„Beratung als ein professionelles Handeln verschiedener Berufsgruppen findet heute unter anderen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen statt als noch im 20. Jahrhundert. Sie richtet sich zum einen an spezifische und teilweise neue Zielgruppen, bezieht etwa die Arbeit mit Angehörigen von betroffenen Klienten mit ein, und wird zum anderen heute auch von Berufsgruppen ausgeübt, die dafür bisher gar nicht eigens ausgebildet wurden wie Lehrer oder Ärzte. Gleichzeitig sind die Erwartungen der Kunden und Klienten an eine qualifizierte (nicht nur psychosoziale) Beratung gestiegen“, heißt es im Klappentextes eines neuen Buches von Ariane Bentner und Marie Krenzin, das im recht unbekannten Surface-Verlag erschienen und nur über die Website der Autorinnen zu erhalten ist. Anke Melchior hat eine Rezension verfasst, in der sie resümiert:„Bentner und Krenzin haben ein überaus lesenswertes und gut verständliches Fachbuch geschrieben. Dessen Stärke ist es, gesellschaftliche Bedingungen, theoretische Grundlagen, methodisches Handwerkszeug und Beispiele aus der Beratungspraxis inhaltlich zu verbinden. Eine klare Gliederung ermöglicht es, zwischen den einzelnen Schwerpunkten hin und herzuspringen oder doch alles im Gesamten zu lesen. In anschaulichen Beispielen wird gezeigt, wie es möglich ist, am Gelingenden anzusetzen, anstatt in Defiziten und Problemerörterungen zu verharren. Die Verbindung zur aktuellen Forschung im Hinblick auf Resilienz, Bindungstheorie und Salutognese setzt sinnvolle theoretische Verbindungen. Bentner und Krenzin sind Praktikerinnen, Theoretikerinnen und Beobachterinnen der gesellschaftlichen Realität. Dies erzeugt beim Lesen den Eindruck eines gelungenen Theorie‑Praxis‑Transfers mit Blick auf unsere gesellschaftliche Realität und deren Auswirkungen auf Menschen. Insofern transportiert das Buch auch eine soziale Dimension im Sinne von gesellschaftlicher Verantwortung“ Hinzufügen bliebe, dass das Buch angenehm in der Hand liegt und gut zu lesen ist.
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29. April 2011
von Tom Levold
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Die März-April-Ausgabe des Psychotherapy Networker beschäftigt sich mit der Relevanz der Bindungsforschung für die Psychotherapie. Die folgenden Beiträge sind auch online kostenlos zu lesen: 1.„The Attuned Therapist“ von Mary Sykes Wylie und Lynn Turner („In recent years, attachment theory, with its emphasis on early bonding, connection and relationship, has exerted as much influence over the field of psychotherapy as any other perspective. Why then do some critics believe that it’s sending therapists off on the wrong track?“), 2.„Bringing Up Baby“ von Jerome Kagan („While therapists may consider some intuitively appealing ideas about human developmentlike attachment theorybeyond dispute, the researcher’s job is to challenge unproven explanations shaped more by our biases and preconceptions than by hard evidence“) und 3.„The Verdict Is In“ von Alan Sroufe and Daniel Siegel („Fifty years of research has confirmed that the emotional quality of our earliest attachment relationships is central to our well-being as adults“).


