Wie der hessische Ministerpräsident Roland Koch heute in einem Gespräch mit systemagazin mitteilte, ist die gegenwärtige Ausländerhetzkampagne der CDU in Hessen Ergebnis eines brutalstmöglichen Missverständnisses zwischen Staatskanzlei und Parteizentrale gewesen.„Natürlich wissen wir, dass wir mit Hetze gegen Ausländer Wahlen gewinnen können. Allerdings wollten wir in diesem Wahlkampf einmal etwas ganz anderes versuchen, um von unseren Misserfolgen in der Bildungspolitik abzulenken“, betonte der Ministerpräsident. Ihm sei unerklärlich, wie die alten Wahlkampfunterlagen aus dem Jahre 2003/2004 in die aktuelle Kampagne geraten konnten:„Da wir das alles ja schon mal gemacht haben, kamen mir die Sprüche sehr vertraut vor. Das geht einem dann viel glatter von der Zunge. Deshalb haben wir auch den Fehler viel zu spät bemerkt“ bemerkte Koch zerknirscht. Er teilte mit, dass er und seine Partei sich in aller Form bei den ausländischen Mitbürgern entschuldigen wollen und kündigte eine brutalstmögliche Aufklärung der Fehlerursachen im Wahlkampfteam an. Er selbst habe überhaupt nichts gegen Ausländer und esse brutalstmöglich oft ein Dönerkebab zu Mittag. Als neuen Akzent im verbleibenden Restwahlkampf stellte Roland Koch die Forderung vor, überbezahlte Manager und Betreiber von Hedge-Fonds für eine bestimmte Zeit in Boot Camps unterzubringen, wie Erziehungslager heutzutage genannt werden:„In den vergangenen Jahren hat sich herausgestellt, dass viele Führungskräfte immer mehr den Anstand vor deutschen Sitten und Gebräuchen vermissen lassen. Das gilt besonders für Finanzinvestoren, die komplette Firmen am Konferenztisch schlachten und unserem Land ungewohnte Vorstellungen von Arbeitnehmerentsorgung an den Tag legen. Auch die Ganzkontenverschleierung ist bei dieser Personengruppe nicht mehr hinzunehmen und muss brutalstmöglich unterbunden werden“, postulierte Koch gewohnt offensiv, nicht ohne hinzuzufügen:„schließlich wissen wir genau, wovon wir da reden!“. Auf die Frage, ob er da nicht ein wenig zu viel des Brutalstmöglichen an den Tag lege, reagierte der Ministerpräsident heftig:„Uns ist jahrelang erzählt worden, der Staat müsse bei Wirtschaftsstraftätern weich reagieren. Das halte ich für falsch. Der Staat muss gerade Managern rechtzeitig und unmissverständlich die Grenzen aufzeigen. Später, wenn eine Führungskraft in eine kriminelle Karriere abgeglitten ist, ist es dafür oft zu spät. Deshalb der Vorschlag eines Warnschussarrestes, damit Täter bald nach der Tat merken, dass der Staat es ernst meint. Und das ist, nach meiner festen Überzeugung, bei Finanzzockern das Allerwichtigste. Unsere Polizisten und Staatsanwälte treffen zu viele Finanzmagnaten, die unser heutiges System als Erlebnis betrachten. Die steigen in der Hierarchie ihrer Gruppe eher noch auf, wenn sie mal vor einem Wirtschaftsrichter waren. Persönlich unangenehm für sie ist das alles nicht. Es geht alles einfach immer weiter. Und das ist, zu Ende gedacht, ein schlimmer Satz“ Das findet systemagazin auch und wünscht weiterhin einen schönen Wahlkampf.
8. Januar 2008
von Tom Levold
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Das letzte Heft des Jahrgangs 2007 von„Psychotherapie im Dialog“ befasst sich mit Borderline-Störungen. Dies ist das erste Mal, so vermerken die Herausgeber Henning Schauenburg und Michael Broda, dass sich ein Thema seit dem Bestehen der Zeitschrift wiederholt:„Zum einen wollten wir wissen, was aus den bereits im ersten Heft zu Borderline-Störungen breit dargestellten therapeutischen Konzepten der verschiedenen Schulen inzwischen geworden ist. Wie sie sich entwickelt haben, wie sie modifiziert wurden, welche Ausweitungen der Indikation stattgefunden haben und nicht zuletzt welche Studien inzwischen durchgeführt wurden, die auch evidenz-basierte Aussagen zur Wirksamkeit erlauben. Wir wollten neu entwickelte Verfahren darstellen und zuletzt das Augenmerk darauf legen, wo es Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede zwischen ihnen gibt, die evtl. Anlass sein können, in der Zukunft differenzielle Indikationsstellungen für unsere PatientInnen zu finden. Wir wollten, wie erwähnt, Langzeitverläufe betrachten, die uns vielleicht auch in unserer therapeutischen Tätigkeit eine Hilfe sein können, insofern sie unseren, manchmal durch die Heftigkeit der Krisen unserer PatientInnen, nahe gelegten Pessimismus zu relativieren bzw. uns klar zu machen, dass es jederzeit berechtigt ist, Hoffnung zu haben, dass unsere PatientInnen zu einem eigenständigeren und weniger belasteten Leben finden können. Wir wollten sehen, welche Anwendung die therapeutischen Verfahren im psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgungsnetz finden. Uns haben die neuen Befunde aus der Neurobiologie interessiert, aber auch der zukunftsträchtige Aspekt der Mutterschaft bei erkrankten Patientinnen“