Barbara Heitger, systemische Unternehmensberaterin und Gründerin der Beratungsfirma HeitgerConsulting, hat einen Youtube-Kanal, in dem immer wieder interessante Vorträge hochgeladen werden. In diesem Video äußert sich Thomas Giernalczyk, Honorarprofessor für psychologisch-therapeutische Interventionen an der Bundeswehr-Hochschule in München, über Lüge, Täuschung und Betrug in Unternehmen und ihre Thematisierung im Coaching. Thomas Giernalczyk ist Diplom-Psychologe, Psychoanalytiker (MAP, DGPT), Supervisor und Organisationsberater. Im beschreibenden Text heißt es: „Das Thema ,Lug und Trug in Unternehmen’ ist die dunkle Seite der viel bemühten Vertrauenskultur, die in aller Munde ist. Tatsache ist, dass sehr häufig gelogen wird und dass es eine Gratwanderung ist, wann eine Lüge hilfreich und wann sie destruktiv für die Primäraufgabe ist. Es wird aufgezeigt wie bei der Veränderung von Berichten, persönliche Karrierevorteile und kollektive Abwehr von Risiko, Hand in Hand gehen. Prof.Giernalczyk hat im Laufe seiner Arbeit Beispiele für Lug und Trug aus Coachings gesammelt und geordnet. So kann man die fusionäre von der anti-fusionären Lüge unterscheiden. Erstere dient dazu um Nähe herzustellen, bei zweiterer wird aktiv gespalten um Distanz zu provozieren. Schließlich lässt sich auch noch analysieren, wie Lug und Trug zum Hochstapeln verwendet wird und welche Rolle sie für imaginäre Wunscherfüllung spielt. Den Alltag von Lug und Trug in Unternehmen erörtert Prof. Thomas Giernalczyk anhand folgender Fragen: Welche persönlichen und institutionellen Dynamiken führen zu Lügen und Täuschung? Gibt es noch Karrieren ohne „Bullshitting“? Wie wird Lügen zu einem alltäglichen Phänomen? Wann findet der Übergang zu einem destruktiven Geschehen statt, welches schließlich für die Menschen und für das Unternehmen insgesamt schädlich wird?“


Hand aufs Herz: Letztlich geht es uns durchschnittlich karitativen, wohltätigen, humanitären Menschen bei unseren Ambitionen, d.h. erklärten Absichten zumindest teilweise um unseren Ehrgeiz, die andere Bedeutung von Ambition. Als ich mich 1970 als junger Mediziner von der staatlichen westdeutschen Entwicklungshilfe-Organisation, die damals noch in Klammern die Bezeichnung GAWI (Gesellschaft zur Abwicklung Wirtschaftlicher Interessen) trug, in ein westafrikanisches Land hatte entsenden lassen, geschah das in der Absicht, eine ehrenwerte Arbeit als Entwicklungs-Helfer zu leisten. Ich selbst war völlig unzureichend ausgebildet, kaum auf Afrika vorbereitet, sprach weder Wolof, noch Fulbe. Sondern nur die Sprache der (Neo-) Kolonisatoren, Französisch.



