der Website des BFTC ist ein schöner kurzer Aufsatz unter dem Titel “Hot Tips” von ihr veröffentlicht, in dem es unter anderem darum geht, warum sie wie ein„Pitbull” ihrer Maxime folgt, Klienten niemals als hoffnungslose Fälle aufzugeben:„Some people even compared my style as similar to„pit bull“ Imagine that! But I’m quite proud of this comparison, not in viciousness but in not giving up on client and the tenacity to hang in there until I find some strengths, resources, and exceptions to build on, in most situations. Many people believe that because the basic premise of SFBT is so simple, it should be easy to do. They are surprised to find that a therapist must work very hard just to hang in there and not give up on clients as hopeless. This is especially true if the therapist does not believe that client has the resources and ability to solve their problems on their own. Where does my tenacity and ability to hang in there like a pit bull with a bone? It is because of the belief in people, that is, this absolute belief in people that if they have survived this far in their lives, they surely know how to go a little further. Most clients have abilities but they do not believe they do. Therefore, if you do not see it, it is easy to become discouraged. In order to work with people, we all begin with certain assumptions and belief about what we believe about them. Unfortunately I believe many practitioners are not clear about their belief. But certain kinds of belief about people brought you to this field. Whether we admit it or not, these belief is spilled over in our interactions with clients in many subtle and not so subtle manner“

Print Friendly, PDF & Email

Ein Kommentar

  1. Pingback: Leadership - immer an Position 1? | Loquenz Unternehmensberatung

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Zur Werkzeugleiste springen