Am 11. April 1994 begann in der Gemeinde Nyatama in Ruanda die Massenschlächterei der Hutu an den Tutsi, Teil eines geplanten Völkermordes ungeheuren Ausmaßes. Jean Hatzfeld, Journalist der französischen Tageszeitung„Liberation“ erlebte den Genozid in Ruanda als Kriegsreporter mit und verarbeitete seine Erfahrungen in zwei Büchern. Im vorliegenden Buch lässt er die Täter zu Wort kommen: eine erschütternde Lektüre, die die Leser zwingt, sich mit den Denkweisen und Verleugnungsstrategien der Mörder auseinanderzusetzen, die völlig gelassen und entspannt, ohne erkennbare innere Konflikte, über ihre Taten im Detail berichten. Johanna Fleischhauer schreibt in ihrer Rezension:„Die Offenheit erklärt sich unter anderem dadurch, dass die meisten Täter ihre Reintegration in die ruandische Gesellschaft mit Zuversicht erwarteten; wie selbstverständlich gingen sie davon aus, die Überlebenden würden ihre Entschuldigungen akzeptieren. In den Gesprächspassagen fällt auf, dass sie wohl über ihre Beobachtungen anderer Täter, aber fast nie über sich selbst sprechen. Die Verantwortung für ihre Taten lasten sie allein den politischen Befehlshabern an; auch nachträglich übernehmen sie keine Verantwortung für ihre Taten. Viele Kapitel widmen sich den Faktoren, die diese Haltung aufgebaut und verfestigt und das Morden psychologisch ermöglicht haben.
Die völlige Entgrenzung bis hin zu Blutgier und Selbstekel wird aus der Logik der Täter nachvollziehbar und macht gleichzeitig fassungslos“
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30. November 2006
von Tom Levold
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Der Jubiläumskongress des Instituts für Ehe- und Familientherapie (30 Jahre) und der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Systemische Therapie und Systemische Studien (ÖAS, 20 Jahre) am 22. und 23. September 2006 in Wien zum Thema„Blinde Flecken oder Ich sehe nichts, wo Du was siehst“ (Clemens und Danielle Stieger berichteten darüber im systemagazin) bot nicht nur einen interessanten Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte (mit den Vorträgen von Corina Ahlers, Joachim Hinsch und Rosmarie Welter-Enderlin), sondern stellte auch die Frage, inwiefern sich systemische PsychotherapeutInnen in aktuelle gesellschaftspolitische Diskurse einmischen sollen, die nicht selten im blinden Fleck des Nicht-Beobachteten bzw. des Nicht-Beobachten-Wollens verschwindet.
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Am 3.11. wies systemagazin auf eine