In einem äußerst interessanten Aufsatz, der soeben in der neuen Ausgabe des Forums qualitative Sozialforschung erschienen ist, befasst sich der Metaphernforscher Rudolf Schmitt, Professor an der Hochschule für Sozialwesen in Zittau, mit der metaphorischen Konstruktion von Geschlecht. Seine Arbeit rezipiert die vorhandenen Studien, stellt zentrale Begriffe der kognitiven Metapherntheorie vor und versucht eine Revision derselben, welche dazu beitragen könnte, Metaphernanalysen der Konstruktion von Geschlecht theoretisch und forschungsmethodisch weiter zu entwickeln, wie es im abstract heißt. Dabei kritisiert er das mangelnde Verständnis der kognitiven Metapherntheorie für die geschlechtsblinde und geschichtsvergessene Konzeption von Metaphern bei Lakoff und Johnson, die von einer allgemein-menschlichen Körpererfahrung als Ausgangspunkt metaphorischen Denkens ausgingen. Andererseits seien viele Forschungsarbeiten von einer Tendenz gekennzeichnet, nicht nur Unterschiede zu beschreiben, sondern sie auch herzustellen, wo sie nicht sind, sie durch eine Fokussierung zu übertreiben oder die gefundenen Differenzen durch wissenschaftliche Beschreibung nur zu verdoppeln, statt diese auch als hergestellte auszuweisen. Diese Formen beschreiben die alltäglich übliche, in der Forschung jedoch als methodischer Fehler zu diskutierende Praxis des doing gender. Damit ist auch das Risiko verbunden, Unterschiede über das vorhandene Maß hinaus zu betonen, Gemeinsamkeiten zwischen den Geschlechtern auszublenden sowie Überschreitungen von Geschlechtsstereotypen zu übersehen.
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9. April 2009
von Tom Levold
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Auf der website der Systemischen Gesellschaft (SG) sind Fragen und Antworten zur Feststellung der wissenschaftlichen Fundierung der Systemischen Therapie durch den wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie im Dezember 2008 veröffentlicht worden, die erst einmal Klarheit in den aktuellen Stand der Dinge bringen sollen. Wer also wissen will, wer der WBP überhaupt ist, was er beschlossen hat, was dieser Beschluss bedeutet, ob eine Approbation mit der Weiterbildung in Systemischer Therapie erreicht werden kann und ob Chancen einer Abrechnung mit den Krankenkassen bestehen, kann sich hier informieren.
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