Der Vatertag steht vor der Tür. Die Zeit, als Väter sich mit einem Bierwagen auf die Tour machten und die Familie Familie sein ließen, dürfte aber eher der Vergangenheit angehören. Heute wird von Vätern mehr verlangt. Erfolgreich im Beruf sein und trotzdem genug Zeit für die Familie haben wie können Männer mit dieser schwierigen Doppelanforderung umgehen? Wie können sie erfolgreich zwischen Beruf und Familie steuern? Dieser Frage ist ein abwechslungsreich gestaltetes, mit Interviews, Checklisten und vielen Vorschlägen angereichertes Buch der systemischen Therapeuten Matthias Ochs und Rainer Orban gewidmet, das im Beltz-Verlag erschienen ist. Rezensent Norbert Schlüpen urteilt:„hier legen zwei Fachmänner in Sachen Mann, Vatersein, Familie und Beruf eine wunderbare, stimmige, witzige, leichte, weise und ‚kurzweilige Lektüre nicht nur für Männer‘ vor. Aus meiner Sicht sollte dies sogar eine Pflichtlektüre für beide Geschlechter sein, die in irgendeiner Weise etwas mit Familie und Berufstätigkeit zu tun haben. Damit sind auch Führungskräfte in Industrie und Wirtschaft angesprochen, die meinen, sie könnten das Rad der Arbeiter- und Angestelltenbewegung zurückdrehen, tausenden Mitarbeitenden Mehrarbeit aufdrücken bei gleichzeitiger Verminderung der Einkommen. Die Autoren sparen nicht an Hinweisen auf die aktuellen familienpolitischen Diskussionen. Und so empfehle ich unserer momentanen Familienministerin, in diesem Büchlein nachzulesen und zu bedenken, was das Wesentliche an einer familienfreundlichen Politik und Gesellschaft sein könnte und auch sein müsste“.
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30. April 2008
von Tom Levold
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Russell Crane von der Brigham Young University in Utah, USA, beschäftigt sich seit längerem mit den gesundheitsökonomischen Aspekten des Einsatzes von Familientherapie als Behandlungsform. Ein Beitrag über die Kosten-Nutzen-Rechnung von Familientherapie ist im Psychotherapeutenjournal 1/2007 erschienen und kann auch online gelesen werden.„Die vorliegende Arbeit fasst Effektivitätsstudien zur Einbeziehung familientherapeutischer Behandlungen in die medizinische Versorgung psychischer Erkrankungen zusammen. Das zur Verfügung stehende Datenmaterial stammt aus drei unterschiedlichen Quellen: 1. einer im Westen der USA (Region Utah) ansässigen großen Health Maintenance Organization (HMO, Krankenkasse) mit 180.000 Mitgliedern; 2. dem Medicaid-System (staatlicher Gesundheitsdienst für bedürftige Bürger) des US-Staates Kansas; 3. einer großen nationalen US-Krankenversicherungsgesellschaft mit neun Millionen Versicherten. Die gewonnenen Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die Einbeziehung familientherapeutischer Maßnahmen in die medizinische Versorgung die Häufigkeit von Arztbesuchen insbesondere bei Menschen, die oft einen Arzt aufsuchen, reduzieren können. Ebenso ergaben die in zwei unterschiedlichen Krankenversicherungssystemen durchgeführten Studien, dass die Einbeziehung von Familientherapie als Behandlungsform die Gesundheitskosten nicht ansteigen lässt“