George Wilson Albee (19212006) war einer der großen Persönlichkeiten der klinischen Psychologie und spielte eine wichtige Rolle in der Entwicklung gemeindepsychologischer Ansätze. Seine kritische Haltung gegenüber der Übernahme des medizinischen Krankheitsmodell durch die Psychologie hat er an vielen Stellen zum Ausdruck gebracht, unter anderem in einem pointierten Artikel, der 1998 in„Applied & Preventive Psychology“ erschienen ist:„An account of the post-World War II development of clinical psychology based on the personal experiences and observations of the author is presented. Acceptance of the medical-organic explanation of mental disorder and devotion to one-on-one psychotherapy paid for by health insurance has led clinical psychology to its present state of desperation, grasping at drug-prescription privileges as a way of surviving by further embracing the invalid medical would. Alternatively, only acceptance of the public health strategy of primary prevention, striving for social justice, and thorough grounding in social learning theory will guarantee survival of the field“ Der Artikel ist online zu lesen,
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7. April 2011
von Tom Levold
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Nach den Erfolgen, die japanische Techniker bei der Entwicklung von Pflege-Robotern für die Betreuung von Demenzkranken verzeichnen konnten, wurden heute bekannt, dass in Osaka erstmals ein Psychotherapie-Roboter der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, der noch im Sommer auf den Markt gebracht werden soll. Diese bahnbrechende Innovation macht den Erfindern zufolge den Einsatz von menschlichen Psychotherapeuten überflüssig und hebt damit die zahlreichen Nachteile bestehender Psychotherapie-Verfahren auf. Vor allem von Vertretern der evidenzbasierten Psychotherapie wurde die Neuentwicklung einhellig begrüßt.„Endlich haben wir eine verlässliche Alternative zu Verfahren, die aufgrund der Anwendung durch Menschen immer schon fehleranfällig waren“, heißt es in einer Verlautbarung der„Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)“. Mit Hilfe der Psychotherapie-Roboter könne evidenzbasierte Therapie nun endlich manualgetreu durchgeführt werden, ohne dass persönliche Störvariablen den Therapieverlauf beeinträchtigen. Bislang funktionierte manualgesteuerte Psychotherapie nur mit Studenten, da ausgebildete Therapeuten meist dazu neigen, eigene Ansichten über Nutzen und Zweck therapeutischer Vorgehensweisen zu entwickeln. Psychotherapieforschung könne nun ein bislang ungeahntes Niveau erreichen, da nicht nur die Standardisierung von Interventionen, sondern erstmals auch Doppel-Blind-Versuche in der Psychotherapieforschung möglich wären. Zudem würden durch den Wegfall der Psychotherapieausbildung enorme gesellschaftliche Kosten eingespart. Die Roboter sollen ohne jede Selbsterfahrung über hervorragende Fähigkeiten zur Spannungsregulation und Affektabstimmung verfügen. Verschiedene Programme für Psychoanalyse, Verhaltenstherapie, Systemische Therapie und Gesprächstherapie sind frei einstellbar, darüber hinaus können Parameter wie Strukturierungsgrad, Abstinenz, Nähe-Distanz etc. vorgegeben werden. Ein WLAN-Modul ermöglicht die sofortige Übermittlung von Anträgen, Berichten und Gutachten an die entsprechenden Adressaten im Gesundheitswesen. Der Gemeinsame Bundesausschuss soll bereits überlegt haben, den Einsatz von Psychotherapie-Robotern in den deutschen Psychotherapie-Richtlinien zu verankern.