Seine Heiligkeit der Dalai Lama hat gemeinsam mit dem bekannten Emotionsforscher Paul Ekman ein Buch verfasst, das auf insgesamt 39 Stunden Gespräch der beiden beruht. Andreas Manteufel hat das Buch gelesen und für systemagazin kritisch rezensiert.„Was für ein Zusammentreffen! Östliche Weisheit begegnet westlicher Ratio, Religion trifft auf Wissenschaft, Erleuchtung auf Erkennen, Intuition auf Akribie
Nun, unter diesem Blickwinkel ist dieser Dialog eine Enttäuschung. Die beiden Herren mögen sich nicht nur, sie sind sich auch in allem einig. Es ist vor allem das Harmoniebedürfnis von Ekman, das permanente Übereinstimmung garantiert (
) Natürlich hat das Buch auch seine guten Seiten. Zwei hoch gebildete Menschen steigen vom Elfenbeinturm der Wissenschaft zu uns herab. Alles ist inhaltlich für Laien nachvollziehbar. Und vielleicht ist es ja für manchen auch tröstlich, zu wissen, dass man mit seinen normalen Ideen, eben dem gesunden Menschenverstand, durchaus auf Augenhöhe mit Paul Ekman und dem Dalai Lama liegt. Dass das Buch dazu beiträgt, die eigene emotionale Intelligenz zu verbessern, wie es Daniel Goleman im Vorwort verspricht, das halte ich für viel zu hoch gegriffen. Wer auf Erleuchtung hofft, muss sich etwas anderes überlegen“
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2. November 2009
von Tom Levold
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„An die Stelle der Unterscheidung von sozialen und psychischen Systemen kann man in der Gegenwart die Unterscheidung von Kommunikation und Bewusstsein treten lassen. In dieser zweiten Fassung werden beide Seiten der Unterscheidung neu und sie werden anders bestimmt. Einerseits wird auf der Seite des Sozialsystems die kommunikationstheoretische Grundlegung der Soziologie benutzt, die seit der Informationstheorie der späten vierziger Jahre als eine Denkmöglichkeit verfügbar ist. Kommunikation ist unter diesen Voraussetzungen nicht etwas, was einem einzelnen Bewusstsein als seine Absicht oder einem einzelnen Akteur als seine Tätigkeit zugerechnet werden kann. Es handelt sich bei jeder einzelnen Kommunikation vielmehr um eine genuin soziale und elementare Einheit, die immer und mindestens zwei Prozessoren (Akteure; Psychen; Bewusstseine) voraussetzt, die an ihrer Produktion beteiligt sind. Eine Reduktion auf einen dieser Prozessoren ist nicht zulässig. Der Begriff des Bewusstseins wiederum kann nicht als bedeutungsidentisch mit dem Begriff des Psychischen gedacht werden. Vielmehr handelt es sich beim Bewusstsein um eine selektive Instanz, die sich, wie es Gregory Bateson formuliert, einer Kodifikation und reduktiven Simplifikation eines weiter gefassten psychischen Lebens verdankt und dies auf der Basis einer Spiegelung eines Teils der Psyche in das Feld des Bewusstseins. Die dieser Überlegung zugrundeliegende Unterscheidung ist die von bewusst und unbewusst. Jener Selektionsprozess, der Teile des Psychischen in das Bewusstsein spiegelt, ist selbst vermutlich eher ein unbewusster Prozess. Jedenfalls steht er unserer willentlichen Anstrengung nicht zur Verfügung“ (In: 
