Welche Bedeutung hat Ethik für die BeraterInnen und die Beratung? Welche Art von Ethik ist gegenstandsadäquat und wie kann Ethik praktisch umgesetzt werden? In welchen Formen erscheint Ethik und wie werden BeraterInnen in der Praxis mit ethischen Problemstellungen konfrontiert? Wie ist der Zusammenhang zwischen Ethik, Bereichsethiken und Fragen der Professionalität zu denken? Warum beschäftigen sich Organisationen mit Ethik, wie kann das Thema Ethik in Organisationen beraterisch eingeführt werden und was bewirkt dies innerhalb von Organisationen? Was kann Beratung im Kontext ethischer Fragestellungen leisten? Wie können Forschungs- und Beratungsmethoden hinsichtlich ihres ethischen Gehalts gesehen werden? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich ein von dem Herausgebertrio Peter Heintel, Larissa Krainer und Martina Ukomwitz herausgegebener Band, der 2006 im Ulrich Leutner Verlag in Berlin erschien. Rezensent Georg Singe urteilt:„Den Autoren gelingt es, ein konsistentes Bild der Bedeutung ethischer Auseinandersetzung in der Praxis der Beratung zu vermitteln, das die Autonomie der Handelnden und die vertrauensvolle Beziehung untereinander als Grundlagen ethischer Entscheidungen versteht“
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13. November 2008
von Tom Levold
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Im kürzlich vorgestellten Heft der„Sozialen Systeme“ ist auch ein Aufsatz enthalten, der auf der Website der Zeitschrift im Volltext geladen werden kann, allerdings in englischer Sprache. Die Autoren sind Harrison White, Jan Fuhse, Matthias Thiemann und Larissa Buchholz.„Der Aufsatz setzt Niklas Luhmanns Systemtheorie in Beziehung zur soziologischen Netzwerkanalyse, um Grundlagen für eine allgemeine Netzwerktheorie zu entwickeln. Er beginnt mit Luhmanns Diskussion von Sinn als einer zentralen Kategorie der Soziologie. Luhmanns Formulierung wird erweitert von einem Fokus auf die Dyade und doppelte Kontingenz hin zur Reichweite von Netzwerken und daher multipler Kontingenz. Während Kommunikations- und Handlungsaspekte von Sinn in Netzwerken ineinandergreifen, entflechtet der Aufsatz analytisch deren jeweils besondere Bedingungen und führt dabei die Konzepte Netdoms, Netdom Switching und Discipline ein. Netzwerktheorie lenkt damit den Blick auf das Zusammenspiel von zeitlichen, sozialen und interpretativen Dynamiken in der Konstitution und Verkettung von Sinnhorizonten. Darüber hinaus entfaltet der Aufsatz das Konzept »Style« als synkopierte Komplexität, um Luhmanns Top-Down-Ansatz bei der selbstreferentiellen Reproduktion von funktionalen Subsystemen zu ergänzen“


