systemagazin

Online-Journal für systemische Entwicklungen

18. März 2011
von Tom Levold
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Guttenberg soziologisch verstehen (und dann vergessen)

Der emeritierte Politoge und Soziologe Helmut Wiesenthal hat einen interessanten Blog, in dem er sich kürzlich auch Gedanken zum Rücktritt Guttenbergs gemacht hat:„Niklas Luhmanns Analyse des ständischen Bewusstseins im Übergang zur bürgerlichen Gesellschaft hilft uns, zu Guttenbergs Verhalten in den Tagen vor seinem Rücktritt zu verstehen. Was uns „Bürgerlichen“ als scheibchenweises Eingeständnis eines frivolen Betrugs erscheint, war für Guttenberg tatsächlich nichts anderes als die selbstbewusst und mit großer Ehrlichkeit offenbarte Schrittfolge zunehmenden Selbsterkennens, eines Erkennens, das großen Selbstrespekt, ja geradezu Verblüffung von der Großartigkeit der eigenen Leistungen einschloss“
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17. März 2011
von Tom Levold
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Eine Würdigung von Ernst von Glasersfeld

Das von Alexander Riegler herausgegebene englischsprachige e-Journal„Constructivist Foundations“ erscheint mittlerweile im 6. Jahrgang mit drei Ausgaben pro Jahr, die im besten Sinne des Wortes auf der Höhe der Zeit des konstruktivistischen Diskurses sind. Die aktuelle Ausgabe, die in dieser Woche erschienen ist, ist ganz dem Gedenken an Ernst von Glasersfeld gewidmet, der am 12. November letzten Jahres gestorben ist. Eine Vielzahl von AutorInnen schildern ihre Begegnungen mit Person und Werk von Glasersfeld. Die Zeitschrift ist open source, man muss sich anmelden und hat dann online-Zugang zu den einzelnen Ausgaben. Um diesen Service aufrechtzuerhalten, bitten die Herausgeber um eine unterstützende Subskription.
Zur aktuellen Ausgabe geht es hier…

16. März 2011
von Tom Levold
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Relaunch der Revue für postheroisches Management


Mit der Auflösung des Management Zentrums Witten und der Neugründung von„Management Zentrum X“ hat sich auch Träger- und Herausgeberschaft der„revue für postheroisches management“ geändert, die jetzt von der„Stiftung Management Zentrum X“ herausgegeben und von Falk Busse als Chefredakteur geleitet wird. Zum Beirat gehören jetzt neben den Alt-Matadoren Dirk Baecker, Fritz B. Simon und Rudolf Wimmer auch der Honorarprofessor am Institut für Transportation Design der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig Eckard Minx sowie der bekannte Organisationssoziologe Günther Ortmann. Mit der Neu-Organisation hat auch die website der revue ein neues Layout erhalten, aus Schwarz wurde weiß, zudem kann man jetzt auch virtuell, also im browser, in älteren Ausgaben der revue blättern.
Zur website geht es hier…

14. März 2011
von Tom Levold
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Neue Chance für die als „neu“ bezeichneten Psychotherapieverfahren durch Novellierung des Psychotherapeutengesetztes?

Aus den Info-Seiten der GWG:„Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie (DGSF) und der Systemischen Gesellschaft (SG) hat die GwG im Oktober 2010 die Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden (AOLG) auf die Ausbildungsmisere der„neuen“ Psychotherapieverfahren aufmerksam gemacht. Als„neue“ Verfahren gelten Psychotherapieverfahren, die nicht zu den sog. Richtlinienverfahren zählen, die aber wissenschaftlich anerkannt und zur vertieften Ausbildung (Approbationsausbildung) zugelassen sind. Wegen der bisher verwehrten sozialrechtlichen Anerkennung und der Diskrepanz zwischen Berufs- und Sozialrecht kann in den neuen Verfahren nicht ausgebildet werden. In der letzten Ausgabe von„Gesprächspsychotherapie und Personzentrierte Beratung“, Seite 234, haben wir ausführlich über diese Problematik berichtet. Die Ausbildungsteilnehmer mit Schwerpunkt Gesprächspsychotherapie am Institut für Psychotherapie (IfP) der Universität Hamburg sind direkt von dieser Problematik betroffen. Auch sie haben im Oktober letzten Jahres die AOLG um Unterstützung gebeten und über ihre ausweglose Ausbildungssituation berichtet“
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14. März 2011
von Tom Levold
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Therapie der Magersucht

