
Barbara Zielke, Jana Grothe und Cornelia Fischer haben als Gastherausgeber das Heft 2/2007 von„Psychotherapie & Sozialwissenschaft“ gestaltet. Thema ist »Interkulturelle Kommunikation in Psychotherapie und psychosozialer Beratung«. Aus dem Editorial:„Wielant Machleidt veranschaulicht in seinem Beitrag, wie die Migration als eine der Adoleszenz analoge dritte Individuationsleistung verstanden werden kann. (
) Yesim Erim und Wolfang Senf berichten von der Arbeit in der Klinik für psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Essen, wo seit 1995 eine Spezialsprechstunde und vielfältige Angebote für (vor allem) türkischsprachige Migranten angeboten werden. Sie schildern hier den therapeutischen Einsatz eines türkischen Märchens. (
) Heidrun Schulze geht in ihrem Beitrag auf die Interdependenz zwischen Leben, Erzählen und Institution ein, indem sie anhand eines Fallbeispiels die spezifische Art des Erzählens als Produkt lebensgeschichtlicher und damit familial interaktiver Erfahrung herausarbeitet. Die Auswertung eines biographisch-narrativen Interviews mit einem Mann aus der Türkei soll zeigen, wie institutionalisierte interkulturelle Begegnungen durch die biographischen Konstruktionen der Adressatinnen und die professionellen Konstruktionen der Experten über »Krankheiten von Migranten« das Erzählen in spezifisch gerahmten Situationen wechselseitig beeinflussen. Ulrich Reitemeier führte Interaktionsanalysen von Beratungsgesprächen mit Aussiedlern durch. In seinem Artikel verdeutlicht er mit Hilfe illustrativer Fallbeispiele die kommunikativen Praktiken, die die Selbstpräsentation russlanddeutscher Aussiedler und die Zuschreibung von Fremdheit in den an sie adressierten Formulierungen charakterisieren (
). Ernestine Wohlfart und Ulrike Kluge weisen auf einen Paradigmenwechsel in Theorie und Praxis hin, der als Resultat der zunehmenden Diversität von Behandlern und Patienten in psychotherapeutischen Behandlungssituationen spezifiziert wird. Das von den Autorinnen vertretene Verständnis von Transkulturalität ist dann realisiert, wenn sowohl die Patienten als auch die Behandler das jeweils Eigene und Fremde im transkulturellen therapeutischen Setting reflektieren. (
) Manfred Zaumseil plädiert für den Einsatz kontextsensitiver Verfahren der qualitativen Sozialforschung in der noch jungen Disziplin der Klinischen Kulturpsychologie, der es um die kulturellen Bedingungen von psychischer Gesundheit geht. (
) Der Beitrag Rainer Kokemohrs diskutiert anhand von Beispielen, die aus einem lokalen kulturellen Kontext in Kamerun stammen, die Rationalität von Glaubensvorstellungen. Vor dem theoretischen Hintergrund der Ausführungen des Ethnologen und Anthropologen Dan Sperber werden zwei Konflikte analysiert, die im Rahmen der Arbeit des Autors an einer Reformschule in Kamerun ausgelöst wurden“
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Das letzte Heft des Jahrgangs 2007 von„Psychotherapie im Dialog“ befasst sich mit Borderline-Störungen. Dies ist das erste Mal, so vermerken die Herausgeber Henning Schauenburg und Michael Broda, dass sich ein Thema seit dem Bestehen der Zeitschrift wiederholt:„Zum einen wollten wir wissen, was aus den bereits im ersten Heft zu Borderline-Störungen breit dargestellten therapeutischen Konzepten der verschiedenen Schulen inzwischen geworden ist. Wie sie sich entwickelt haben, wie sie modifiziert wurden, welche Ausweitungen der Indikation stattgefunden haben und nicht zuletzt welche Studien inzwischen durchgeführt wurden, die auch evidenz-basierte Aussagen zur Wirksamkeit erlauben. Wir wollten neu entwickelte Verfahren darstellen und zuletzt das Augenmerk darauf legen, wo es Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede zwischen ihnen gibt, die evtl. Anlass sein können, in der Zukunft differenzielle Indikationsstellungen für unsere PatientInnen zu finden. Wir wollten, wie erwähnt, Langzeitverläufe betrachten, die uns vielleicht auch in unserer therapeutischen Tätigkeit eine Hilfe sein können, insofern sie unseren, manchmal durch die Heftigkeit der Krisen unserer PatientInnen, nahe gelegten Pessimismus zu relativieren bzw. uns klar zu machen, dass es jederzeit berechtigt ist, Hoffnung zu haben, dass unsere PatientInnen zu einem eigenständigeren und weniger belasteten Leben finden können. Wir wollten sehen, welche Anwendung die therapeutischen Verfahren im psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgungsnetz finden. Uns haben die neuen Befunde aus der Neurobiologie interessiert, aber auch der zukunftsträchtige Aspekt der Mutterschaft bei erkrankten Patientinnen“