Der angesehene Schweizer Arzt und Psychiater Jürg Liechti beschäftigt sich seit über zwanzig Jahren im Berner „Zentrum für systemische Therapie und Beratung“ mit Magersüchtigen. 2008 ist im Carl-Auer-Verlag ein Buch erschienen, in dem er seinen Ansatz der Therapie der Magersucht vorstellt. Mit diesem Buch, das er als eine Art „Kochbuch“ verstanden wissen möchte, gibt er einen aktuellen Überblick über Theorie, klinische und ambulante Therapien bei Anorexia nervosa. Die Kernthese lautet, dass die Therapie von Magersucht idealerweise systemische, Verhaltens- und Familientherapie kombiniert. Besonderes Augenmerk wird auf die ressourcenorientierte Kontaktaufnahme mit der Patientin und auf die Gestaltung der Beziehungen aller Beteiligten innerhalb der Therapie gelegt. Anhand vieler Praxisbeispiele werden die Erklärungs- und Veränderungsmodelle sehr detailliert und nachvollziehbar dargestellt. Dennis Bohlken hat eine Besprechung für das systemagazin verfasst, die Sie
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12. März 2011
von Tom Levold
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Helm Stierlin wird heute 85!

Heute feiert Helm Stierlin, hier mit seiner Frau zu sehen, seinen 85. Geburtstag. systemagazin gratuliert von Herzen und wünscht alles Gute, Gesundheit und Glück für die nächsten Jahre! Auf der website des Carl-Auer-Verlages ist ein dankenswerterweise heute ein ausführlicher Text von Wolf Ritscher über Helm Stierlin zu lesen, dessen Initiative und Unterstützung ganz wesentlich zur Entwicklung der Systemischen Therapie in den deutschsprachigen Ländern beigetragen hat.
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10. März 2011
von Wolfgang Loth
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Vom Reden und Schweigen nach Kassenlage

Was tun, wenn Reden zwar nutzt, doch nicht genug bringt? Einbringt, wäre genauer gesagt. Gerhard Seidenstücker (Universität Trier), mit dem ich gelegentlich korrespondiere, schickte mir nun einen Link zu einem Beitrag in der New York Times vom 5. März 2011, der erzählt, was passiert, wenn die Eingangsfrage zu sehr pressiert. „Reden zahlt sich nicht aus“ heißt es in der Überschrift, daher setze die Psychiatrie stattdessen auf medikamentöse Therapie („Talk Doesn’t Pay, So Psychiatry Turns Instead to Drug Therapy“). Es mag verwundern, dass dem erst jetzt so sei, doch geht es mir hier jetzt nicht um die grundsätzliche Unterscheidung psychosozialer und psychiatrisch-medikamentöser Konzepte. Offensichtlich nötigen die finanziellen Rahmenbedingungen in den Vereinigten Staaten auch solche psychiatrischen PsychotherapeutInnen zu einer medikamentös gestützten Kurztherapie, die bislang auf die Wirksamkeit des kommunikativen Rahmens gesetzt haben. Die interviewten Psychiater wirken nicht so, als wären sie mit fliegenden Fahnen übergewechselt, eher nolens volens. Ich denke, es ist notwendig, sich auch solche Entwicklungen vor Augen zu halten, wenn es darum geht, mit allen Mitteln einen Fuß in die Tür des real existierenden Krankenkassensystems zu bekommen. Wenn es eng wird, ändern sich auch die Spielregeln, und davon dürften weder Wissenschaft noch Sozialrecht unbetroffen bleiben. Wäre gut, dann nicht aus dem Alternativ-Training gekommen zu sein, könnte man denken.
Zum Text der New York Times geht es hier

9. März 2011
von Tom Levold
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Peter Fuchs auf dem Weg zu einer Allgemeinen Theorie von Sinnsystemen

Von Heiko Kleve bin ich auf diesen Link aufmerksam gemacht worden. Peter Fuchs hat am 9. April 2010 einen Vortrag an der Hochschule für Soziale Arbeit in Luzern gehalten, der in contextblog.ch auf beispielhafte Weise dokumentiert ist. Frank Meissner schreibt:„Niklas Luhmann hat für sich beansprucht, eine Allgemeine Theorie sozialer Systeme zu konzipieren. Nichts desto trotz finden sich bei Luhmann immer auch Überlegungen zu psychischen Systemen, die er als notwendige Umwelt von Kommunikation behandelte. Peter Fuchs geht diesen Überlegungen nach und baut darauf auf, indem er beide Systemformen, die Kommunikation und die Psyche als Sinnsysteme behandelt. Mit dieser Isomorphisierung eröffnen sich vielfältige Anschlussmöglichkeiten in der theoretischen Operationalisierung von Kommunikation und Bewusstsein“
Zum Vortrag